Zukunftsregionen Gesundheit - kommunale Gesundheitslandschaften - Landrat Jörg Röhmann: "Das Projekt nimmt Fahrt auf im Landkreis Wolfenbüttel"


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Ein innovativer Versorgungsvertrag zwischen Krankenkassen und Ärzteschaft zur Verbesserung der medizinischen Versorgung von Pflegeheimbewohnern und eine „Rollende Arztpraxis“ – das sind erste Detailvorhaben des Modellprojektes „Zukunftsregionen Gesundheit -kommunale Gesundheitslandschaften“. Die Kommunalen Spitzenverbände Niedersachsen, die Kassenärztliche Vereinigung (KVN), die beteiligten Krankenkassen und weitere relevante Akteure erproben in dem auf drei Jahre angelegten Modellprojekt, wie insbesondere herkömmliche Leistungsgrenzen – zum Beispiel zwischen niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern – überwunden werden können.

Niedersachsens Sozialministerin Aygül Özkan: „Wir wollen eine optimale Gesundheitsversorgung der Menschen in allen Teilen Niedersachsens langfristig sichern. Kurze Wege zur guten ambulanten und stationären Versorgung und zur Pflege sind unsere Devise. Niedersachsen ist das erste Bundesland, das auf Landesebene alle relevanten Partner einbezogen hat in die Diskussionen um eine demographiefeste Gesundheitsversorgung vor Ort. Gemeinsam mit Kostenträgern und Ärzteschaft finanzieren wir drei Modellregionen über drei Jahre.“

Die Landkreise als zuständige Behörde im Bereich der örtlichen Gesundheitsaufsicht bieten ortsnah eine Plattform für alle regionalen Partnerinnen und Partner. „In der Gesundheitsversorgung gewinnen individuelle und innovative Lösungen immer mehr an Bedeutung. Es gibt in den Strukturen zunehmende Unterschiede zwischen Stadt und Land, hinzu kommt der demographische Wandel, der unser Gesundheitssystem auch grundsätzlich vor neue Herausforderungen stellt. Speziell in einem Flächenland wie Niedersachsen ist es sinnvoll, neue, regionale Steuerungsmöglichkeiten für die Gesundheit der Menschen zu entwickeln und zu erproben. Mit dem Modellprojekt Zukunftsregionen Gesundheit testen wir genau die übergreifende Zusammenarbeit aller Akteure im Gesundheitssystem, in der der Schlüssel zu einer zukunftsweisenden, effektiven und effizienten Versorgung liegen kann“, betonte Dr. Jürgen Peter, Vorstandsvorsitzender der AOK Niedersachsen.

Mark Barjenbruch, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN), ergänzte: „In der niedersächsischen Versorgungsplanung bringt die KVN ihre Kompetenzen in dem Modellprojekt ‚Zukunftsregionen Gesundheit – Kommunale Gesundheitslandschaften’ ein. In den Modelllandkreisen geht es jetzt darum, effektive Strukturen zu entwickeln für eine optimale medizinische und pflegerische Versorgung in Niedersachsen.”

Reinhard Winter, Erster Kreisrat des Landkreises Emsland: „Als Zukunftsregion Gesundheit bringen wir alle regionalen Partner und Interessenvertreter an einen Tisch. Dieser kooperative Ansatz ist die Grundlage für ein regionales Gesamtkonzept, das sich an den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger vor Ort ausrichtet. In der medizinisch-pflegerischen Infrastruktur kann diese Vorgehensweise schnell Früchte tragen. Das belegt nicht zuletzt unser Demenz-Servicezentrum, das wir im kommenden Monat eröffnen werden.“ Erstmals soll auch für ein Ärztenetzwerk die Möglichkeit bestehen, einen “Heimarzt” für die kontinuierliche Versorgung der Pflegeheime einzustellen und mit den Kassen abzurechnen. Damit werden unnötige Krankenhauseinweisungen vermieden und ein fester Ansprechpartner für die Patientinnen und Patienten in den Pflegeheime gewährleistet.

Auch im Heidekreis kommt das Modellprojekt gut an. Landrat Manfred Ostermann: „Im ersten Jahr der Zukunftsregion Gesundheit haben wir Dank des großen Engagements der Steuerungs- und der fünf Arbeitsgruppen interessante Projektentwürfe bekommen, die das Potenzial enthalten, die gesundheitsrelevanten Faktoren im Heidekreis nachhaltig zu verbessern.“

[image=5e1764b5785549ede64ccaae]Jörg Röhmann, Landrat des Landkreises Wolfenbüttel, berichtet gleichfalls von guten Erfahrungen: „Das Projekt nimmt Fahrt auf im Landkreis Wolfenbüttel: Auf unserer Gesundheitskonferenz im April haben wir fünf Arbeitsgruppen gebildet, in denen die beteiligten Akteure die Situation im Landkreis analysieren und Lösungsansätze zu den Themen medizinische Versorgung, Gesundheitsförderung und Prävention, psychische Gesundheit und Demenz, Hospiz und Palliativversorgung sowie Mobilität und Infrastruktur erarbeiten. Die Arbeitsgruppen haben bereits erste Projektideen entwickelt: Die ‚Rollende Arztpraxis’ ist eine davon. Mit den ersten Projektanträgen rechnen wir im November.“

Alle drei beteiligten Landkreise verfügen schon jetzt über innovative Konzepte der hausärztlichen Versorgung (Ärztenetzwerk GENIAL in Lingen; MoNi im Heidekreis; Filialpraxen in Wolfenbüttel). Bereits nach einem halben Jahr intensiver Arbeit vor Ort liegen eine Fülle konkreter Projektvorschläge und Maßnahmen vor, deren Realisierungsmöglichkeiten überprüft werden, von der digitalen Befundvernetzung, über Verbesserung der Randzeitenbetreuung in Kitas, damit für Pflegende und medizinisches Fachpersonal eine optimale Kinderbetreuung gewährleistet werden kann bis hin zur Verbesserung der Bereitschaftsdienste.


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