"Wozu noch arbeiten?": Hartz IV-Corona-Bonus sorgt für Diskussionen

Dass Empfänger von Arbeitslosengeld II nun mehr Geld bekommen sollen, wirft bei vielen regionalHeute.de-Lesern die Frage nach dem Warum auf.

von Anke Donner


Symbolfoto.
Symbolfoto. Foto: Anke Donner

Region. Im Sommer sollen Hartz-IV-Empfänger statt der 100 Euro Corona-Bonus, nun einmalig 200 Euro bekommen. Die Bundesregierung hat sich darauf in der gestrigen Sitzung geeinigt. Bei unseren Lesern hatte bereits die Ankündigung für ziemlichen Zorn gesorgt.


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Ein Coronabonus in Höhe von 100 Euro wurde bereits im ersten Entlastungspaket im März beschlossen. Aufgrund der steigenden Lebensunterhalts- und Energiekosten gibt es jedoch jetzt noch einmal 100 Euro - steuerfrei - on top. Ausgezahlt werden soll das zusätzliche Geld im Juli. Dass Empfänger von Arbeitslosengeld II jetzt mehr Geld bekommen sollen, wirft bei vielen regionalHeute.de-Lesern die Frage nach dem Warum auf. Und zwar nicht nur, warum Hartz-IV-Empfängern nun überhaupt mehr Geld zusteht, sondern auch, warum man sich überhaupt noch die Mühe machen sollte, jeden Tag zur Arbeit zu gehen. Eine kontroverse Diskussion brach auf den Seiten unserer sozialen Netzwerke aus, bei der sich nicht alle Leser über eben diese neue Regelung im Entlastungspaket der Bundesregierung beklagten, aber doch ein Großteil.

Warum noch arbeiten?


Manch einer lässt ganze Hasstiraden los und macht seinem Unmut so richtig Luft. So schimpft eine Leserin "Genau... immer mehr in Hals reinschieben. Wozu noch arbeiten gehen, wenn der Staat einem so den Arsch pudert? Vielleicht sollte man lieber den fleißigen Steuerzahlern mal entgegenkommen, die für diese ganze Sch**** aufkommen müssen."

Ein weiterer Leser schreibt: "Unfassbar. Menschen, die nichts leisten, noch mehr Zuwendungen schenken. Was hat jemand, der Hartz4 bezieht, für Einschränkungen in der Pandemie? Menschen, die arbeiten und sich somit für die Gesellschaft einsetzen, sollten eine Sonderstellung haben, aber nicht die Leute, die reich an Zeit sind."

"Na klar, wer sonst.... Wir blöden, die voll durchziehen auf Arbeit, brauchen nix... da kommt dir doch die Galle hoch!"

- Eine Leserin



Viele Leser fühlen sich ungerecht behandelt, ja regelrecht bestraft. Was der nächste Kommentar deutlich macht. "Warum, wenn man fragen darf? Wir, die arbeitende Bevölkerung, die Kurzarbeit hatte, sprich nicht arbeiten durften, müssen für jeden daheimgebliebenen Tag 15 bis 20 Euro bei der Lohnsteuer zurückzahlen. Ich glaube, es reicht langsam hin! Ich glaube, wir hören besser bald alle auf zu arbeiten, lohnt sich ja bald wirklich nicht mehr", heißt es darin.

Fehler im System?


Auch wenn ein Großteil kein Verständnis für den doppelten Bonus hat, gibt es doch eine Gemeinschaft, die genau das befürwortet. Dabei wird jedoch oftmals deutlich, dass es Aufgabe des Staates sei, die "arbeitswilligen Hartz-IV-Empfänger" von den "nicht arbeitswilligen Hartz-IV-Empfängern" zu unterscheiden. Man dürfe daher nicht alle über einen Kamm scheren. So schreibt eine Leserin: "Vom Prinzip her keine Einwände, wenn die vorher bitte endlich mal prüfen würden, wer Hartz-IV-berechtigt bezieht und wer aus purer Faulheit. Die Schnorrer, die kein Bock zu nichts haben, sollten nämlich null bekommen."

"Dass das System problematisch ist, stelle ich nicht in Frage, aber dann nach unten zu treten und sich aufzuregen, dass die Ärmsten einmalig ein wenig mehr bekommen, ist der falsche Weg."

- Eine Leserin



Nicht allein die zusätzlichen Euro sorgen für Entrüstung, sondern die Tatsache, dass das Geld unversteuert in den Brieftaschen derer landet, die auf staatliche Unterstützung angewiesen sind. Denn auch die arbeitende Bevölkerung bekommt ja einen Bonus - muss diesen jedoch voll versteuern. Was am Ende von den 300 Euro übrig bleibt, die einmalig ausgezahlt werden, wird die Gehaltsabrechnung zeigen.

Das Entlastungspaket der Bundesregierung


Am gestrigen Mittwoch hat die Regierungskoalition ein umfangreiches Maßnahmenpaket beschlossen, um die Bürger zu entlasten und die Folgen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine abzumildern.

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Demnach werden im Juli an Empfänger von Arbeitslosengeld II einmalig 200 Euro ausgezahlt. Zudem soll Arbeitnehmern eine Energiepreispauschale in Höhe von einmalig 300 Euro ausgezahlt werden. Auch das Kindergeld soll im Juli um einen Einmalbetrag in Höhe von 100 Euro erhöht und die Energiesteuer für drei Monate gesenkt werden.


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