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Bahnübergang in Bienrode - viele fahren bei Rot



Braunschweig

Bahnübergang in Bienrode - viele fahren bei Rot

von Robert Braumann


Nach einer Studie des Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), an einem unbeschrankten Bahnübergang  im Braunschweiger Ortsteil Bienrode, halten viele Autofahrer nicht, wenn es ein Rotsignal gibt und begeben sich in Lebensgefahr. Foto: Robert Braumann
Nach einer Studie des Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), an einem unbeschrankten Bahnübergang im Braunschweiger Ortsteil Bienrode, halten viele Autofahrer nicht, wenn es ein Rotsignal gibt und begeben sich in Lebensgefahr. Foto: Robert Braumann Foto: Robert Braumann

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Braunschweig. Unfälle an Bahnübergängen haben meist schwerwiegende Folgen. Etwa jeder vierte Unfall endet tödlich. Besonders unbeschrankte Bahnübergänge sind eine Gefahr. Nach einer Studie des Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), an einem unbeschrankten Bahnübergang  im Braunschweiger Ortsteil Bienrode, halten viele Autofahrer nicht, wenn es ein Rotsignal gibt und begeben sich in Lebensgefahr. 

Im Rahmen des vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) geförderten Projekt OptiSILK (Optimierung der Verkehrssicherheit und -Leistung an Kreuzungen verschiedener Verkehre) hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) an einem unbeschrankten Bahnübergang mit Blinklichtsicherung im Braunschweiger Ortsteil Bienrode zwei Wochen lang den Verkehr beobachtet. Es handelte sich dabei um den Übergang kurz vor dem Kreisverkehr, in dem in Richtung Hermann-Blenk-Straße abgebogen werden kann. Dazu wurde ein mobiles Kamerasystem benutzt, mit dem Rotlichtverstöße festgestellt werden können (alle Daten wurden anonymisiert). Ob LKW, Pkw, Radfahrer oder Fußgänger: Häufig wurden die roten Blinklichter am Bahnübergang einfach ignoriert. Im Beobachtungszeitraum blinkte das Rotlicht am Bahnübergang insgesamt 286 Mal, um einen herannahenden Zug anzukündigen.

Viele fahren weiter


Während der 286 Rotlichtphasen kam es zu 139 Verstößen, die Fahrer fuhren dennoch über den Bahnübergang. Die Forscher betrachteten diese 139 Verstöße. Es wurden diejenigen Verstöße aussortiert, die 0 – 3 Sekunden nach dem ersten Aufleuchten der Blinklichtanlage stattfanden. Dahinter steckt der Gedanke, dass die Verkehrsteilnehmer, nicht mehr rechtzeitig reagieren konnten. Es blieb eine Anzahl von 46 Rotlichtverstöße. Auf 6,25 Rotlichtanzeigen kommt damit je ein Rotlichtverstoß, der potentiell zu einem Unfall hätte führen können.

Unwissenheit?


Woran liegt das? Eine durch das DLR durchgeführte Umfrage unter Autofahrern gibt ein Indiz dafür: Jeder dritte Autofahrer nimmt das rote Blinklicht nicht als Aufforderung zum Halten wahr, sondern betrachtet es lediglich als Warnung, die nicht zwingend ein Anhalten erfordert. Das ist allerdings eine falsche Annahme. Die DLR bringt als Lösung ein, dass man zusätzliche Stopp-Schilder an den Bahnübergängen anbringen könnte. Diese würden von den Fahrern eher wahrgenommen, als das Andreaskreuz.


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