Braunschweig | Peine

Zukunft des Peiner Klinikums: Landtagsabgeordneter fordert regionalen Klinikverbund

Dr. Christos Pantazis, der auch Arzt ist, plädiert für einen regionalen Klinikverbund der Kliniken in öffentlicher Trägerschaft.

Dr. Christos Pantazis (SPD), Mitglied des Landtages
Dr. Christos Pantazis (SPD), Mitglied des Landtages Foto: Anke Donner

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06.08.2020

Braunschweig/Peine. Mit großer Freude hat Dr. Christos Pantazis MdL, stellvertretender Vorsitzender des SPD-Bezirks Braunschweig, die Nachricht vernommen, dass eine Übernahme des Peiner Klinikums in eine öffentliche Trägerschaft wahrscheinlich sei. „Das ist eine mutige und gleichzeitig wegweisende Entscheidung für die Ausrichtung der Kliniklandschaft in der gesamten Region", unterstreicht Pantazis. Der Arzt sieht in der gefundenen Lösung folglich eine Signalwirkung und fordert nun weitere Schritte: „Jetzt ist es an der Zeit, einen regionalen Klinikverbund aufzubauen.“ Dies berichtet der SPD-Bezirk Braunschweig.



Mit vier Standorten in öffentlicher Hand – den Kliniken in Peine, Braunschweig, Wolfsburg und Wolfenbüttel – seien die Voraussetzung gegeben, über eine enge Kooperation der Standorte, vergleichbar zum Klinikverbund in der Region Hannover, nachzudenken, so Pantazis: „Es ist naheliegend, dass diese vier Standorte kooperieren und Synergien nutzen könnten. Jeder Standort könnte seine eigenen Kernkompetenzen weiter ausbilden, diese einander zur Verfügung stellen, ohne dabei jedoch in einen unnötigen Wettbewerb zu treten. Investitionen könnten vielmehr zielgerichtet und strategisch getätigt werden.“ Dies mache auch wirtschaftlich Sinn: „Leider nutzen ausgerechnet die privaten Anbieter in der Region ein solches System bereits seit langem aus und arbeiten einander zu. Diesen Wettbewerbsvorteil dürfen wir den Privaten nicht überlassen“, betont Pantazis, zugleich wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion.

Welchen Vorteil öffentlich geführte Kliniken hätten, habe sich insbesondere in der Corona-Pandemie bewiesen. Hier waren es insbesondere öffentliche Standorte, die Betten vorhielten, obwohl sie dabei tiefe Verluste schrieben: „Corona hat leider auch gezeigt, dass sich Systemrelevanz und Marktregulierung nicht immer vertragen. Dabei muss ein funktionierendes Gesundheitswesen zur staatlichen Daseinsvorsorge gehören“, so Pantazis. Die logische Folge in unserer Region könne daher nur die Bildung öffentlicher Strukturen im Kliniksektor sein, unter Umständen auch in Kooperation mit freigemeinnützigen Trägern wie dem Marienstift oder dem HEH in Braunschweig. „Wir brauchen ein neues, regionales Bewusstsein im Gesundheitswesen“, so Pantazis abschließend.


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