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Winterruhe soll am 23. Februar enden - Lockerungen aber fraglich



Winterruhe soll am 23. Februar enden - Lockerungen aber fraglich

Das Stufensystem soll mit der neuen Fassung der Corona-Verordnung angepasst werden. Doch für die kommenden zwei Wochen erwartet die Landesregierung einen weiteren Anstieg der Fallzahlen.

von Alexander Dontscheff


Symbolbild
Symbolbild Foto: pixabay

Niedersachsen. Seit Ende Dezember ist das Stufensystem der niedersächsischen Corona-Verordnung ausgehebelt. Durch die Weihnachts- und später Winterruhe wurden die Maßnahmen der Warnstufe 3 unabhängig von den aktuellen Infektionswerten und Krankenhausbelegungen festgelegt. Dieser Zustand soll nun mit der nächsten Anpassung der Verordnung am 23. Februar enden. Das teilten Heiger Scholz, Leiter des Corona-Krisenstabes der Landesregierung, und Anke Pörksen, Sprecherin der Staatskanzlei, am heutigen Dienstag im Rahmen einer Pressekonferenz mit. Doch ob dies wirklich zu Lockerungen führt, ist fraglich.



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Nach dem aktuellen Stufensystem würden alle Städte und Landkreise mit einer Inzidenz über 350 (das sind in unserer Region und auch in ganz Niedersachsen alle) als Hotspots gelten, in denen automatisch Warnstufe 3 gilt. Ob diese Regelung in der neuen Verordnung erhalten bleibt, ist angesichts von Omikron und seiner seltenen schweren Verläufe unwahrscheinlich. Doch auch die Hospitalisierungsinzidenz hat heute mit 11,1 den fünften Tag (und den vierten Werktag) in Folge die Grenze zu Warnstufe 3 überschritten. Ein Sinken des Wertes gilt als unwahrscheinlich. Im Gegenteil: Laut Heiger Scholz rechne man in der Landesregierung mit einem Anstieg in den nächsten zwei Wochen auf einen Wert von 17. Damit ist der Leitfaktor des Warnsystems vorerst im "roten Bereich". Regierungssprecherin Anke Pörksen kündigte zwar an, dass man das Stufensystem zur kommenden Verordnungsnovelle anpassen und insbesondere die Grenzen der Neuinfektionszahlen auf die Omikronvariante anpassen wolle, doch inwieweit dann tatsächlich Städte und Landkreise aus der Stufe 3 fallen, bleibt abzuwarten.

Lage auf den Intensivstationen beherrschbar


Auf den Intensivstationen sehe die Lage deutlich entspannter aus, berichtet Heiger Scholz. Der Anteil der Corona-Patienten betrage hier heute 5,9 Prozent. Den vierten Tag (und den dritten Werktag) in Folge liegt der Wert über der Grenze zu Warnstufe 1. Konkret lägen 136 Erwachsene und zwei Kinder auf niedersächsischen Intensivstationen. 80 Erwachsene und die beiden Kinder müssten beatmet werden. Man rechne in den nächsten Wochen mit bis zu 300 Personen auf den Intensivstationen. Das sei aber keine Situation, die nicht beherrschbar sei, so Scholz. Insgesamt könne man wohl feststellen, dass Omikron nicht zu einem nennenswerten Anstieg der schweren Verläufe führe. Dabei stellte der Krisenstabsleiter aber klar, dass "schwere Verläufe" in der Regel Beatmung bedeuteten. Auch mit 39 Grad Fieber im Bett zu liegen sei sicher kein erstrebenswerter Zustand.


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