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Wenn das geliebte Haustier verschwindet: So finden Bello und Felix wieder heim

39.000 Hunde und 77.000 Katzen wurden alleine im vergangenen Jahr vermisst - In unserer Region waren es über 220 Tiere.

von Anke Donner


In der dunklen Jahreszeit sind entlaufene Tiere schwer zu finden.
In der dunklen Jahreszeit sind entlaufene Tiere schwer zu finden. Foto: TASSO e.V.

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24.10.2020

Region. Etwa 39.000 bei TASSO registrierte Hunde und 77.000 Katzen wurden alleine im Jahr 2019 vermisst - davon 73 Hunde und 148 Katzen in der Region Braunschweig. Insgesamt sind in diesem Bereich 9.887 Hunde und 6.137 Katzen bei TASSO registriert worden, daher konnten viele der Vierbeiner auch wieder an ihre Besitzer übergeben werden.



"Im vergangen Jahr konnten wir bei TASSO rund 72 Hunde und 119 Katzen wieder zu ihren Haltern zurückvermitteln. Doch nicht alle Hunde und Katzen sind auch im Jahr 2019 entlaufen. Manche wurden von ihren Haltern bereits im Vorjahr als vermisst gemeldet, andere waren sogar mehrere Jahre verschwunden, bevor sie gefunden wurden und zu ihren glücklichen Familien zurückkehren konnten", sagt Sonja Slezacek von der TASSO-Pressestelle gegenüber regionalHeute.de.

Besonders die nun bevorstehende Zeitumstellung und der Beginn der dunklen Jahreszeit führe laut der Tierschutzorganisation TASSO e.V dazu, dass entlaufene Vierbeiner nur schwer wiederzufinden sind. Die typischen dichten Nebelfelder am Morgen oder die früh eintretende Abenddämmerung reichen aus, um das eigene Tier innerhalb von Sekunden aus den Augen zu verlieren. Zudem sei die Sorge, dass sich der tierische Gefährte im Herbst und Winter unterkühlt, nicht unberechtigt. Was zu tun ist, wenn ausgerechnet jetzt der Alptraum eines jeden Hunde- und Katzenhalters eintritt und das geliebte Haustier verschwindet, erklärt TASSO e.V und gibt wichtige Tipps für die Suche.

Registrierung kann helfen


Der Hund entläuft bei der täglichen Gassirunde, weil er sich plötzlich erschreckt oder eine verlockende Fährte verfolgt, die Wohnungskatze entwischt in einem unachtsamen Augenblick durch das geöffnete Fenster – gänzlich verhindern lassen sich solche Situationen leider nicht. Deswegen sollte jeder Tierhalter wissen, was im Notfall zu tun ist. Der erste präventive Schritt – noch bevor das Haustier entläuft – ist die Registrierung des Tieres bei TASSO. Durch den Eintrag in der TASSO-Datenbank ist eine eindeutige Zuordnung zum Halter möglich. Nur so besteht die Chance, dass Hund und Katze wieder mit ihrem Menschen zusammengebracht werden.

Wenn der Ernstfall erst einmal eingetreten ist, dann lautet die oberste Regel: Ruhe bewahren und den tierischen Gefährten bei TASSO als entlaufen melden. Panisches Hinterherrennen und lautes Rufen verleiten das Tier nur noch mehr dazu, das Weite zu suchen. Die Mitarbeiter in der TASSO-Notrufzentrale unterstützen jeden verzweifelten Tierhalter rund um die Uhr. „Wir nehmen die Vermisstenmeldungen auf und senden Tierhaltern schnell Suchplakate zu. Durch die Erfahrungen der vergangenen Jahre, haben wir Strategien entwickelt, die bei der Suche nach einem verschwundenen Tier helfen können“, erklärt Heike Wempen-Dany, Leiterin der TASSO-Notrufzentrale.

Tipps für die Suche nach dem Hund


Wenn der Vierbeiner auf einer Spazierrunde entlaufen ist, informieren Tierhalter am besten direkt eine vertraute Person, die nachsehen kann, ob der Hund nicht bereits heimgekehrt ist. Zudem sollten Hundehalter genau an der Stelle bleiben, wo der Hund entlaufen ist, denn oft kommen die Tiere nach einiger Zeit wieder zurück. In der Zwischenzeit ist es sinnvoll, auch die örtliche Polizei über die Nummer der lokalen Dienststelle zu verständigen.


Wer sich selbst vom Ort des Entlaufens aus auf die Suche begibt, sollte sternenförmig die Umgebung absuchen und immer wieder zum Ausgangspunkt zurückkehren, bevor die nächste Richtung eingeschlagen wird. So kann der Hund später einer eindeutigen Geruchsspur folgen. Gefährliche Orte wie beispielsweise Autobahnen sollten bei der Suche gemieden werden, da sonst der Hund diese Spur aufnehmen könnte. Wenn der Tierhalter nach einiger Zeit die Suche am Ort des Entlaufens aufgibt, ist es ratsam, ein Kleidungsstück – zum Beispiel eine Socke – zurückzulassen. Falls der Hund doch noch zurückkehrt, wird ihn der vertraute Geruch in der Nähe halten.

Tipps für die Suche nach der Katze


Wenn die Wohnungskatze aus den eigenen vier Wänden entwischt oder die Freigängerkatze zur üblichen Zeit nicht nach Hause kommt, dann sollten Tierhalter bedachtsam auf die Suche zu gehen. Ein Rascheln mit der Leckerli-Dose kann eine Katze beispielsweise hervorlocken. Auch unter Büsche, Autos, auf Bäume oder in die kleinsten Schlupfwinkel sollte man einen Blick werfen, denn wenn die Katze aus Angst entlaufen ist, bietet ihr jede noch so kleine Lücke Schutz. Ein wichtiges Hilfsmittel bei der Suche ist zudem eine Taschenlampe, die auch tagsüber das Licht in den Augen der Katze reflektiert.

Katzenhalter sollten bei ihrer Suche auf jeden Fall auch die Nachbarn einbeziehen. Vielleicht waren kürzlich Handwerker zu Gange, die die Türen ihrer Fahrzeuge haben offen stehen lassen. Vielleicht wurde die Katze auch versehentlich im Keller oder in der Garage eingesperrt. Es ist ebenso empfehlenswert, für die Katze draußen einen geschützten Platz einzurichten. Ein Kleidungsstück, das nach dem vertrauten Menschen riecht, kann dabei helfen, die Katze anzulocken. Weiterhin können Tierhalter eine Spur mit benutzter Katzenstreu legen. Im Idealfall erkennt das Tier seinen eigenen Duft und folgt diesem.

Hund und Katze wurden gesichtet – was ist zu tun?


Wenn das gesuchte Tier gesichtet wird, ist Geduld gefragt. Der tierische Begleiter befindet sich in einer Ausnahmesituation und reagiert möglicherweise nicht wie gewohnt. Hektische Bewegungen und laute Geräusche könnten ihn wieder vertreiben. TASSO rät daher, sich betont gelassen zu verhalten und sich hinzuknien oder hinzusetzten, um Hund oder Katze zu sich zu locken.


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