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Wolfenbüttels Radelstars-Zwischenbilanz: "Feucht bis heiter"



Wolfenbüttel

Wolfenbüttels Radelstars-Zwischenbilanz: "Feucht bis heiter"


Verzichtet drei Wochen auf ihr Auto:  Dr. Dagmar Meyer. Foto: Stadt Wolfenbüttel
Verzichtet drei Wochen auf ihr Auto: Dr. Dagmar Meyer. Foto: Stadt Wolfenbüttel

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Wolfenbüttel. Unter dem Motto „rauf aufs Rad. Rein in die Region“ findet am Sonntag, 5. Juni 2016 das regionale Rad-Event „Sattelfest“ im Rahmen der noch bis 11. Juni laufenden Aktion STADTRADELN statt. Am vergangenen Mittwoch konnten die beiden Wolfenbütteler Radelstars Dr. Dagmar Meyer und Dr. Michael Haas bereits ihr Bergfest auf dem Sattel feiern.

Seit eineinhalb Wochen hatten beide da völlig auf ihr Auto verzichtet und waren nur mit dem Rad unterwegs. Ihre Bilanz: "Bis zum heutigen Mittwoch konnte ich durchaus ein positives Fazit aus den ersten zehn Tagen der totalen Auto-Abstinenz ziehen. Bisher spielte das Wetter weitgehend mit und die beruflich bedingten Fahrten beschränkten sich auf Fahrten nach Braunschweig - völlig problemlos mit dem Rad erreichbar“, so Ostfalia-Professorin Dr. Dagmar Meyer. Selbst in ihrer Freizeit sammelte sie fleißig Kilometer für das Ostfalia-Team. Insgesamt standen bei ihr schon 553 Kilometer zu Buche. „Am vergangenen Wochenende bewältigte ich einen Teil der Anfahrt zu einer privaten Feier in der Oberpfalz mit dem Rad. Ich durchradelte das Vogtland und Hochfranken. Die Tour war aufgrund der sehr hügeligen Landschaft und der zahlreichen absolvierten Höhenmeter anstrengend, aber auch sehr schön“, erzählt sie von ihren Erlebnissen. Dann kam aber der Mittwoch als bisheriger Tiefpunkt ihrer Motivation: „Morgens quälte ich mich durch den Starkregen zum Stadtmarkt, mittags musste ich dann zu einem Termin nach Gifhorn, da dieser mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht vernünftig erreichbar war. Bei Starkregen sind insgesamt 95 Kilometer an einem Tag mit beruflichen Terminen und somit auch mit Gepäck am Rad (berufstaugliche Wechselkleidung, Handtuch, Unterlagen) wirklich kein Vergnügen. Ich frage mich, ob die Regularien für Radelstars derart rigoros sein müssen. Im Berufsleben besteht einfach hin und wieder die Notwendigkeit, Termine wahrzunehmen, die sich mit öffentlichen Verkehrsmitteln in dieser Region nicht realisieren lassen. In den großen Städten wie München, Stuttgart oder Berlin sind die Bedingungen weitaus günstiger, aber hier? Tage wie dieser sind der Grund dafür, dass ich trotz meiner Affinität zum Fahrrad ein kleines Auto besitze und gelegentlich auch fahre."



Radelstar Haas. Foto privat Foto:



Auch Wolfenbüttels zweiter Radelstar, Ostfalia-Professor Dr. Michael Haas, hätte gerne einmal sein Auto genutzt. „Wäre ich nicht ein Radelstar, hätte ich mein Auto benutzt, um meine Frau morgens zum Busbahnhof Braunschweig zu bringen, von wo sie zu einer Kulturtagesfahrt nach Berlin startete, und um sie abends wieder abzuholen. Da das aber nicht sein sollte, nahm sie ihr Faltrad, dass sie im Bus verstauen konnte und ich begleitete sie auf dem Hin- und Rückweg. Auch das geht also ohne Auto, wenn man will,“ so Haas. In den Tagen seit Beginn der Aktion STADTRADELN habe er, indem er alle seine Alltagsfahrten per Rad unternahm, kein anderes Mobilitätsverhalten an den Tag gelegt, als sonst auch. „Ich benutze für meine Fahrten zu meinem Arbeitsplatz an der Ostfalia und für Einkäufe, die ich mit meinen Wegen zu oder von meiner Arbeit kombiniere, bis auf seltene Ausnahme ganzjährig das Fahrrad“, sagt er. Häufiger als sonst sei er aber dank der Aktion mit seiner Frau nach Feierabend rund um Wolfenbüttel geradelt. „Sie nimmt übrigens im Team ‚Kreuz und Quer’ auch am STADTRADELN teil und hat mich inzwischen in der Kilometer-Abrechnung überrundet.“


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