Unfaire Gebühren beim Handyparken? Ein Anbieter verzichtet darauf

Wer in Wolfenbüttel seine Parkgebühr mit dem Handy zahlt, läuft Gefahr, mehr Geld auszugeben, als er tatsächlich muss. Unfair, finden BuW und FDP. Doch es gibt bereits eine Lösung.

von Werner Heise


In Wolfenbüttel kann man dank Handyparken seinen Parkschein digital lösen.
In Wolfenbüttel kann man dank Handyparken seinen Parkschein digital lösen. Foto: Montage regionalHeute.de

Wolfenbüttel. Wer in der Wolfenbütteler Innenstadt parken will, der braucht werktags dafür in der Regel einen Parkschein. Seit September 2021 muss man dafür jedoch kein Kleingeld mehr mit sich führen, sondern kann die Parkgebühr auch per Giro- oder Kreditkarte sowie digital mit dem Smartphone bezahlen. In letzterem Fall zahlt man aber ordentlich drauf, wenn man nicht aufpasst.


Im Gegensatz zu anderen Städten gibt Wolfenbüttel den Autofahrenden keinen einzelnen Anbieter einer App für das sogenannte "Handyparken" vor, sondern bietet Zugang zu derzeit gleich sieben unterschiedlichen Park-Apps. Im besten Falle entfällt für Besucher der Lessingstadt somit die lästige Neuinstallation und Registrierung, weil man bereits seine aus einer anderen Stadt vorhandene App auch hier benutzen kann.


Zusatzgebühren mit drastischen Unterschieden


Doch wer bei der Auswahl des App-Anbieters nicht aufpasst, der zahlt bei den Parkgebühren ganz schön drauf. So erheben diese für ihren Service nämlich eine Gebühr, die zusätzlich zu den von der Stadt Wolfenbüttel erhobenen Parkgebühren gezahlt werden muss. Wie hoch diese ausfällt, ist je nach Anbieter unterschiedlich. So zahlt man bei ParkNow beispielsweise 29 Cent pro Parkvorgang extra und bei PayByPhone gleich 49 Cent. Bei Mobilet hingegen sind es nur 10 Cent, wohingegen Easypark gerne 15 Prozent der Parkgebühren hätte, mindestens jedoch 20 Cent.

Doch es gibt sogar einen Anbieter, der gänzlich auf eine Servicegebühr verzichtet. Das erfuhren Wolfenbüttels Kommunalpolitiker im jüngsten Ausschuss für Bau, Stadtentwicklung und Umwelt. Hier wurde nämlich über einen Antrag der Ratsgruppe BuW/FDP beraten, der vorsieht, per Smartphone Zahlende den Nutzern der traditionellen Parkscheinautomaten gleichzustellen und die Servicegebühren vonseiten der Stadt zu übernehmen. Wer am Parkscheinautomaten zahle, müsse ja schließlich auch keine zusätzliche Gebühr für deren Strom, Papier und Leerung entrichten. So die Argumentation von BuW/FDP, der weder die anderen Parteien, noch die Stadtverwaltung folgte. Doch in der Debatte erfuhr man, dass es ja sogar bereits einen unter den sieben Anbietern gibt, bei dem man keine Extragebühr zahlen muss.

Handyparken ohne Extra-Kosten


Es handelt sich um den in Schweden gegründeten Park-App-Anbieter "Parkster". Und dabei muss man hier noch nicht einmal große Abstriche beim Service machen. Die zuvor gewählte Parkzeit lässt sich ebenso wie bei den anderen Anbietern über das Smartphone im laufenden Parkvorgang verkürzen oder verlängern. Gezahlt wird auf Rechnung oder per Kreditkarte. Wer darüber hinaus mehr Serviceleistungen möchte, kann diese kostenpflichtig hinzubuchen. "Parkster ist überzeugt: Digitales Parken darf nicht teurer sein als der gedruckte Parkschein aus dem Automaten", erklärt Parkster Geschäftsführer Patrik Lundberg gegenüber regionalHeute.de. Eine im Auftrag von Parkster durchgeführte YouGov-Umfrage habe ergeben, dass 80 Prozent der Autofahrer nicht bereit sind, Zusatzgebühren für das Parken mit dem Smartphone zu bezahlen. Eine Servicegebühr für digitales Parken sei bei Parkster daher auch zukünftig nicht vorgesehen, versichert Lundberg gegenüber unserer Online-Zeitung.

Seit Jahresbeginn bis einschließlich November wurden in Wolfenbüttel mit der Parkster App rund 3.700 digitale Parkscheine gelöst.


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