Bahnstreik legt Schienenverkehr lahm

Mit Ausfällen und Verspätungen ist am heutigen Freitag auch in der Region zu rechnen.

Symbolfoto.
Symbolfoto. | Foto: Alexander Panknin

Region. Der Bahnverkehr der Deutschen Bahn steht derzeit aufgrund des Streiks der EVG still. Der Fernverkehr ist eingestellt und soll gegen 13 Uhr schrittweise wieder hochgefahren werden. Im Regional- und S-Bahnverkehr der DB sollen nach Ende des Ausstands zeitnah wieder so viele Verbindungen wie möglich nach dem regulären Fahrplan angeboten werden, dies teilte die DB am heutigen Freitag mit. Auch nach Ende der Arbeitsniederlegung müssten die Kunden aber noch mit Beeinträchtigungen rechnen.



Betroffen ist auch der Schienengüterverkehr. In den Rangierbahnhöfen bilden sich Staus. DB Cargo will alles dafür tun, unmittelbar nach Ende des Streiks schnell den Betrieb wieder in Gang zu bringen und Kunden zu bedienen. Versorgungsrelevante Züge – beispielsweise zur Energieversorgung – werden dabei priorisiert, heißt es in einer Pressemitteilung.

Da der Infrastrukturbetreiber DB Netz AG ebenfalls bestreikt wird, ist auch mit Einschränkungen anderer Verkehrsunternehmen zu rechnen. Betroffen sind unter anderem auch die WestfalenBahn, enno und erixx. Reisende sollten auf Fahrten an diesem Freitagvormittag verzichten und mit Einschränkungen bis in den Abend hinein rechnen. Wenngleich das Fahrpersonal der Unternehmen bereit stünde, könnten die Züge nur dann fahren, wenn die einzelnen Strecken durch die Fahrdienstleiter der DB Netz AG besetzt sind.

Für die Fahrten, die am heutigen Freitag entfallen, werde vereinzelt versucht, kurzfristig einen Busnotverkehr zu organisieren. Fahrgäste sollen sich vorab auf der jeweiligen Unternehmenshomepage informieren, ob ein Zugausfall durch einen Busnotverkehr kompensiert werden kann. Es sei derzeit keine genaue Prognose über den stabilen Betrieb der einzelnen Linien möglich.

Reise ausgefallen? Hier gibt es Hilfe


Die DB bietet für die betroffenen Reisenden umfangreiche Kulanzregelungen an, Informationen dazu finden sich unter: www.bahn.de/sonderkulanz. Für Kunden der DB wurde ein Sonderhotline unter 08000 99 66 33 eingerichtet.

Über den Streik: Verhandlungen gehen weiter


"Wir müssen den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen, die glauben, die Forderungen ihrer Beschäftigten ignorieren zu können und stattdessen Tarifverhandlungen nach Gutsherrenart führen wollen", kommentierten die EVG-Tarifvorstände Cosima Ingenschay und Kristian Loroch die Entscheidung. Die Tarifkommissionen hätten "sehr sorgfältig abgewogen, welche Forderungen in der Tarifrunde 2023 gestellt werden sollen", um "insbesondere den unteren Lohngruppen" zu helfen, "die stark gestiegenen finanziellen Belastungen besser zu verkraften", hieß es weiter. Laut EVG seien die Verhandlungen "bislang ohne jede Form der Wertschätzung" geführt sowie Angebote unterbreitet worden, "die mit unseren Forderungen nichts oder nur wenig zu tun haben". Im Tarifstreit fordert die EVG mindestens 650 Euro mehr im Monat beziehungsweise zwölf Prozent mehr bei den oberen Einkommen bei einer Laufzeit von einem Jahr.

Aktuell verhandelt die Gewerkschaft in zweiter Runde mit den rund 50 Bahnunternehmen. Mit der Deutschen Bahn ist das nächste Treffen für die kommende Woche angesetzt. Das Unternehmen hatte zuletzt fünf Prozent mehr und Einmalzahlungen von bis zu 2.500 Euro angeboten. Dort sind knapp 180.000 der etwa 230.000 Beschäftigten von den Tarifverhandlungen betroffen.


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