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Wolfenbütteler fährt nach Köln: "DSDS" suchte in Braunschweig Talente

von Christina Balder



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21.08.2014


Braunschweig/Wolfenbüttel. Kein neues Apple-Produkt, keine neue Donut-Filiale. Der Grund, wofür sich auf dem Braunschweiger Altstadtmarkt junge Leute die Beine in den Bauch stehen, ist eindeutig erkennbar. Riesig und blau prangt das Logo der mittlerweile schon fast traditionell zu nennenden Castingshow auf dem Truck: Deutschland sucht wieder einmal den Superstar. Am Donnerstagnachmittag haben Sänger aus der ganzen Region ihr Glück mit "DSDS" versucht. Mal zum ersten, mal zum zweiten Mal, und mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Mit Centian Gashi hat es auch ein Wolfenbütteler eine Runde weiter geschafft.



Zeynep ist aus Hannover gekommen, um es noch mal zu versuchen. Jawohl, noch mal. Die 18-Jährige hat im vergangenen Jahr schon den Sprung in die zweite Castingrunde geschafft - doch dann starb ihr Vater, sie konnte und wollte nicht weitermachen. "Ich hoffe, dass es dieses Jahr klappt", sagt sie. Sie geht mit Songs von Whitney Houston und Christina Aguilera ins Rennen - ihr Erfolgsrezept. "Letztes Mal bin ich mit 'One Moment in Time' weitergekommen", sagt Zeynep. Sie erhofft sich Vorteile von ihren Sprachkenntnissen. "Pietro Lombardi kann ja nicht so gut Englisch, damit kann man seine Chancen dann gar nicht so nutzen", sagt sie. Sie selbst spreche Türkisch und Englisch und lerne gerade Spanisch - "damit kann man schon was anfangen, glaube ich."



Die Braunschweigerin Sabrina Henze hat es trotz zuversichtlicher Begleitung leider nicht geschafft. "Wir haben immer gesagt, sie soll hin", erzählt ihre Mutter. Nun hat die 25-Jährige es gewagt - und hat den Casting-Wagen mit einem Schulterzucken verlassen. "War nix", sagt sie. Aber enttäuscht ist sie nicht. "Die waren schon cool und haben mir gute Tipps gegeben", erzählt Sabrina. "Und sie haben gesagt, die Stimme wäre schon gut, aber ich soll noch lernen, mit ihr umzugehen und nächstes Mal wiederkommen."

Centian Gashi aus Wolfenbüttel ist schon Wiederholungstäter. Der heute 17-Jährige war



vor zwei Jahren schon dabei, doch mit erst 15 noch ein Jahr zu jung. "Er guckt DSDS schon, seit er klein ist, und seit acht Jahren singt er selbst", erzählt seine Mutter. Bei einem Wettbewerb im Wolfenbütteler Jugendfreizeitzentrum hat er schon mal den ersten Platz ersungen. Trotz seiner Bühnenerfahrung: "Ich war super aufgeregt", sagt Centian hinterher. Er hat gesungen und getanzt - als er das seiner Familie erzählt, sind alle erleichtert: "Ach, du hast einen Salto gemacht? Deswegen hat der Wagen so gewackelt! Wir dachten, du wärest hingefallen!" Centians Körpereinsatz hat sich jedenfalls gelohnt. Er darf Anfang September nach Köln zum nächsten Vorcasting. Wenn er das auch noch schafft, darf er endlich vor die richtige Jury um Dieter Bohlen. "Da freue ich mich richtig drauf", sagt er. Er wäre jedenfalls nicht traurig, wenn er seine Wartezeit bis zum Ausbildungsbeginn im nächsten Sommer mit DSDS überbrücken könnte.



Aus Bad Harzburg angereist ist Kayhan Erdogan. Der 21-Jährige ist eine Ausnahme mit seinem musikalischen Repertoire zwischen all den R'n'B-Sängern. Er hat seine Gitarre mitgebracht und spielt Rock, Grunge und Pop von Alice in Chains, Pearl Jam und REM. Auch Kayhan versucht es erneut. In der vergangenen Staffel ist er an zwei Nein-Stimmen von Dieter Bohlen und Marianne Rosenberg gescheitert. Wenn das dieses Mal wieder passiert, nimmt er das hin. Er denkt sogar darüber nach, von selbst zu gehen, wenn man ihm einen Stil aufdrücken will. "Letztes Mal wollten die mir meine Lieder verbieten. Wenn sie das jetzt auch machen, höre ich von alleine auf. Ich singe doch nicht 'Wrecking Ball'!" Sein Freund Marcel Gabriel hat Kayhan begleitet und unterstützt ihn. Auch Marcel hat Casting-Erfahrung, will aber nicht selbst mitmachen. "Ich weiß, wie es ist, wenn man den Boden unter den Füßen verliert", sagt er. Er hat es bei der Show "The Voice of Germany" bis in die Live-Shows geschafft. "Irgendwann wird der Druck zu groß, man ist der Öffentlichkeit ausgeliefert", erzählt er. Man müsse auch sehen, was man verliert.


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