Wolfenbüttel. Bereits zum 300. Mal trafen sich in der vergangenen Woche die Teilnehmerinnen der Nähwerkstatt im Ahlumer Nachbarschaftstreff "Die Ulme". Das Projekt steht für die Teilnehmer exemplarisch für den Erfolg des Stadtteiltreffs, wie die Wolfenbütteler Baugesellschaft mbH und die Nähwerkstatt in einer gemeinsamen Pressemitteilung erklärten.
Als sich vor sechs Jahren einige wenige Freundinnen zur ersten Nähwerkstatt trafen, wusste keine der Teilnehmerinnen, wie sich das Projekt noch entwickeln würde. „Unser Umgang hier ist sehr freundschaftlich und hilfsbereit, vielleicht sogar familiär. Man schätzt sich gegenseitig, lernt voneinander, schafft was und hat Spaß.“ Am Anfang, so Karin Korte, eine der Mitbegründerinnen des Projekts, habe man Knöpfe angenäht, Reissverschlüsse ausgetauscht und vielleicht mal etwas geschneidert. Doch inzwischen seien die 12 bis 15 regelmäßig teilnehmenden Nähtreff-Damen zu wahren Spezialisten für ganze Kleidungsstücke und Accessoires geworden, erzählt sie. Doch neben der Schneiderei stehe vor allem die Gemeinschaft im Vordergrund. Jeder sei willkommen. „Ja, unsere Gruppe ist schon so etwas wie ein geschützter Freiraum. Oft haben wir es erlebt, dass manche Frau, die zuhause eher die „zweite Geige“ spielt, hier regelrecht aufblüht.“, freut sich Korte.
"Wir sind Heimat"
Auch in der Integration habe man seinen Beitrag geleistet. Seit 2015 habe man einen Zulauf von arabischen Frauen muslimischen Glaubens erfahren, die neue Einblicke und Anregungen gebracht hätten. Der gegenseitige Austausch sei wertvoll gewesen, zumal den Frauen auch das Lernen der deutschen Sprache wesentlich leichter gefallen sei. Mittlerweile sind die meisten der Frauen allerdings nicht mehr dabei, sagte Korte. Sie hätten Arbeit gefunden, Kinder bekommen oder seien eben wieder ausgereist. Auch die Wolfenbütteler Baugesellschaft, die das Projekt "Ulme" seit seiner Einrichtung unterstützt, freut sich über den nachhaltigen Erfolg der Nähwerkstatt. „Diese ungezwungene, sympathische Gemeinschaft so unterschiedlicher Menschen passt wunderbar zu unserem Stadtteil. Wir sind Heimat – für alle hier.“, sagte Barbara Gabriel von der "WoBau". Passend dazu arbeitet die Ostfalia auch an einer Ausstellung in der "Ulme". Das Thema: Heimat.

