Andreas Richter möchte mit dem DRK neue Wege gehen

10. Januar 2018 von
DRK Rettungsdienstleiter Andreas Richter sieht ein spannendes Jahr auf den Kreisverband Wolfenbüttel zukommen. Foto: Marian Hackert
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Wolfenbüttel. Seit einem Jahr ist Andreas Richter Rettungsdienstleiter und Prokurist des DRK Kreisverbandes Wolfenbüttel - Zeit für eine erste Bilanz. regionalHeute.de traf den 43-Jährigen zu einem Interview, um auf das vergangenen Jahr zurück- und das neue Jahr vorauszuschauen.

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„Das erste Jahr war bereits sehr intensiv“, berichtet Andreas Richter. Das habe vor allem mit den großen Veränderungen der Branche zu tun – doch der Reihe nach. Der 43-Jährige war bis zu seinem Antritt als Rettungsdienstleiter 20 Jahre in der Notfallambulanz in Würzburg tätig. Dann folgte ein Studium in den Fächern Betriebswirtschaftslehre und Gesundheitsmanagement. Es sei vor allem die moderne Einstellung des Vorstands des DRK Wolfenbüttel, die ihn nach Wolfenbüttel zog. So habe er andere Angebote aus München und Stuttgart zu Gunsten der Lessingstadt ausgeschlagen. In Wolfenbüttel habe er laut eigener Aussage die Möglichkeit zu gestalten und nicht nur veraltete Strukturen zu verwalten. „Ich möchte neue Wege gehen und habe hier die Chance dazu“, erklärt Richter. Der Vorstand gebe ihm dazu alle Freiheiten und das nötige Vertrauen. Vor allem das geballte Fachwissen am Standort Wolfenbüttel mache ihm seine Arbeit einfacher, so Richter. 

Im Podcast blickt Andreas Richter auf das vergangene Jahr zurück und berichtet über seinen Werdegang. 

Positiv überrascht habe ihn die gute Zusammenarbeit zwischen den Hilfsorganisationen, dem ADAC und dem Klinikum. „Das kenne ich aus der Vergangenheit auch ganz anders“, lässt der 43-Jährige gebürtige Franke durchblicken. Auch die Zusammenarbeit innerhalb des DRK sei von Offenheit geprägt: „Ich bin ein Freund von flachen Hierarchien. Meine Tür steht den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern jederzeit offen“, lässt Andreas Richter wissen. 

„Leisten mit dem Sozio-Med-Mobil Pionierarbeit“ 

Angesprochen auf die zukünftigen Ziele und Aufgaben, verweist Richter auf das Sozio-Med-Mobil. Das DRK Wolfenbüttel stellt mit dem Sozio-Med-Mobil künftig die Versorgung im ländlichen Raum mit Arzt- und Beratungsleistungen sicher. Möglich macht es eine Förderung des Europäischen Sozialfonds und des Elm-Asse-Fonds. „Wir leisten damit Pionierarbeit auf diesem Gebiet. Der Erfolg wird sich zeigen“, erörtert Richter das auf zwei Jahre angelegte Projekt. Im Wettbewerb „Insight DRK“ wurde es bereits als eines der bundesweit besten drei Innovationsprojekte ausgezeichnet. 

Was genau es mit dem Soziologische-Med-Mobil auf sich hat, erklärt Andreas Richter im Podcast.

Notfallsanitäter übernehmen auch ärztliche Aufgaben

Strukturelle Veränderungen ergeben sich in den kommenden Jahren vor allem aufgrund der Einführung des neuen Berufsfeldes des Notfallsanitäters. Noch bis zum Ende des Jahres 2013 war der Rettungsassistent der erste staatlich anerkannte Beruf im Rettungsdienst. Er wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2014 durch den Notfallsanitäter abgelöst, der durch das Notfallsanitätergesetz eingeführt wurde, erklärt der Rettungsdienstleiter. Um als Notfallsanitäter tätig zu werden, bedarf es einer dreijährigen Ausbildung. „Neu ist, dass die Kollegen nun auch ärztliche Aufgaben übernehmen“, erklärt Richter, der erst vor kurzem selbst eine Ausbildung zum Notfallsanitäter abgeschlossen hat. „Ich wollte die gleiche Qualifikation mitbringen wie meine Kollegen“, erklärt er.

Momentan gibt es noch eine Karenzzeit, in der in Rettungswagen sowohl Rettungsassistenten als auch Notfallsanitäter eingesetzt werden können. Diese endet im Jahr 2022. Dann müssen ausschließlich Notfallsanitäter eingesetzt werden. „Wolfenbüttel ist meines Wissens nach die einzige Stadt deutschlandweit, die schon heute ihre Rettungswagen komplett mit Notfallsanitätern besetzen kann und somit das Gesetz schon heute umsetzen könnte“, berichtet Andreas Richter nicht ohne Stolz. Dies sei auch ein Verdienst der guten Zusammenarbeit mit dem Klinikum.

Ausreichende und gute Vergütung erklärtes Ziel

Für die Zukunft sieht Richter vor allem eine gute und ausreichende Vergütung des Personals als oberes Ziel. „Wir sind nicht tarifgebunden. Die steigenden Leistungsanforderungen müssen jedoch auch mit einer besseren Bezahlung einhergehen“, erklärt der Prokurist. So müssten die Leute gehalten und auch weiterhin selbst ausgebildet werden. „Die Arbeitsbelastungen werden immer größer. Auch hier muss man schauen, wie man damit umgeht. Zudem ist es wichtig, den Beschäftigten mehr Raum für ihre individuelle Freizeit einzuräumen“, führt Andreas Richter weiter aus. Hinzu komme die Modernisierung der Fahrzeugflotte und der weitere Ausbau im Bereich des ergonomischen Arbeitens. „Wir haben beispielsweise eine elektrische Trage angeschafft, die den Kollegen den Transport von Patienten extrem erleichtert“, so Richter. 

Andreas Richter und das DRK Wolfenbüttel stehen also auch in Zukunft vor spannenden und fordernden Aufgaben. Eine Sache geht dem gebürtigen Franken bereits schon jetzt leichter von der Hand: Der Niedersachse ist schon anders als der Franke. Aber es wird besser und besser“, erzählt der Rettungsdienstleiter mit einem Augenzwinkern. 

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