Neue Adresse: Dieser Platz hat jetzt einen Namen

Mit der Bennenung würdigt die Stadt das Wirken eines bedeutenden jüdischen Wisseschaftlers und Gelehrten.

Neu in Wolfenbüttel: der Leopold-Zunz-Platz.
Neu in Wolfenbüttel: der Leopold-Zunz-Platz. | Foto: Stadt Wolfenbüttel

Wolfenbüttel. Die Stadt Wolfenbüttel hat jetzt den zentralen Platz im neu entwickelten Quartier an der ehemaligen Samsonschule – in unmittelbarer Nachbarschaft zum Klinikum – offiziell nach dem jüdischen Gelehrten Leopold Zunz benannt. Der neue Leopold-Zunz-Platz verbinde laut einer Pressemitteilung der Stadt historische Bildungsorte mit einem lebendigen Umfeld aus Wohnen, Lernen und täglichen Wegen.



„Mit der Benennung des Leopold-Zunz-Platzes würdigt Wolfenbüttel einen berühmten Gelehrten, der hier seine ersten Bildungserfahrungen gemacht hat und dessen Denken weit über die Stadt hinausgewirkt hat. Zugleich ist hier ein neuer Stadtraum entstanden, in dem Menschen aus unterschiedlichen Lebenszusammenhängen zusammenkommen können“, sagte Bürgermeister Ivica Lukanic beim Festakt mit rund 100 Teilnehmern.

Nach bedeutender Persönlichkeit benannt


Leopold Zunz (1794–1886) gilt als Begründer der „Wissenschaft des Judentums“ und prägte die wissenschaftliche Erforschung jüdischer Geschichte, Literatur und Religion entscheidend. „Die Geschichte der Samsonschule steht für umfassende Bildung und für die Ideen der Aufklärung. Mit dem Leopold-Zunz-Platz erinnert Wolfenbüttel an eine bedeutende jüdische Persönlichkeit, die aus dieser Tradition hervorgegangen ist und sie wissenschaftlich weiterentwickelt hat“, sagte Dr. Elke-Vera Kotowski von der Moses Mendelssohn Stiftung

Die 1786 gegründete Samsonschule in Wolfenbüttel war prägend für Zunz' Werdegang und die Entwicklung des Reformjudentums. Weitere Informationen zur Geschichte der Samsonschule und zum heutigen Lern- und Gedenkort finden sich unter www.samson-schule.de.

Der neue Leopold-Zunz-Platz bilde das Zentrum eines zukunftsweisenden Quartiers. Das denkmalgeschützte Gebäude der ehemaligen Schule – vormals Neuer Weg 50, jetzt Leopold-Zunz-Platz 1 – werde als Lern- und Gedenkort genutzt. Gleichzeitig beherbergt es ein Wohnheim für 155 Studenten und Auszubildende aus aller Welt.

Ergänzt wird das Quartier durch vier Neubauten mit insgesamt 96 barrierefreien Wohnungen für Haushalte mit Wohnberechtigungsschein. Damit verbindet der Platz das Gedenken an einen Verfechter der Gleichberechtigung mit modernem, inklusivem Wohnraum.