Statt zwei jetzt einer: Stadt hat neuen Gedenktag

Der Stadtrat sagt einstimmig ja zu einem kommunalen Gedenktag, dem ersten in der Geschichte der Stadt.

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Die Stadt hat einen neuen Gedenktag eingeführt.
Die Stadt hat einen neuen Gedenktag eingeführt. | Foto: Pixabay

Wolfsburg. Die Stadt Wolfsburg hat einen neuen Gedenktag – den ersten überhaupt. Das hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Wenige Tage zuvor hatte die Verwaltung noch zwei solcher Tage auf die Tagesordnung setzen wollen.



In einer Pressemitteilung Anfang der Woche verkündete die Stadtverwaltung noch, zwei neue Gedenktage einführen zu wollen, die künftig an besondere historische Ereignisse erinnern sollen. Zum einen solle zum Gedenken an die Opfer des Todesmarsches vom KZ-Außenlager Laagberg in das „Sterbelager“ Wöbbelin der 7. April zu einem solchen Tag werden. Außerdem war der 1. Juli genannt, der dem Stadtgründungstag im Jahr 1938 gewidmet werden sollte.

Ein neuer Gedenktag ist beschlossen


Einen Tag später vertagte die Stadtverwaltung laut einer neuen Pressemitteilung dann aber das Thema Stadtgründungstag und nahm den Punkt aus der Vorlage. Die Beschlussvorlage wurde geändert und beinhaltete nur noch den Vorschlag zum Gedenktag des Todesmarsches. Die beiden Gedenktage in einer Vorlage vermischt zu haben, dafür erntete die Verwaltung Kritik – unter anderem während der Ratssitzung von Hans-Georg Bachmann (Fraktion SPD/Ratsfrau Broedermann). Der Stadtgeburtstag habe einen ganz anderen Hintergrund, den man nicht mit einem Gedenktag feiern könne, so Bachmann.

Der Rat stimmte jetzt also nur noch über den 7. April ab und hat diesen einstimmig beschlossen. Zudem werde am Laagberg eine Gedenkstätte entstehen, hatte Oberbürgermeister Dennis Weilmann angekündigt. Noch in diesem Jahr werde die Stadt mit dem Bau dieses Gedenk- und Lernortes beginnen, so Weilmann.

Erster kommunaler Gedenktag der Stadt


In der Begründung der Verwaltung zu dem neuen Gedenktag heißt es: Mit der Verankerung eines kommunalen Gedenktages, der den Opfern des Todesmarsches vom KZ-Außenlager Laagberg in das „Sterbelager“ Wöbbelin gewidmet ist, verpflichtet sich die Stadt Wolfsburg, die Geschichte der Opfer, ihr Leid und ihre Würde niemals in Vergessenheit geraten zu lassen.

Die Einführung dieses Gedenktages sei für die Stadt Wolfsburg in ihrer 80-jährigen Geschichte der erste kommunale Gedenktag. Die Einrichtung und Etablierung dieses offiziellen städtischen Gedenktages sei Teil der Erinnerungsarbeit und damit aktive Demokratieförderung, erklärte die Verwaltung.