Ärztepräsident will pensionierte Ärzte an Schulen schicken

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, schlägt vor, dass pensionierte Ärzte regelmäßig Schulen besuchen und Kindern Gesundheitskompetenz vermitteln.

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Klaus Reinhardt (Archiv)
Klaus Reinhardt (Archiv) | Foto: via dts Nachrichtenagentur

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Berlin. Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, schlägt vor, dass pensionierte Ärzte regelmäßig Schulen besuchen und Kindern Gesundheitskompetenz vermitteln. "Ein pensionierter Arzt könnte beispielsweise einmal im Monat in eine Grundschule gehen und über Gesundheitskompetenz sprechen", sagte Reinhardt den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Sonntagsausgaben).


So könnten Menschen frühzeitig lernen, sich bei leichten Erkrankungen selbst zu helfen. "Menschen können sich bei Bagatellerkrankungen teilweise selbst helfen. Das ist in den vergangenen Jahrzehnten zurückgegangen", so der Ärztepräsident weiter. Als Beispiel nannte er einen ansonsten gesunden 25-Jährigen mit Brechdurchfall. Der brauche "nicht unbedingt nachts einen Hausbesuch", sondern sollte wissen, wie er sich zunächst selbst helfen könne. Auch beim richtigen Inhalieren bei Husten fehle es vielen Menschen an grundlegenden Kenntnissen. "Solche Dinge könnte man viel früher vermitteln", sagte Reinhardt.

Dafür müsse nicht jedes Mal eine neue staatlich geprüfte Fachkraft geschaffen werden. "Wir sollten manche Dinge auch mit etwas Pragmatismus organisieren", so der Ärztepräsident weiter.

Mehr Gesundheitskompetenz könne helfen, Arztzeit gezielter einzusetzen. Zugleich müsse die Primärversorgung besser koordiniert und "Arbeitszeitvernichtung durch Bürokratie" konsequent bekämpft werden.

Angesichts des hohen Anteils älterer Ärzte fordert Reinhardt zudem Anreize für eine längere Berufstätigkeit. Diese müsse nicht zwingend in Vollzeit erfolgen. In seiner Praxis arbeiteten Kolleginnen über 70 noch rund 20 Stunden pro Woche und konzentrierten sich auf ihre Patienten. "Das macht ihnen Freude", sagte Reinhardt den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

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