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Zu wenig Naturschutz - Neues Leitbild für den Betrieb Stadtforst gefordert

Man müsse auf die veränderten Voraussetzungen reagieren, fordert die CDU im Rat der Stadt Goslar.

Symbolbild
Symbolbild Foto: Pixabay

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16.06.2020

Goslar. Die CDU Fraktion im Rat der Stadt Goslar beantragt die Überarbeitung und Anpassung des Leitbildes des Stadtforstbetriebes unter Berücksichtigung und stärkerer Gewichtung von Naturschutz, Umweltschutz, Lebensraum und Nachhaltigkeit. Das teilt die CDU Goslar in einer Pressemitteilung mit.


Demnach sollen aus dem angepassten Leitbild die Grundsätze für den Betrieb Stadtforst abgeleitet werden, die als Grundlage der Bewirtschaftung im Eigenbetrieb Anwendung finden. Hiermit soll eine Arbeitsgruppe aus Mitgliedern des Forstausschusses, des zuständigen Försters der Stadtforst, Umwelt- und Naturschutzvertretern, Forstfachleuten, Naturmarketingexperten kurzfristig beauftragt werden. Auch Bürgerbeteiligungsmodelle sollen geprüft und im Prozess angewandt werden.

Ressource Holz steht derzeit im Vordergrund


Das derzeitige Leitbild für den Betrieb Stadtforst wurde 2013 erstellt. Darin sei zum einen die erwerbswirtschaftliche Ausrichtung als kommunaler Eigenbetrieb festgehalten, andererseits die grundsätzliche Verpflichtung gegenüber dem Gemeinwohl. Der Forstbetrieb ist vor allem auf den Bestandserhalt und damit Vermögenserhalt ausgerichtet, heißt es in der Antragsbegründung. Der Wald werde vor allem unter dem Aspekt der Ressource Holz betrachtet. Der Wald als Lebensraum mit Erholungsfunktion spiele nur eine untergeordnete Rolle.

Aktuell beeinflusse aber der Klimawandel unsere Wälder. Naturereignisse wie Stürme, Dürrejahre, Käferkamalitäten wirkten sich zusätzlich auf die Bestände und die Bewirtschaftung aus. Die Folgen für Wald und Forstwirtschaft seien zum Teil noch ungewiss und abhängig von der weiteren Entwicklung. Zumindest habe die Entwicklung bereits zu negativen Betriebsergebnissen geführt. Die Bestände seien erheblich gefährdet. Wirtschaftspläne seien anzupassen und die Betriebe müssten auf ständige Veränderungen reagieren. Gleichzeitig erführen aktuell der Naturschutz und Umweltschutz gesellschaftlich eine höhere Bewertung. Diese Entwicklungen erforderten eine Anpassung der strategischen Ausrichtung der Bewirtschaftung und der forstwirtschaftlichen Betriebsführung, so die CDU.


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