Atommüll-Endlager in unserer Region? Diese Standorte stehen auf der Liste

Die Suche nach dem Endlager für hochradioaktive Abfälle zieht sich hin. Noch kommen auch Flächen in unserer Region infrage.

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Schacht Konrad ist als Endlager für mittelradioaktiven Abfall genehmigt. Die Suche nach einem solchen Standort für den hochradioaktiven Abfall geht bundesweit noch weiter.
Schacht Konrad ist als Endlager für mittelradioaktiven Abfall genehmigt. Die Suche nach einem solchen Standort für den hochradioaktiven Abfall geht bundesweit noch weiter. | Foto: Alexander Panknin

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Region. Das Bundesamt für Strahlenschutz hat seinen Sitz in Salzgitter, die Bundesgesellschaft für Endlagerung sitzt seit zehn Jahren in Peine. Mit Schacht Konrad gibt es zudem das einzige genehmigte Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle in Deutschland bei uns in der Region. Im ehemaligen Salzbergwerk in der Asse im Landkreis Wolfenbüttel lagert außerdem weiterer Atommüll, der allerdings dort raus soll. Bei so viel Kompetenz in der Sache könnte man ja meinen, auch das erste Endlager für hochradioaktiven Müll wäre gut in der Region um Braunschweig aufgehoben. Oder aber andersherum: Bei so viel bereits vorhandener Belastung sollte vielleicht eine andere Region jetzt an der Reihe sein. So oder so ist die BGE weiterhin auf der Suche nach einem solchen Endlager für hochradioaktiven Abfall. Nach der gestern veröffentlichten Eingrenzung der möglichen Standorte, ist klar, dass auch unsere Region weiterhin im Fokus ist.



2017 hatte die offizielle Suche nach einem Endlager begonnen. Die BGE hat jetzt in dieser Woche einen neuen Stand bekannt gegeben. Dabei kam aber auch heraus: Die Suche ist noch immer in der Anfangsphase und könnte noch 30 weitere Jahre oder noch länger dauern. Immerhin wurde die Suche weiter eingegrenzt. Immer weniger Flächen in Deutschland kommen infrage. Die Bundesländer Rheinland-Pfalz, Hessen, Berlin, Sachsen, Hamburg und das Saarland sind inzwischen zum Beispiel komplett raus aus der Nummer. Unsere Region bietet aber weiterhin Flächen, die die BGE als mögliche Endlager-Standorte in Betracht zieht.

BGE sucht weiterhin Flächen für das Endlager


Die BGE unterteilt dabei Flächen in besonders gut geeignete Flächen sowie Flächen mit guter und geringer Eignung und nicht geeignete Flächen. Zu den gut geeigneten gehört laut dem interaktiven von der BGE zur Verfügung gestellten "Navigator" unter anderem ein Gebiet, das in den Landkreisen Wolfenbüttel und Helmstedt liegt, südlich des Elms zwischen Uehrde und Jerxheim. Dieses Gebiet hat aber den finalen Prüfschritt nicht bestanden. Das Salzgestein des Bodens weist nicht alle erforderlichen Gütesiegel auf. Damit ist die Gegend als möglicher Standort ausgeschlossen. Erst wenn ein Gebiet auch den vierten Prüfschritt besteht, würde die Fläche das Prädikat "Beste Eignung" erhalten. Eine solche Fläche wird für die endgültige Entscheidung – in vermutlich ferner Zukunft – gesucht.

Solche Gebiete, die alle Prüfschritte bestanden haben, gibt es bisher also noch nicht. Es befinden sich aber einige derzeit in der Prüfungsphase und haben also die "Chance", diese Bewertung zu erhalten. Dazu zählen in unserer Region beispielsweise Gebiete bei Wittingen und Schönewörde (Landkreis Gifhorn) sowie große Flächen nordöstlich von Wolfsburg, die neben der Stadt auch die Landkreise Gifhorn und Helmstedt betreffen. Weitere Flächen zwischen Nordsteimke und Groß Twülpstedt. Orte in den Höhenzügen Elm und Asse befinden sich auch größtenteils noch auf der Liste, aber auch Gebiete bei Langelsheim (Goslar) und zwischen Lengede (Peine) und Lesse (Salzgitter) sowie weitere Flächen.

Auch außerhalb unserer Region ist der Norden Deutschlands noch deutlich stärker im Fokus der BGE. In Niedersachsen gibt es noch unzählige weitere Gebiete, etwa in der Region Hannover, die auf dem Prüfstand stehen – ebenso in Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Währenddessen gibt es auf der Landkarte nur wenige solcher Flecken in Bayern und Baden-Württemberg

Ende 2027 sollen Standortregionen feststehen


Ende 2027 soll der nächste Meilenstein anstehen. Dann will die BGE mögliche Endlager-taugliche Standortregionen vorschlagen. Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) würde diese dann genauer untersuchen. Fest steht jedenfalls: Bis der Standort für ein Endlager für hochradioaktiven Abfall in Deutschland gefunden ist, werden noch viele Jahre vergehen.

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