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Zwischenfall in Goslar: Ministerpräsident stellt sich Impfgegnern



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Zwischenfall in Goslar: Ministerpräsident stellt sich Impfgegnern

"Ich hab wirklich die Nase voll von Corona, das können Sie mir glauben", erklärte der Ministerpräsident am Rande eines Bürgergesprächs in Goslar.

von Marvin König


Ministerpräsident Stephan Weil versucht am Rande einer Wahlkampfveranstaltung in Goslar mit Impfgegnern ins Gespräch zu kommen - vergeblich.
Ministerpräsident Stephan Weil versucht am Rande einer Wahlkampfveranstaltung in Goslar mit Impfgegnern ins Gespräch zu kommen - vergeblich. Foto: Marvin König

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Goslar. Am Rande einer SPD-Wahlkampfveranstaltung in Goslar stellte sich Ministerpräsident Stephan Weil am gestrigen Donnerstag auch einer Gruppe von fünf Impfgegnern, die am Café am Markt mit Plakaten und Pfeifen auf sich aufmerksam machte. Das Gesprächsangebot von Weil lehnte die Gruppe ab. Zunächst unbeeindruckt, gab der Ministerpräsident im späteren Verlauf zu, dass ihn das Zusammentreffen geärgert habe.



"Kinder und Jugendliche sind keine Laborratten" steht auf den Plakaten. Ebenso wie "'Es darf nie wieder passieren' sprechen viele Deutsche. Es passiert gerade wieder." Ministerpräsident Stephan Weil unterstützte am gestrigen Donnerstag einen Wahlkampftermin der Goslarer Oberbürgermeisterkandidatin Urte Schwerdtner und ließ es sich nach den ersten Pfiffen nicht nehmen, auf die Gruppe der Demonstrierenden zuzugehen. Statt das Gesprächsangebot wahrzunehmen, verwiesen sie darauf, ihre Meinung zu sagen, solange sie das noch dürfen. "Das bleibt auch so", antwortet der Ministerpräsident. "Solange wir dafür sorgen", entgegnet ihm ein Mann aus der Gruppe. "Solange Sie dabei mithelfen und ich dabei mithelfe, bleibt das so!", konstatiert Weil und beendet den Dialog.

"Ich hab wirklich die Nase voll von Corona"


Im Café am Markt nahmen mehrere Bürger ein Gesprächsangebot des Ministerpräsidenten von Niedersachsen wahr. Im späteren Verlauf drehte es sich auch ums Impfen. Weil erklärte einer Hotelbesitzerin, weshalb eine 2G-Verpflichtung in der aktuellen Lage keinen Sinn ergebe, ein Architekt aus Goslar warf die Frage ein, ob dies nicht auch eine Impfpflicht für Mitarbeiter bedeuten würde. Daraufhin kam das Thema Impfgegner erneut auf: "Ich bin ja auch hingegangen und hab ein Gespräch angeboten, aber sie wollten da nur stehen. Na ja, gut, ist ein freies Land." Dass Weil das Thema der schleppenden Impfkampagne nicht kalt lässt, wird ebenfalls offensichtlich: "Was soll ich sagen, wenn die sagen, das ist zu gefährlich. Das ist alles hoch und runter geprüft von Leuten, die sich damit auskennen", erklärt der Ministerpräsident und ärgert sich: "Wir sind jetzt in einer Situation, da könnten wir diesen Mist ein für alle Mal hinter uns lassen. Es müssen nur fast alle mitmachen." Weil lacht und fügt hinzu: "Und das schaffen wir einfach nicht." Was man ihm wirklich glauben könne, so Weil in die Runde aus vollster Überzeugung, dass er von Corona "wirklich die Nase voll" habe.



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