Wolfenbüttel. Bald beginnt bei milder Witterung die Wanderzeit von Kröten, Fröschen und Molchen. Viele von ihnen sterben auf den Straßen, bevor sie sich paaren und für Nachwuchs sorgen können – sie kommen buchstäblich unter die Räder der Autos. Um die Tiere, aber auch die Autofahrer zu schützen, sperrt der Landkreis Wolfenbüttel vorübergehend einige Straßen. Schilder weisen auf Sperrungen und Geschwindigkeitsbegrenzungen hin.
Bei Temperaturen über fünf Grad Celsius in Verbindung mit Niederschlägen machen sich die Amphibien auf den Weg, wie es in einer Pressemitteilung des Landkreises heißt. Erdkröte und Grasfrosch kehren jedes Jahr zu ihren Geburtsgewässern zurück. Dort finden die Paarung, das Ablaichen, die Eireifung und die Entwicklung von der Kaulquappe zum Frosch statt. Dabei legen Erdkröten Wanderstrecken von bis zu 2,5 Kilometern zurück. Die Standorttreue hat ihren Preis: Straßen kreuzen die Wanderrouten der Amphibien, und so finden viele von ihnen unter den Rädern von Autos und anderen Fahrzeugen einen frühen Tod.
Straßensperrungen zum Schutz von Tier und Mensch
Als Hilfsmaßnahme leiten Krötenzäune die Amphibien zu ebenerdig eingegrabenen Eimern. Dort fallen sie hinein und werden von ehrenamtlichen Naturschützern über die Straße getragen. Zum Schutz der Tiere, aber auch der Helfer, werden einige Straßen kurzzeitig für den Autoverkehr gesperrt. So werden auch gefährliche Ausweichmanöver vermieden, die leicht zu Unfällen führen können. Amphibien wandern am liebsten in der Dämmerung oder in den ersten Nachtstunden. Deshalb werden die Sperrungen meist zwischen 19 Uhr abends und 6 Uhr morgens eingerichtet.
Hier sind Krötenzäune aufgebaut
An der B82 am westlichen Ortsausgang von Beuchte, der L635 zwischen Cremlingen und Hordorf und der K52 zwischen Baddeckenstedt und Silium sind Krötenzäune aufgebaut. Auch an der K141 Weddel in Richtung Klein Schöppenstedt sowie der K631 bei Cremlingen ab dem Kreisel in Richtung Schandelah gibt es laut Landkreis diese Schutzeinrichtungen.
Diese Straßen werden gesperrt
Folgende Straßen werden während der Amphibienwanderzeit für maximal 20 bis 25 Nächte gesperrt: K54 Ortsausgang Oelber am weißen Wege Richtung Salzgitter-Lichtenberg, K156 zwischen Klein Veltheim und Schulenrode, K513 zwischen Remlingen und Groß Vahlberg, K629 zwischen Volzum und Lucklum und die L629 durch das Reitlingstal im Elm. Ebenfalls zu Sperrungen kommt es in Cremlingen zwischen „Im Rübenkamp“, „Am Papendorn“ und „Ehlerbergstraße“ sowie auf der K631 zwischen Hordorf und Essehof. Die jeweiligen Umleitungsstrecken sind laut Kreisverwaltung ausgeschildert.
Hier finden ebenfalls Amphibienwanderungen statt
Auch auf der K31/K620 Ortsdurchfahrt Neindorf, der K31/K32 zwischen Kissenbrück und Neindorf, der K513 Ortsausgang Schöppenstedt Richtung Groß Vahlberg, dem Gemeindeverbindungsweg Schladen – Wehre, der K9 in Eilum, der Straße „Tannhof“ in Wolfenbüttel-Adersheim sowie „Am Schiefen Berg“ im Stadtgebiet von Wolfenbüttel sollten Verkehrsteilnehmer auf mögliche wandernde Amphibien achten.
Der ehrenamtliche Amphibienschutz benötige dringend Unterstützung, wie es in der Pressemitteilung weiter heißt. Wer sich hier engagieren möchte, kann sich an die Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde wenden: an Herrn Coselli unter der Telefonnummer 05331/84 9032 oder Herrn Garchow unter 05331/84 9013.

