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Beratung zur Übernahme der Gesamtschulen vorerst ausgesetzt



Wolfenbüttel

Beratung zur Übernahme der Gesamtschulen vorerst ausgesetzt

von Werner Heise


Die Integrierten Gesamtschulen Henriette Breymann und Wallstraße befinden sich in Trägerschaft des Landkreises Wolfenbüttel. Archivfoto: Anke Donner
Die Integrierten Gesamtschulen Henriette Breymann und Wallstraße befinden sich in Trägerschaft des Landkreises Wolfenbüttel. Archivfoto: Anke Donner

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Wolfenbüttel. Die Beratung zur Entscheidung für eine Übernahme der Trägerschaft der Gesamtschulen Henriette Breymann und Wallstraße durch die Stadt Wolfenbüttel wird zunächst bis längstens März 2018 ausgesetzt. Das hat der Rat der Stadt Wolfenbüttel am Mittwochabend beschlossen.



Ursprünglich strebten die Stadtpolitiker auf Initiative der CDU eine Übernahme dieser Schulen vom Landkreis zum Schuljahr 2017/2018 an. Dies hatte man im März des vergangenen Jahres mit Stimmen von CDU, Grünen und FDP/Piraten beschlossen. Die entsprechenden Schritte für den Trägerwechsel sollten von der Verwaltung vorbereitet werden. Doch nun kommt es vorerst anders. Ebenfalls auf Initiative der CDU entschied man sich nun mehrheitlich dafür, dass die Beratung zur Entscheidung über einen Antrag zur Übernahme der Trägerschaft der zwei Gesamtschulen in der Stadt Wolfenbüttel bis längstens März 2018 ausgesetzt wird. Man will den Landkreis Wolfenbüttel auffordern, den bestehenden Arbeitskreis Schulentwicklung neu zu gestalten, damit die schulpolitischen Interessen der Stadt Wolfenbüttel entsprechend Berücksichtigung finden.

Stärken und Kompetenzen bündeln


Zusätzlich soll von Stadt und Landkreis nach Abstimmung mit den politischen Gremien ein Themenkatalog erarbeitet werden, der in den nächsten zwölf Monaten abgearbeitet wird, um ein einvernehmliches Schulentwicklungsprogramm für den gesamten Landkreis Wolfenbüttel zu entwicklen, der sowohl vom Stadtrat, als auch vom Kreistag zu beschließen ist. Man sehe hierdurch die Chance zur nachhaltigen Schulentwicklung in Stadt und Landkreis, wenn die beiderseitigen Stärken und Kompetenzen aller Beteiligten in diesem Bereich gebündelt würden.

Ordon: "Landkreis kann keine Schulpolitik!"



Rudolf Ordon (FDP). Foto: regionalHeute.de



Eben diese Stärke und Kompetenz spricht zumindest Rudolf Ordon (FDP) dem Landkreis ab. "Der Landkreis kann keine Schulpolitik!", erklärte er. Es gebe keine gemeinsame Grundlage, um mit dem Landkreis zusammenzukommen. Ordons Auffassung nach müsse man die Schullandschaft in der Stadt Wolfenbüttel möglichst schnell wieder in eine Hand bekommen. Aus diesem Grund brachte die FDP-Fraktion einen gegensätzlichen Antrag ein, der die Übernahme der Trägerschaft zum 1. August 2018 vorsieht. Dies solle unverzüglich bei der Niedersächsischen Landesschulbehörde beantragt werden.


Grünen-Ratsherr Stefan Brix. Foto: Max Förster



Dass der Landkreis "zumindest keine IGS kann", bekräftigte Grünen-Ratsherr Stefan Brix. Zwar jucke es ihm in den Fingern Ordons Antrag zuzustimmen, letztendlich lehne er diesen jedoch ab. "Der Landkreis schwächt Stadtschulen, ohne Frage!", meinte Brix. Eine Zusammenarbeit biete jedoch auch Chancen, denen man sich nicht verschließen sollte, so dass er letztendlich für den CDU-Antrag auf eine Aussetzung stimmte. Und so tat es auch die große Mehrheit. Zudem verwies Eckbert Schulze (CDU) darauf, dass die Kostenfrage für eine Übernahme bislang ungeklärt sei. Er hielte es daher erst einmal für besser "jetzt zu verhandeln und gucken was bei rauskommt." Am Ende gebe es ja die gesetzte Frist für die Aussetzung der Übernahmeberatungen bis längstens März 2018.


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