Wolfsburg. Die Notfallversorgung in Wolfsburg wird künftig noch stärker an einem Ort gebündelt: Mit einem Anbau an der Zentralen Notaufnahme (ZNA) hat das Klinikum Wolfsburg wichtige Voraussetzungen für eine moderne und zukunftsorientierte Patientenversorgung geschaffen. So heißt es in einer Pressemitteilung des Klinikums Wolfsburg.
Durch die zusätzlichen Praxisräume arbeiten die ZNA, die hausärztliche Kooperationspraxis der MVZ WOB gGmbH sowie der Ärztliche Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) künftig Tür an Tür. Für Patientinnen und Patienten bedeutet dies vor allem eine schnellere Orientierung und eine gezieltere Steuerung in die jeweils passende Versorgungsebene.
"Leistungsfähige Gesundheitsversorgung"
„Mit der Erweiterung direkt an der Zentralen Notaufnahme investieren wir gezielt in eine leistungsfähige Gesundheitsversorgung für Wolfsburg. Die neue Struktur zeigt, wie kommunale Krankenhäuser gemeinsam mit ambulanten Partnern innovative Lösungen entwickeln können. Davon profitieren die Bürgerinnen und Bürger ebenso wie die Mitarbeitenden der beteiligten Einrichtungen“, sagt Wolfsburgs Oberbürgermeister Dennis Weilmann bei einem Rundgang durch die neuen Praxisräume. Das Klinikum ist in Trägerschaft der Stadt.

Oberbürgermeister Dennis Weilmann stoppt beim Rundgang im Untersuchungszimmer bei Armine Mamulyan, Allgemeinmedizinerin der hausärztlichen Kooperationspraxis der MVZ WOB gGmbH / des MVZ Am Klinikum Wolfsburg. Foto: visuallab
Wer in einem Notfall medizinische Hilfe benötigt, kann oftmals selbst zunächst nur schwer einschätzen, wie dringlich die Beschwerden tatsächlich sind und welche Versorgungsstruktur die richtige ist. Künftig finden Patientinnen und Patienten die richtigen Ansprechpartner an einem Ort im Klinikum – in und an der ZNA. Eine zentrale Rolle spielt dabei die medizinische Ersteinschätzung direkt nach dem Eintreffen an einem „gemeinsamen Tresen“ an der bisherigen Notaufnahme. Nach der Anmeldung erfassen geschulte Mitarbeiter anhand eines standardisierten Verfahrens die gesundheitlichen Beschwerden und den Gesundheitszustand der Patientinnen und Patienten.
Wer übernimmt?
Auf dieser Grundlage wird vor Ort entschieden, wer die Versorgung übernimmt: die Zentrale Notaufnahme für akute, lebensbedrohliche Erkrankungen oder Verletzungen, die hausärztliche Kooperationspraxis für nicht lebensbedrohliche, allgemeine Beschwerden während der regulären Öffnungszeiten oder der Ärztliche Bereitschaftsdienst für akute gesundheitliche Behandlungsanliegen außerhalb der üblichen Sprechzeiten.
„In einer Notaufnahme treffen oft innerhalb weniger Minuten Menschen mit ganz unterschiedlichen medizinischen Anliegen aufeinander. Das reicht vom Herzinfarkt bis zum grippalen Infekt. Die neuen Strukturen helfen uns dabei, diese Patientinnen und Patienten schneller und zielgerichteter zu versorgen. Das schafft mehr Ruhe in den Abläufen in unserer Notaufnahme und mehr Zeit für diejenigen, die dringend notfallmedizinische Hilfe benötigen“, hebt Dr. Bernadett Erdmann, Chefärztin der Zentralen Notaufnahme im Klinikum Wolfsburg hervor.
Zu festgelegten Sprechstundenzeiten
Eine zentrale Rolle in dieser neuen Versorgungsstruktur übernimmt die hausärztliche Kooperationspraxis der MVZ WOB gGmbH. Sie ist Hauptnutzerin der zusätzlichen Praxisflächen im Erweiterungsbau und bislang räumlich eingeschränkt innerhalb der ZNA untergebracht. Künftig ist die Praxis montags bis freitags tagsüber zu festgelegten Sprechstundenzeiten mit einer Allgemeinmedizinerin besetzt. Sie übernimmt in der Regel die ambulante Versorgung von Patientinnen und Patienten mit akuten, aber nicht lebensbedrohlichen Beschwerden, die sich am „gemeinsamen Tresen“ im Eingangsbereich der ZNA melden.
„Wir freuen uns sehr über die hinzugewonnenen Praxisflächen. In den neuen Räumen haben wir bessere Bedingungen für die ambulante medizinische Versorgung und können diese weiterentwickeln. Zugleich erhält die Zentrale Notaufnahme die von uns bisher genutzten Räume für die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit schwerwiegenden Krankheitsbildern zurück. Wir freuen uns sehr über diesen wichtigen Schritt und danken der Stadt Wolfsburg, die den Anbau finanziert hat“, erklärt Charlotte Bettina Boettcher, Geschäftsführerin der MVZ WOB gGmbH.
Bislang 100 Meter entfernt
Ein weiterer wichtiger Baustein ist der Einzug des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes der KVN in die erweiterten Räumlichkeiten. Bislang befand sich die Bereitschaftsdienstpraxis schon auf dem Klinikumsgelände, jedoch rund 100 Meter vom Eingang zur ZNA entfernt.
„Die räumliche Zusammenführung bietet Patientinnen und Patienten eine klare Orientierung“, führt Dr. Christian Bekermann, Kreisstellenvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen in Wolfsburg, aus. „Die Notfallversorgung steht bundesweit vor großen Veränderungen. Wolfsburg setzt mit diesem gemeinsamen Standort bereits heute ein Modell um, das kommende Reformen vorwegnimmt,“ bekräftigt Bekermann. „Ähnlich wie bei der bundesweiten Rufnummer 116117 werden für die hilfesuchenden Wolfsburger Patientinnen und Patienten an diesem Standort die richtigen Versorgungsebenen bei akuten Behandlungsanliegen konzentriert,“ ergänzt der Geschäftsführer der KVN-Bezirksstelle Braunschweig, Stefan Hofmann.
Noch engere Abstimmung
Auch aus medizinischer Sicht ist die neue Struktur ein wichtiger Schritt. Die direkte Nachbarschaft der verschiedenen Versorgungsangebote ermöglicht eine noch engere Abstimmung zwischen ambulanter und stationärer Behandlung.
„Wer die Gesundheitsversorgung von morgen sichern will, muss heute die richtigen Entscheidungen treffen – für die Menschen in Wolfsburg und der gesamten Region“, schaut Klinikumsdirektor André Koch nach vorne: „Mein besonderer Dank gilt Frau Dr. Bernadett Erdmann, die frühzeitig die Initiative ergriffen und damit wichtige Impulse für eine zukunftsfähige Notfallversorgung gesetzt hat. Ebenso danke ich der Stadt Wolfsburg ausdrücklich, die mit der Bereitstellung der notwendigen Mittel die Umsetzung dieses Erweiterungsbaus ermöglicht hat. Damit ist Wolfsburg für die kommenden Anforderungen bereits heute gut aufgestellt.“
Sobald die letzten technischen Arbeiten abgeschlossen sind, stehen die neuen Praxisräume an der ZNA für die Patientenversorgung bereit.

