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Bambi in Not - Wenn die Feuerwehr zum Rehretter wird

von Sandra Zecchino


Mit einer solchen Tierrettungsschlinge werden die Tiere aus ihrer misslichen Lage befreit. Fotos/Video: Sandra Zecchino

Region. Immer wieder stürzen Rehe und andere Wildtiere bei ihrer Suche nach Wasser in den Mittellandkanal und kommen anschließend nicht mehr alleine heraus. Dann muss die Feuerwehr ausrücken, um die Tiere aus ihrer Lage zu befreien. Allein die Freiwillige Feuerwehr Abbesbüttel rettete gemeinsam mit ihrer Partnerfeuerwehr Bechtsbüttel über zehn Tiere aus der Not.


Von Bambi bis zum ausgewachsenen Reh sei alles dabei gewesen, erzählt Rouven Langangke, Ortsbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Abbesbüttel, im Gespräch mit regionalHeute.de. Auch wenn es Schutzmaßnahmen wie Wildschutzzäune oder -tore gäbe, seien diese manchmal defekt oder die Tore einfach nicht geschlossen. So könnten die Tiere an den Kanal gelangen und versuchen dort zu trinken. Deshalb fordert Langangke jeden auf, Löcher in den Zäunen beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt oder direkt bei der Feuerwehr zu melden, damit diese Stellen repariert werden können. Und jeder, der ein Wildtier im Wasser sehe, sollte sofort die 112 rufen, so der Ortsbrandmeister weiter. Denn auch bei einer Tierrettung zähle jede Minute. Immer wieder käme es vor, dass die Feuerwehr zu spät eintreffe und die Tiere nur noch Tod bergen könne.

Besonders viele Einsätze dank Trockenheit


Nachdem ein entsprechender Alarm eingegangen ist, arbeiten die Feuerwehren Bechtsbüttel und Abbesbüttel Hand in Hand. Während an der Slipanlage Abbesbüttel das Rettungsboot zu Wasser gelassen wird, fährt ein weiteres Einsatzfahrzeug zu der Stelle, wo das Tier im Wasser schwimmt. Gemeinsam wird das Tier mit einer Tierrettungsschlinge aus dem Wasser gezogen und an eine sichere Stelle hinter den Wildschutzzaun getragen, so dass kein Risiko mehr bestehe, dass es erneut hineinstürze.

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In diesem Jahr sei es bisher zu mehr Tierrettungseinsätzen gekommen als in den vergangen Jahren. Das könnte laut Langangke mit der Trockenheit zusammenhängen. Auch wenn in den Wäldern noch genügend Wasserstellen für Wildtiere vorhanden seien, sei der Kanal manchmal der scheinbar einfachere Weg.

Unterstützung gesucht


Das Rettungsboot werde natürlich nicht nur zur Wildtierrettung benötigt. Am Anfang des Jahres sei zum Beispiel ein Golden Retriever in den Kanal gestürzt und musste von den Feuerwehrleuten gerettet werden, erinnert sich Langangke. Und auch wenn es bisher noch nicht vorgekommen sei, stehe das Rettungsboot natürlich auch für die Menschenrettung oder für die Aufnahme von auslaufenden Betriebsmitteln aus Binnenschiffen bereit.

Doch um diese umfangreichen Aufgaben neben den Feuerwehraufgaben an Land bewältigen zu können, braucht die Freiwillige Feuerwehr Unterstützung. Und in jedem Alter sei ein Quereinstieg möglich, so Peter Chlebik, Gemeindebrandmeister der Samtgemeinde Papenteich. Und je nach Interesse sei auch eine Spezialisierung möglich.

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Bootsgruppenführer Marco Köhler ist seit 40 Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr Abbesbüttel. Foto:


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