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Goslar: Batterie bei Sicherheitstest explodiert - Hitze reisst Loch ins Dach



Goslar

Batterie bei Sicherheitstest explodiert - Hitze reißt Loch ins Dach

"Wenn so etwas passieren soll, dann bitte hier!", so ein Sprecher des Brandschutzunternehmens im Gewerbegebiet Baßgeige.

von Marvin König


Die Hitze des Feuers brannte ein Loch in das Oberlicht der etwa zehn meter hohen Halle links im Bild.
Die Hitze des Feuers brannte ein Loch in das Oberlicht der etwa zehn meter hohen Halle links im Bild. Foto: Marvin König

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Goslar. Bei einem Sicherheitstest an einer Batterie ist es am heutigen Donnerstag um 14:30 Uhr in einer Halle des Unternehmens Stöbich in der Baßgeige zu einer Explosion gekommen. Wie Feuerwehrsprecher Volker Junge mitteilt, hätten sich zwei Mitarbeiter in der Halle rechtzeitig in Sicherheit bringen können, verletzt worden sei niemand. Die Hitze des Feuers war so intensiv, dass sie ein Loch in das Oberlicht der etwa zehn Meter hohen Halle geschmolzen hat. Wie Unternehmenssprecher Olaf Grunenberg-Thiele erklärt, sei man bei dem Versuch "etwas über das Ziel hinausgeschossen."



Obgleich Benzin eine etwa hundertfach höhere Energiedichte hat als Lithium-Ionen-Batterien, sind Unfälle mit Batterien deutlich verheerender, da sie im Falle eines Fehlers die gespeicherte Energie viel schneller freisetzen, während Benzin im Normalfall "nur" brennt. "Die Problematik ist: Wenn man die Batterie ablöscht, entsteht im inneren durch die chemische Reaktion weiter Wärme und der Brand geht weiter. Später entsteht dann ein neues Feuer", erklärt Junge. Mit einem Schaummittel namens F500 habe man die Hitzeentwicklung und das Feuer schnell unter Kontrolle bringen können. Wie Stöbich am Abend in einer Pressemitteilung berichtet, sei jedoch erheblicher Sachschaden am Gebäude entstanden.

Die Einsatzkräfte wurden nach dem Einsatz im Gebäude mit dem Wasserschlauch abgespritzt um zu verhindern, dass sie krebserregende Stoffe aufnehmen.
Die Einsatzkräfte wurden nach dem Einsatz im Gebäude mit dem Wasserschlauch abgespritzt um zu verhindern, dass sie krebserregende Stoffe aufnehmen. Foto: Stöbich Holding GmbH & Co. KG



Um 16:15 Uhr begann die Feuerwehr bereits, ihre Zelte abzubrechen um wieder einzurücken. Feuerwehrleute in weißen Schutzanzügen und Gasmasken werden vor der Halle, in dem sich der Unfall ereignete, mit einem Wasserschlauch abgespritzt. "Die Hygiene bei der Feuerwehr wird immer intensiver. Es gibt Studien, die vermehrte Krebserkrankungen bei Feuerwehrleuten belegen und wir steuern da seit einiger Zeit mit einem Hygienekonzept gegen", erklärt Junge. Wenn sich Feuerwehrleute bei Brandeinsätzen also potenziell giftigen Dämpfen ausgesetzt haben - auch bei "normalen" Bränden in verrauchten Wohnungen - werden die eingesetzten Kräfte nach dem Einsatz im Brandobjekt "abgeduscht" und wechseln danach sofort ihre Kleidung. So soll verhindert werden, dass möglicherweise krebserregende Stoffe aufgenommen werden.

Ursache noch unklar


Laut Unternehmenssprecher Grunenberg-Thiele habe es sich bei der explodierten Batterie um eine sogenannte "Traktionsbatterie" gehandelt, die beispielsweise für Elektroautos eingesetzt werden könnte. Im Kundenauftrag habe man bei Stöbich Technology in einem Versuchsaufbau gezielt einen Kurzschluss herbeigeführt, um zu testen, ob die Sicherheitssysteme der Batterie einwandfrei funktionieren. Diese Tests dienen der Vorbeugung, damit so etwas im Praxiseinsatz auf der Straße nicht passiert. Bei vorherigen Tests hätten die Sicherheitseinrichtungen auch problemlos gegriffen, wie Grunenberg-Thiele versichert. Nun müssten die Aufzeichnungen aus dem Versuch ausgewertet werden, um die Ursache herauszufinden. "In dem Fall hat man hier gesehen, dass hier irgendwas nicht ganz funktioniert hat. Insofern, ein Versuch der ein bisschen übers Ziel hinausgeschossen ist", meint Grunenberg-Thiele und erklärt abschließend: "Wenn so etwas passieren soll, dann bitte hier!"


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