Zweitbestes Ergebnis der Geschichte: Museum Wolfenbüttel zieht Bilanz

Zu den Besuchermagneten zählten im vergangenen Jahr im Schloss Museum die Sonderausstellungen „Residenzwechsel – zwei Museen, eine Ausstellung“ und „Das Holländische Service im Schloss Museum Wolfenbüttel“.

Dr. Sandra Donner, Leiterin des Museums Wolfenbüttel, und Markus Gröchtemeier, stellvertretender Museumsleiter, präsentierten 2025 den hochwertigen Katalog „Das Holländische Service im Schloss Museum Wolfenbüttel“.
Dr. Sandra Donner, Leiterin des Museums Wolfenbüttel, und Markus Gröchtemeier, stellvertretender Museumsleiter, präsentierten 2025 den hochwertigen Katalog „Das Holländische Service im Schloss Museum Wolfenbüttel“. | Foto: Andreas Greiner-Napp / Museum Wolfenbüttel

Wolfenbüttel. Das Museum Wolfenbüttel zieht für 2025 eine mehr als positive Bilanz und blickt auf das zweitbeste Besucherergebnis in seiner mehr als hundertjährigen Geschichte zurück. Fast 24.000 Besucherinnen und Besucher strömten in das Schloss Museum und in das Bürger Museum, um die Dauer- und Sonderausstellungen zu sehen oder an Veranstaltungen teilzunehmen. Das berichtet die Stadt Wolfenbüttel in einer Pressemitteilung.



Zu den Besuchermagneten zählten im vergangenen Jahr im Schloss Museum die Sonderausstellungen „Residenzwechsel – zwei Museen, eine Ausstellung“ und „Das Holländische Service im Schloss Museum Wolfenbüttel“. Aber auch die Dauerausstellung mit seinen original erhaltenen barocken Staats- und Privatgemächern, die noch heute vom Glanz und der Pracht des höfischen Lebens in der ehemaligen Welfenresidenz zeugen, zogen Menschen aus der ganzen Welt in ihren Bann, berichtet das Museum.

Interesse an Zeit des Barocks


„Die Ausstellung ‚Residenzwechsel‘ hat mit ihren hohen Besucherzahlen einmal mehr gezeigt, wie unbeirrt groß das Interesse der Menschen an der Zeit des Barocks ist. Ein derartiger Erfolg der Ausstellung war vorher nicht unbedingt abzusehen, umso mehr freut es uns, dass die Schau über den Umzug der Residenz von Wolfenbüttel nach Braunschweig Mitte des 18. Jahrhunderts so gut angenommen wurde. Auch die Dauerausstellung mit den originalen herzoglichen Räumen erfreut sich als authentischer Ort ungebrochen sehr großer Beliebtheit“, sagte Dr. Sandra Donner, Leiterin des Museums Wolfenbüttel.

Die Sonderausstellung „Das Holländische Service im Schloss Museum Wolfenbüttel“ zeigte alle 185 Teile des Fürstenberger Porzellans, ein Kulturgut von nationaler Bedeutung.
Die Sonderausstellung „Das Holländische Service im Schloss Museum Wolfenbüttel“ zeigte alle 185 Teile des Fürstenberger Porzellans, ein Kulturgut von nationaler Bedeutung. Foto: Andreas Greiner-Napp / Museum Wolfenbüttel


Nach dem Ankauf des Holländischen Service mit Hilfe nationaler und regionaler Stiftungen 2024 sei das Museum Wolfenbüttel noch einmal um eine große museale Attraktion reicher geworden, betont Dr. Donner. In der zweiten Jahreshälfte 2026 soll das einmalige Tafelservice aus der Porzellanmanufaktur Fürstenberg, das 1773 von einem unbekannten Käufer in den Niederlanden in Auftrag gegeben wurde und das ein Kulturgut von nationaler Bedeutung ist, nach Umbaumaßnahmen einen festen Platz in der Dauerausstellung des Schloss Museums erhalten. Ende 2025 erschien auch der prachtvolle, 186 Seiten umfassende Katalog mit dem Titel „Das Holländische Service im Schloss Museum Wolfenbüttel“ (Preis: 25 Euro).

Bürger Museum: wachsende Beliebtheit


Im Bürger Museum, das die Stadtgeschichte Wolfenbüttel in den vergangenen 500 Jahren zeigt, waren die Sonderausstellungen „‘denen mitzuwirken versagt war …‘ Ostdeutsche Demokraten in der frühen Nachkriegszeit“ (eine Ausstellung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur) und „80 Jahre Kriegsende und Befreiung vom Nationalsozialismus in Wolfenbüttel“ zu sehen. Im Bürger Museum konnte die Zahl der Besucherinnen und Besucher im Vergleich zu den Vorjahren noch einmal gesteigert werden.

Film und VR-Brille: Die neue Medienstation zur früheren Wolfenbütteler Synagoge im Bürger Museum Wolfenbüttel.
Film und VR-Brille: Die neue Medienstation zur früheren Wolfenbütteler Synagoge im Bürger Museum Wolfenbüttel. Foto: Andreas Greiner-Napp / Museum Wolfenbüttel


„Die Sonderausstellungen auf der Empore des Bürger Museums werden von den Besucherinnen und Besuchern sehr gut angenommen und haben sich genauso wie die partizipativen Kabinettausstellungen im Bürger Archiv als Formate etabliert. Ein Leuchtturmprojekt des Jahres 2025 war gemeinsam mit der TU Darmstadt die bauhistorische Rekonstruktion der von den Nationalsozialisten im November 1938 zerstörten Wolfenbütteler Synagoge, die nun mit Hilfe einer Virtual Reality-Brille und eines Films im Museum erlebbar ist“, erklärte Markus Gröchtemeier, stellvertretender Leiter des Museums Wolfenbüttel.

Über 360 Veranstaltungen


Insgesamt 367 Einzelveranstaltungen in Form von Vorträgen, Führungen, Kindergeburtstagen, Kindergartenführungen, Schulklassenbesuche und Workshops fanden 2025 in den beiden Museen statt. Fast 4.000 Kinder und Jugendliche besuchten im vergangenen Jahr auch wegen des noch einmal erweiterten museumspädagogischen Angebots, darunter die Museums AG und das inklusive Projekt mit der Peter-Räuber-Schule, das Schloss Museum und das Bürger Museum. Erstmalig fand anlässlich eines Fotoprojektes der AG-Schülerinnen und -Schüler des Gymnasiums im Schloss (5. und 6. Klasse) auch eine Ausstellung im Internet statt.

Ausblick auf das Jahr 2026


In 2026 wird es im Schloss Museum Wolfenbüttel eine Sonderausstellung zu den Ausgrabungen an der Hauptkirche und zum Leben der Menschen zwischen circa 1650 und 1750 geben, seit Mitte Januar ist im Bürger Museum anlässlich des Themas 35 Jahre Wiedervereinigung die von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung des SED-Unrechts und durch die Kuratorin Clara Marz erstellte Ausstellung „Frauen im geteilten Deutschland“ zu sehen.

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