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Zu Besuch beim Hobby-Imker



Wolfenbüttel

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Zu Besuch beim Hobby-Imker

von Robert Braumann


Horst Janke gab einen Einblick in das spannende Bienen-Leben. Fotos/Video: Robert Braumann Foto: Robert Braumann

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Wolfenbüttel. "Wir haben keine Bienen, die Bienen haben uns", sagt Horst Janke und lächelt - am Sonntag hatte er in seinen Garten geladen, um allen interessierten Bürgern einen Einblick in das Leben eines Hobby-Imkers zu geben. Unterstützt wurde er vom Doktoranten Hilger Jagau, der in Wolfenbüttel Imkern mit Rat und Tat zur Seite steht.

Initiiert wurde die Veranstaltung vom Vorstand der CDU-Halchter, dazu hatten sich Bienen-Freunde und der Landtagsabgeordnete Frank Oesterhelweg unter die Besucher gemischt. Janke und Jagau machten an diesem Sonntag eins klar - wer sich mit Bienen beschäftigen möchte, der kann das nicht mal so nebenbei erledigen. Es ist ein Hobby, das Zeit und Geld kostet. "Aber das kosten andere Hobbys auch und hier bekommt man sogar etwas zurück, in Form von leckerem Honig", so Janke. Detailliert schilderten sie den Besuchern die wichtigsten Details rund um die Biene, deren Aufzucht, Tricks und Probleme. Janke, der mehrere Völker sein eigen nennt, ging zum Beispiel auf den warmen Winter im Dezember ein. Eigentlich hätten die Bienen da schon Winterschlaf halten sollen, doch die Königen legte weiter Eier. So reichte die Nahrung, die er für den Winter dazu gegeben hatte nicht komplett aus. "Ich musste nachfüttern, leider hat es ein Volk nicht geschafft, die Gründen dafür können aber auch woanders gelegen haben", so Janke.



Die Bienenkönigin wurde mit einem blauen Punkt markiert, um sie schnell zu finden. Foto: Robert Braumann


Gefahren für die Bienen


Zudem ginge in Wolfenbüttel gerade die Amerikanische Faulbrut um. Die Bakterien rotten ganze Völker aus. Ist man betroffen, müssen in der Regel alle Tiere getötet werden. Dazu käme die Varroamilbe, gegen sie würden die Imker einen ewigen Kampf führen. Zumindest könne man sie aber mit organischer Säure bekämpfen, berichtet Hilger. Ein weiteres Problem sei in die fehlende Nahrung für die Bienen im Spätsommer, da viele Blumen dann verblüht seien.

Das "Braunschweiger Modell"


Frank Oesterhelweg verwies in diesem Zusammenhang auf das Braunschweiger Modell – eine Form der aktiven Landschaftspflege. Der Landkreis Wolfenbüttel stellt kostenlos standortheimische Bäume und Sträucher (auch alte Obstbaumsorten) zur Verfügung. Die Grundstückseigentümer verpflichten sich zur Pflanzung, Pflege und Erhaltung der Pflanzen. Bei der Planung sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde gern behilflich. Bevor die Fläche bepflanzt wird, wird bei einem gemeinsamen Ortstermin die geeignete Pflanzenauswahl getroffen. In Zukunft sollen dabei auch Blumen aufgenommen werden, die im Spätsommer blühen. Zudem setzte man sich verstärkt für Blumenwiesen ein. "In diesem Zusammenhang können nur beide Seiten profitieren, Bienen und Menschen, auch für die Landwirtschaft sind die Insekten ein wichtiger Faktor, bei der Rapsernte können sie den Ertrag um 30 bis 40 Prozent durch mehrfache Bestäubung erhöhen", so der Landtagsabgeordnete.


Frank Oesterhelweg (ganz rechts), äußerte die politische Sicht der Dinge. Foto: Robert Braumann


Viel Fachwissen


Janke berichtete im weiteren Verlauf weitere Details, das eine Königin nach 16 Tagen schlüpft, in ihrem Leben bis zu vier Millionen Eier legt, wenn sie zu alt und schwach wird von ihrem Volk abgelehnt wird oder das es durchaus Imker gäbe, die anderen die Völker stehlen. "Dadurch entsteht immer wieder hoher Sachschaden, mir ist das zum Glück noch nicht passiert", erzählte er. Eins war Jagau und Janke dann noch sehr wichtig: Wer sich dazu entschließe Imker zu werden, der sollte sich umbedingt einem Imker-Verein anschließen und Fortbildungen besuchen, sonst werde man keine Freude mit den Tieren haben und selbst auch nicht. Janke selbst ist im Übrigen noch gar nicht so lange im Imker-Fieber. "Früher habe ich Hummeln gezüchtet, vor ein paar Jahren bin ich dann umgestiegen, die Tiere faszinieren mich einfach". Bei Kaffee, Kuchen, Honigbrot und weiteren Diskussionen ging der Nachmittag schließlich zu Ende.


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