Region. Wer jetzt noch eine Berufsausbildung sucht, hat beste Chancen: Insgesamt bieten die Betriebe in den Städten und Landkreisen der Region noch 1.778 freie Ausbildungsplätze an. Darauf weist die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hin und beruft sich dabei auf aktuelle Zahlen der Arbeitsagentur. Das Spektrum der offenen Stellen ist breit, wobei besonders im Baugewerbe und im Handwerk weiterhin händeringend Nachwuchskräfte gesucht werden.
Ein Blick auf die regionalen Zahlen der IG BAU verdeutlicht die vielen Möglichkeiten für Spätentschlossene: Spitzenreiter bei den freien Ausbildungsplätzen ist Braunschweig mit insgesamt 398 offenen Stellen, darunter allein 18 im Baugewerbe sowie 4 Plätze für angehende Maler und Lackierer. Im Landkreis Goslar stehen 299 Ausbildungsplätze bereit, von denen 11 auf das Baugewerbe entfallen. In Salzgitter warten 265 freie Plätze auf Bewerber, darunter 13 am Bau. Betriebe in Wolfsburg bieten insgesamt 246 freie Ausbildungsplätze an – darunter 8 im Baugewerbe und 6 im Garten- und Landschaftsbau. Im Landkreis Gifhorn sind noch 214 Ausbildungsplätze unbesetzt, davon 6 im Baugewerbe. Der Landkreis Peine meldet 138 freie Stellen, darunter ebenfalls 6 im Baubereich. Im Landkreis Helmstedt gibt es noch 113 freie Plätze (8 im Baugewerbe) sowie 4 offene Stellen bei Dachdeckerbetrieben. Im Landkreis Wolfenbüttel stehen schließlich 105 Ausbildungsplätze zur Verfügung – mit einem starken Schwerpunkt von allein 20 Stellen im Baugewerbe und weiteren 4 Ausbildungsplätzen für Dachdecker.
Hohe Quote junger Arbeitsloser unter 25 Jahren ohne Berufsabschluss
Gleichzeitig verweist die Gewerkschaft auf die weiterhin hohe Quote junger Arbeitsloser unter 25 Jahren ohne Berufsabschluss, die je nach Kreis zwischen 63 Prozent (Gifhorn) und 82 Prozent (Helmstedt) liegt. Gerade ihnen rät die IG BAU dringend, die vielen freien Stellen jetzt noch zu nutzen.
„Wichtig ist, sich einen Ruck zu geben und jetzt einen Ausbildungsbetrieb zu suchen. Denn mit einer Ausbildung in der Tasche sind die Jobs, die man ein Berufsleben lang macht, in der Regel sicherer und vor allem auch deutlich besser bezahlt“, sagt Simone Hoffmeister, Vorsitzende der IG BAU Nord-Ost-Niedersachsen. Sie rät allen ohne Berufsausbildung, sich „doch noch den ‚Ausbildungs-Kick‘ zu geben“.
Einstieg auch im Spätsommer und Herbst noch möglich
Für einen Einstieg in das laufende Ausbildungsjahr ist es keineswegs zu spät. „Jetzt im August und September starten die Ausbildungen. Aber selbst im Oktober stellen Ausbildungsbetriebe noch ein“, betont Henrike Orlowski, stellvertretende Vorsitzende der IG BAU Braunschweig-Goslar.
Mutig auf Betriebe zugehen
Die IG BAU rät Interessierten, eine Berufsberatung zu nutzen. Eine gute Adresse, um sich zu orientieren, sei dabei die Jugendberufsagentur (www.servicestelle-jba.de). Außerdem seien auch bei der Arbeitsagentur gute Tipps zu bekommen – vor Ort oder digital (www.arbeitsagentur.de/bildung). Das direkte Beratungsgespräch lohne sich immer, so die Gewerkschaft.
„Außerdem gilt: Mutig auf die Betriebe zugehen. Wer direkt nachfragt, holt oft auch etwas für sich heraus – ein Praktikum, vielleicht aber auch einen Ausbildungsplatz. Wichtig ist, dabei Firmen auszusuchen, die fair ausbilden und bezahlen. Unternehmen also, bei denen es auch einen Tarifvertrag gibt“, rät Orlowski. Wer einen Ausbildungsplatz suche, für den zähle vor allem der Beruf. Aber auch die Ausbildungsqualität und die Perspektiven, die der Betrieb nach der Ausbildung biete, seien wichtig.

