Region. Die Zahl der Arbeitslosen ist im Mai erneut, entgegen der üblichen saisonalen Entwicklung, gestiegen. Dieser Anstieg ist im Wesentlichen auf die fehlenden Abgänge in Beschäftigung und das reduzierte Angebot an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen zurückzuführen. Dies teilt die Agentur für Arbeit Braunschweig-Goslar in einer Pressemitteilung mit.
Die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Braunschweig-Goslar sei gegenüber dem April um 1.267 arbeitslose Menschen auf insgesamt 21.936 gestiegen, im Vorjahresmonatsvergleich um 3.613. Die aktuelle Arbeitslosenquote betrage 6,7 Prozent und liege damit 1,1 Prozentpunkte über Vorjahresniveau. „Die umfassenden Stützungsmaßnahmen für den Arbeitsmarkt zeigen weiter Wirkung“, kommentiert Gerald Witt, Leiter der Agentur für Arbeit Braunschweig-Goslar die aktuelle Entwicklung. „Auch, wenn wir einen Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen haben, so ist dies unter anderem darauf zurückzuführen, dass weniger Menschen in Weiterbildungen und Eingliederungsmaßnahmen sind. Seit April können nur noch begrenzt Förderungen neu begonnen werden. Der Bestand an Maßnahmeteilnehmern ist gegenüber dem April um 577 gesunken. Diese Personen werden nun auch in den Anstieg der Arbeitslosigkeit von insgesamt 1.267 gegenüber dem April mit eingerechnet.“
Diese Jobs sind am meisten betroffen
Die meisten Arbeitslosmeldungen aus sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung in den Monaten April und Mai insgesamt wurden aus dem Handel (498), der Zeitarbeit (433), dem Gastgewerbe (424), dem verarbeitenden Gewerbe (377) sowie den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (261) gezählt. Die Unterbeschäftigung, die neben den Arbeitslosen auch Personen erfasst, die erkrankt sind oder an Maßnahmen teilnehmen, habe im aktuellen Berichtsmonat bei 28.028 Personen gelegen, dies seien 6,1 Prozent oder 1.602 Personen mehr als vor einem Jahr.
Betriebe müssten vor Beginn von Kurzarbeit eine schriftliche Anzeige bei der zuständigen Agentur für Arbeit (Betriebssitz) erstatten. Dies habe spätestens bis zum Ende des Monats zu erfolgen, für den erstmalig Leistungen bezogen werden sollen. Die Statistik über angezeigte Kurzarbeit berichte über elektronisch erfasste und geprüfte Anzeigen von Kurzarbeit sowie die in den Anzeigen enthaltene Anzahl der Beschäftigten, welche voraussichtlich von einem Arbeitsausfall betroffen seien.
Im März 2020 sei aufgrund erhöhten Aufkommens an Anzeigen über Kurzarbeit („Corona- Krise“) die Erfassung in den IT-Systemen häufig erst mit zeitlichem Verzug erfolgt. Die Nacherfassungen seien mit dem Monat April 2020 fast vollständig abgeschlossen. Zur umfassenden Abbildung des „Corona-Effektes“ auf die Anzahl geprüfter Anzeigen zur Kurzarbeit müssten die statistischen Berichtsmonate März und April 2020 zusammen betrachtet werden. Für den Agenturbezirk Braunschweig-Goslar, zu dem auch Salzgitter und Wolfenbüttel gehört, seien für März und April insgesamt 5.580 geprüfte (endgültige) Anzeigen für insgesamt 81.639 Personen gezählt worden.
Blick auf den Ausbildungsmarkt
Erste Auswirkungen durch die Corona-Krise auf dem Ausbildungsmarkt seien anzunehmen. Allerdings fehle, wegen der Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren, in diesem Sommer auch der Abiturjahrgang. Bisher seien 3.012 junge Berufsstarter bei der Agentur für Arbeit gemeldet. Das seien 348 oder 10,4 Prozent weniger als noch vor einem Jahr. Allerdings spiele auch der fehlende Abiturjahrgang in Niedersachsen eine Rolle, da Abiturienten mit Ausbildungswunsch oder dem Ziel des dualen Studiums nur zu einem Bruchteil zur Verfügung stehen. Dahingehend sei auch auf der Angebotsseite ein Rückgang zu verzeichnen. Unternehmen, die Abiturienten als Nachwuchskräfte suchen, hätten zu diesem Sommer meist weniger Ausbildungsstellen gemeldet. Insgesamt stünden aktuell 2.663 zur Verfügung und damit 314 oder 10,5 Prozent weniger als vor 12 Monaten.
„Ich hoffe sehr, dass auch in diesem Jahr die hohe Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen bestehen bleibt. Ob sich Corona-bedingt das Gesamtangebot freier Lehrstellen zum Herbst verringert, bleibt abzuwarten. Die Unternehmen der Region bitte und empfehle ich, dass sie trotz der möglichen Inanspruchnahme von Kurzarbeit an ihren Auszubildenden festhalten und ihr Ausbildungsengagement im Interesse des Betriebes und der Schulentlassenden nicht zurückfahren. Azubis sind die Fachkräfte von morgen, viele übernehmen schnell verantwortliche Positionen und besonders wichtig: Sie müssen in den nächsten Jahren eine große Anzahl ausscheidender Mitarbeiter ersetzen“, so der Agenturchef.
Betriebe könnten freie Ausbildungsstellen unter Telefon 0800 4 5555 20 melden. In Zeiten der Corona-Pandemie verzichte die Agentur für Arbeit aus Gründen des Infektionsschutzes aktuell auf den persönlichen Kundenkontakt. Dennoch sei die Berufs- und Studienberatung der Arbeitsagentur mit telefonischen Beratungstagen für Jugendliche und ihre Eltern da. Die Telefone seien dienstags und donnerstags von 8 Uhr bis 18 Uhr unter der Telefonnummer 0531 207 – 1199 besetzt.

