Umfrage der Handwerkskammer zeigt: Erholung im Handwerk setzt sich fort

Die Frühjahrsumfrage der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade zeigt aber auch zunehmende Kosten und Lieferprobleme.

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Region. Zwei Jahre nach dem coronabedingten Einbruch setzt sich die konjunkturelle Erholung im Handwerk weiter fort. Der Geschäftsklimaindex, den die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade aus ihrer aktuellen Frühjahrsumfrage ermittelt habe, erreicht 117 Punkte und liegt damit sieben Punkte über dem Vorjahreswert, berichtet die Handwerkskammer.


„Die Handwerksbetriebe beurteilen ihre aktuelle Geschäftslage besser als vor einem Jahr. Auch die Zukunftserwartungen bleiben angesichts der hohen Nachfrage nach Handwerksleistungen stabil“, sagt Eckhard Sudmeyer, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer. Trotz der zunehmenden Beschaffungsprobleme und Kostensteigerungen infolge des Krieges in der Ukraine zeige sich die Handwerkskonjunktur bislang robust.

Mehr als jeder zweite Handwerksbetrieb, nämlich 54 Prozent, beurteile die aktuelle Geschäftslage als gut. Weitere 31 Prozent der Befragten würden sich zufrieden zeigen. Eine Mehrheit von 53 Prozent erwarte, dass die Geschäftslage in den kommenden Monaten unverändert bleibt. 23 Prozent würden mit einer Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Situation rechnen, 24 Prozent gingen von einer Eintrübung der Geschäftslage aus.

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Zunehmende Kosten und Lieferprobleme


Die Umsatzentwicklung im Handwerk sei im ersten Quartal rückläufig gewesen. Ein Drittel (32 Prozent) der befragten Betriebe habe sinkende Umsatzzahlen verzeichnet, heißt es in der Mitteilung am Mittwoch. Nur 20 Prozent hätten Umsatzzuwächse gemeldet. Der Auftragsbestand habe leicht zugenommen, die Zahl der Beschäftigten blieb annähernd stabil. Der Fachkräftemangel habe sich hingegen verschärft: 38 Prozent der Betriebe melden offene Stellen. In der Vorjahresumfrage waren es noch 29 Prozent. Preissteigerungen bei Rohstoffen, Material, Vorprodukten und Energie treffen nahezu jeden Betrieb. 96 Prozent der Befragten geben höhere Einkaufspreise an. 67 Prozent sahen sich daher gezwungen, ihre Verkaufspreise anzuheben. „Die Nachfrage nach Handwerksleistungen wird weiter zunehmen. Die Lieferschwierigkeiten und Preissteigerungen auf den Beschaffungsmärkten sind aktuell jedoch eine enorme Herausforderung für unsere Betriebe“, sagt Sudmeyer und wirbt bei Kunden um Verständnis. Aufträge ließen sich immer schwerer kalkulieren, sie dürften am Ende nicht zu einem Minusgeschäft für die Betriebe werden.

55 Prozent der Handwerksbetriebe in der Region Braunschweig würden ihre Geschäftslage im ersten Quartal als gut beurteilen, weitere 30 Prozent als befriedigend. Für die kommenden Monate erwarten 21 Prozent eine Verbesserung der Geschäftslage, 58 Prozent gehen von einer stabilen Entwicklung aus. 21 Prozent erwarten eine schlechtere Geschäftslage. Der Geschäftsklimaindex liegt mit aktuell 118 Punkten um acht Punkte über dem Vorjahreswert von 110 Punkten.

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Beste Entwicklung im Ausbauhandwerk


Im Branchenvergleich ist der Geschäftsklimaindex im Ausbauhandwerk derzeit mit 129 Punkten am höchsten (plus drei Punkte gegenüber dem Vorjahr). Im Bauhauptgewerbe geht der Geschäftsklimaindex hingegen um acht Punkte auf 114 Punkte zurück, was vor allem an den schlechteren Erwartungen für die Zukunft liegt. In den Handwerken für den gewerblichen Bedarf, die oftmals als Zulieferer für die Industrie tätig sind, werden 115 Punkte erreicht (plus fünf Punkte). In den Gesundheitshandwerken verbessert sich das Geschäftsklima um 25 Punkte und erreicht ebenfalls 115 Punkte. Eine deutliche Aufhellung um 36 auf 99 Punkte gibt es auch im Nahrungsmittelhandwerk. Eine Eintrübung des Geschäftsklimas verzeichnet hingegen das Kraftfahrzeughandwerk. Nach 100 Punkten im Vorjahr werden aktuell nur noch 91 Punkte gemessen. In Dienstleistungshandwerken wie den Friseur- oder Kosmetikbetrieben zieht der Geschäftsklimaindex am deutlichsten an: Nach 46 Punkten im Corona-geprägten Vorjahresquartal werden inzwischen 88 Punkte erreicht.


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