Wolfenbüttel. Eine qualitativ hochwertige Versorgung, Kompetenz und Erfahrung bei der operativen und konservativen Behandlung von Wirbelsäulenverletzungen und Wirbelsäulenerkrankungen – all das wurde dem Team des Städtischen Klinikums Wolfenbüttel jetzt von der Deutschen Wirbelsäulengesellschaft (DWG) bestätigt. Als erstes Krankenhaus in der Region Süd-Ost-Niedersachsen wurde die Klinik für orthopädische Chirurgie, Sporttraumatologie und Unfallchirurgie als „Wirbelsäuleneinrichtung der DWG“ zertifiziert. Dies teilt das Klinikum in einer Pressemitteilung mit.
„Wir wollten unsere bereits sehr guten Behandlungs- und Operationsabläufe optimieren und strukturieren. Die erfolgreiche Zertifizierung zeigt, dass uns das eindrucksvoll gelungen ist“, bilanziert Dr. Thomas J. Hockertz, Chefarzt der jetzt zertifizierten Klinik.
Verschleißerkrankungen und Verletzungen schwerpunktmäßig zertifiziert
„Wir behandeln grundsätzlich das gesamte Spektrum der Wirbelsäulenerkrankungen“, erklärt Dr. Martin Willmann, Oberarzt und Facharzt für Neurochirurgie am Städtischen Klinikum. Schwerpunktmäßig zertifiziert wurde die Wirbelsäuleneinrichtung für die Behandlung von degenerativen Erkrankungen, sogenannten Verschleißerkrankungen, wie Bandscheibenvorfällen, Spinalkanalstenosen und anderen Deformitäten sowie Verletzungen. Hier stünde vor allem die zunehmende Anzahl der osteoporotischen Frakturen im Vordergrund.
„Im Unterschied zu den meisten anderen Kliniken arbeiten hier im Haus Unfall- und Neurochirurgen sowie Orthopäden, also verschiedene Fachabteilungen, in einer Abteilung zusammen“, so Willmann. Dies bringe den großen Vorteil mit sich, dass jeder Patient vom interdisziplinären Austausch und der Behandlung direkt vor Ort profitiere. „Jeder fachspezifische Bereich bringt einen anderen Blickwinkel und entsprechende Expertise ein“, erläutert der Neurochirurg. Zum Team gehören neben den Operateuren unter anderem auch spezialisierte Pflege- und Hygienefachkräfte sowie Physio- und Schmerztherapeuten.
Konservative Behandlung stets im Vordergrund
„Insbesondere von der engen Verzahnung der Wirbelsäulenchirurgie und der Schmerztherapie, die ein äußerst breites stationäres wie ambulantes Behandlungsspektrum bietet, profitieren unsere Patienten“, erklärt Willmann. Dies spiele nicht nur nach einer Operation, sondern auch im Falle einer konservativen Behandlung eine entscheidende Rolle: „Eine konservative Behandlung steht grundsätzlich im Vordergrund. Nur wenn das Ziel der Behandlung nicht konservativ erreicht werden kann, wird operiert“, so Willmann.
„Wir arbeiten standardmäßig mit Operationsmikroskop sowie Wirbelsäulennavigation und nutzen eine intraoperative 3D-Bildgebung“, gibt der Oberarzt einen Einblick in die apparative Ausstattung. Letztere trägt bei Operationen dazu bei, Implantate und Schrauben präzise zu platzieren, Knochenfragmente optimal zu repositionieren sowie Komplikationen und mögliche Revisionseingriffe zu vermeiden.
Rund 400 operative und 500 konservative Fälle in 2025
Für eine erfolgreiche Zertifizierung war auch das Erreichen bestimmter Fallzahlen erforderlich. So wurden im Jahr 2025 insgesamt rund 400 operative und 500 konservative Fälle in der Wirbelsäuleneinrichtung behandelt. Hinzu kamen rund 300 Infiltrationen an der Wirbelsäule. Dabei handelt es sich um gezielte Injektionen von schmerz- und entzündungshemmenden Medikamenten.
„Die Vergabe eines Zertifikats der DWG ist an strenge Bedingungen geknüpft, die unser Team bravourös erfüllt hat. Für die Bürgerinnen und Bürger unserer Region ist die bestmögliche Behandlung im Falle einer Wirbelsäulenerkrankung gesichert“, freut sich Axel Burghardt, Geschäftsführer des Klinikums. Man gehöre nun zu den lediglich neun von der DWG zertifizierten Zentren und Einrichtungen in ganz Niedersachsen. „Mit der Zertifizierung schließen wir eine Lücke zwischen den Zentren in Göttingen, Oldenburg und Osnabrück in Niedersachsen sowie Magdeburg, Halle und Dessau in Sachsen-Anhalt“, so der Geschäftsführer.

