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Zoll treibt Schulden ein: Polnischer Fernfahrer zahlte prompt


Bei Kontrollen des Zolls werden neben der Ladung auch immer die Personen überprüft. Symbolfoto: Zoll
Bei Kontrollen des Zolls werden neben der Ladung auch immer die Personen überprüft. Symbolfoto: Zoll Foto: Zoll

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27.10.2017

Helmstedt. Wie das Hauptzollamt Braunschweig heute mitteilte, haben Zöllner im Rahmen einer Frachtkontrolle am vergangenen Mittwoch einen polnischen Fernfahrer kontrolliert, der 7.000.000 Zigaretten und Kartons voller Tabak geladen hatte. Doch nicht die Ladung, sondern seine Schulden wurden dem Mann zum Verhängnis.



Die Weiterfahrt Richtung Osten kostete den in Spanien lebenden Mann genau 1.007,17 Euro. Angehalten wurde der Lastwagen von Zöllnern des Hauptzollamtes Braunschweig auf der Autobahn 2 nahe Helmstedt eigentlich für eine verdachtsunabhängige Frachtkontrolle. Doch die Ladung war für diesen Fahrer kein Problem, da er alle notwendigen Papiere für die wertvolle Fracht vorweisen konnte. Allerdings fiel bei der Durchsicht seiner Papiere etwas anderes auf: Der Mann wurde gesucht, weil er der Bundesrepublik Deutschland und dem Landkreis Vorpommern-Greifswald Geld schuldete.

Ohne Geld keine Weiterfahrt


Im Einzelnen schuldete er nach Angaben des Hauptzollamtes dem Bundesamt für Güterverkehr 133,50 Euro, dem Landkreis Vorpommern-Greifswald 211,33 Euro und dem Zoll 662,36 Euro. Die musste der Fernfahrer nun vor Ort bezahlen, um seine Weiterfahrt antreten zu können. Eine eingesetzte Beamtin meinte dazu: "Er zahlte zwar nicht gerne, aber zügig, um seine Fracht im Millionenwert schnell wieder auf die Straße zu bekommen." Die gesamte Aktion habe nur etwa eine Viertelstunde gedauert.

Wieso der Fahrer Schulden bei dem Landkreis und dem Bundesamt für Güterverkehr hatte, ist für den Zoll nicht entscheidend: "Für uns ist wichtig: schuldet jemand nachweislich einer Behörde Geld und braucht diese Behörde unsere Unterstützung, um an dieses Geld zukommen? Wenn ja, werden wir tätig und sorgen so für Steuergerechtigkeit", erklärt Pressesprecher Andreas Löhde vom Hauptzollamt Braunschweig.

2016 über eine Milliarde Euro eingetrieben


Allein im Jahr 2016 wurde der deutsche Zoll über drei Millionen mal von anderen Behörden als Vollstreckungsdienst beauftragt und sicherte allein für den Bund und die Sozialbehörden auf diese Weise über eine Milliarde Euro.

Das Geld, das der Mann direkt dem Zoll schuldete, musste er für die Kraftfahrzeugsteuer zahlen. Der in Spanien lebende Pole hatte zwei Autos bei seiner Frau in Deutschland auf sich angemeldet. Allerdings hatte er nie die Kraftfahrzeugsteuer für sie bezahlt.


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