100 Schafe blockierten A39-Auffahrt: Das erwartet den Schäfer nun

Ende November war es zu diesem kuriosen Zwischenfall gekommen. regionalHeute.de wollte wissen, was nun aus dem Schäfer wird.

von Alexander Panknin


Eine Schafherde blockierte die Auffahrt auf die A39. (Bildmontage)
Eine Schafherde blockierte die Auffahrt auf die A39. (Bildmontage) Foto: Pixabay; Polizei

Braunschweig. Am 28. November bot sich den Autofahrern auf der A39 ein seltsames Bild. Eine Schafherde steckte zwischen den Schutzplanken der Autobahnauffahrt Rüningen-Süd fest und blockierte den Verkehr. Die Polizei musste kommen und die Auffahrt sperren, danach konnte der Schäfer mit seinen 100 Tieren behutsam abziehen. Während die Polizei keine weiteren Maßnahmen gegen den Mann ergriff, kam er von anderer Stelle nicht so glimpflich davon. Die Autobahnmeisterei musste den Bereich von Tierdreck reinigen - diesen Einsatz soll der Schäfer nun bezahlen. Doch was droht dem Tierhüter jetzt und hätte er sich anders verhalten müssen? regionalHeute.de fragte bei der Autobahn GmbH des Bundes und dem Landesschafzuchtverband Niedersachsen e.V. nach.



Wie die Polizei zu dem Vorfall mitteilte, habe der Schäfer mit seinen Tieren die Autobahnauffahrt im Bereich der Thiedestraße queren müssen. Dies stellte den üblichen Weg dar, den der Mann wohl regelmäßig genommen hat. Dieses Mal kam es allerdings anders, denn die Schutzplanken der Auffahrt waren erneuert worden und sorgten nun für ein unüberwindliches Hindernis.

Wie die Autobahn GmbH mitteilte, sei es aufgrund eines Um- und Rückbaus einer ehemals im Bereich der A39-Auffahrt vorhanden Kreuzung im Sommer zu einer Änderung an der Verkehrsführung gekommen. Dabei seien entlang der neuen Linienführung auch Schutzplanken montiert worden.

Das erwartet nun den Schäfer


Überdies wies die Autobahn GmbH darauf hin, dass die Nutzung einer Kraftfahrstraße für den Herdentrieb laut Straßenverkehrs-Ordnung nicht gestattet sei. Ebenso seien der Autobahn GmbH keine Informationen zu Herdenbewegungen in diesem Bereich mitgeteilt worden.

Der Reinigungseinsatz der zuständigen Autobahnmeisterei wird den Schäfer nun teuer zu stehen kommen. "Für die Reinigung der Autobahnauffahrt und für das fachgerechte Wiederanbringen von Schutzplanken nach einer widerrechtlichen Entfernung fallen bei der zuständigen Autobahnmeisterei Kosten in Höhe von rund 1.000 Euro an, die in Rechnung gestellt werden", so teilte die Autobahn GmbH mit.

Zuspruch aus eigenen Reihen


Der Landesschafzuchtverband Niedersachsen e.V. erklärt die Problematik, der Schäfer ausgesetzt sind: "Aufgrund des umfangreichen Fahrzeugverkehrs ist es für Schafhalter häufig sehr schwierig Straßen zu überqueren, welches aber im Rahmen des Viehtriebs eine Grundvoraussetzung für den Betrieb der Schäferei ist."

Ob sich der Schafhalter in diesem Fall richtig verhalten habe, könne man aufgrund der Informationslage nicht genau beurteilen. Auch ob es notwendig gewesen ist, die Fahrbahn durch die Autobahnmeisterei reinigen zu müssen, könne man aus der Ferne schlecht beurteilen.

Dennoch sprach sich der Zuchtverband für mehr Verständnis aller Beteiligten aus und erinnerte an die wertvolle Arbeit: "Die Schäfer freuen sich auf jeden Fall auf rücksichtsvolle Autofahrer, die bereit sind bei einem Viehtrieb langsam zu fahren beziehungsweise bei Bedarf auch anhalten. Mit ein wenig gegenseitiger Rücksichtnahme ist dann eine Herde nach wenigen Minuten wieder von der Straße und die PKW-Fahrer haben wieder freie Fahrt. Dann ist im Normalfall auch keine Straßenreinigung notwendig und die Schafe können wieder ihre wichtige Arbeit in der Landschafts- und Biotoppflege erfüllen. Dies ist eine wichtig Dienstleistung der Schäfer für den Erhalt unserer Natur, die nur durch Schafe so erbracht werden kann."


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