Wolfenbüttel. Intensivstationen kennt man zumeist nur aus der Fernsehunterhaltung. Solche Filmbilder können rasch Realität werden. Jetzt gehören sie schon zur täglichen Nachrichtenlage. Diese Wochen zeigen, wie schnell Menschen ernsthaft erkranken können. Hatten wir nicht schon längst eine Patientenverfügung erstellen wollen? Sind die erzwungenen Ruhepausen hier und da nicht geradezu ideal, sich einmal in eine Situation zu versetzen, in der man nicht mehr selbst entscheiden kann? Der Hospizverein Wolfenbüttel informiert über seine Sprechstunde zum Thema "Patientenverfügung".
Dazu wäre eine behutsame Selbstbefragung nützlich: Was ist mir für mein Leben grundlegend wichtig? Wie würde ich mit Einschränkungen umgehen, wenn ich pflegebedürftig bin? Welches Mindestmaß an Selbstständigkeit ist für mich bedeutsam? Unter welchen Bedingungen wäre mein Leben nicht mehr lebenswert? Habe ich gern vertraute Menschen (Musik, Fotos, Bilder und Bücher) um mich, wenn es mir schlecht geht? Welche Rolle spielt Spiritualität oder Religion? Wo möchte ich am liebsten sterben (zu Hause, in einem Krankenhaus, einer Senioreneinrichtung, im Hospiz)? Welchen ärztlichen Maßnahmen würde ich aus heutiger Sicht zustimmen, welche würde ich ablehnen? Wer soll dafür sorgen, dass meine Vorstellungen umgesetzt werden?
Es fällt schwer, sich diesen Fragen zu stellen. Und noch schwerer ist es, Festlegungen zu treffen. Aber – will ich diese Entscheidungen anderen überlassen? Soll ich sie meinen Angehörigen zumuten – sie damit belasten?
Hier kann ein Gespräch mit dem Hospizverein helfen. Die geschulten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leiten dazu an, sich diesen Fragen zu stellen. Und dafür nehmen sich die Ehrenamtlichen viel Zeit. Es geht um wesentlich mehr als das Ankreuzen von Fragebögen.
„Gerade in dieser besonderen Zeit weisen wir nachdrücklich auf unsere Sprechstunde Patientenverfügung hin“, sagt Vorstandsmitglied Dagmar Ammon auf Nachfrage. „Dabei gehen wir gern auf die Kommunikationswünsche der Gesprächspartner ein. Wir können telefonieren, wir können uns aber auch unter Beachtung der Hygiene- und Abstandsregelungen in unserem Büro in der Dietrich-Bonhoeffer-Straße 1a treffen.“ Terminwünsche nimmt der Hospizverein montags in der Zeit von 16 bis 18 Uhr sowie dienstags bis donnerstags von 10 bis 12 Uhr unter 05331 9004146 entgegen.
Sterben in Zeiten von Corona? Hospizverein informiert über Patientenverfügung
Der Hospizverein verweist auf seine regelmäßig stattfindende Telefonsprechstunde.
Symbolbild: pixabay | Foto: pixabay
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