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Berliner Straße: Lindenfrage weiter ungeklärt

von Antonia Henker


Baudezernent Michael Tacke stellte die bisherigen Schritte und Diskussionen vor. Foto: Antonia Henker
Baudezernent Michael Tacke stellte die bisherigen Schritte und Diskussionen vor. Foto: Antonia Henker Foto: Antonia Henker

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28.02.2017

Salzgitter. Bei dem heutigen Informationsabend zum Thema Berliner Straße und Fällung/Erhalt der Linden war der Ratssaal in Lebenstedt gut besucht von Vertretern beider Seiten. Es wurden die verschiedenen Handlungsvarianten seitens der Verwaltung vorgestellt und anschließend diskutiert.


Der Streitpunkt ist bekannt: In der Berliner Straße sollen zwischen Chemnitzer Straße und Marienbruchstraße die "Nebenanlagen" erneuert werden, da die Wurzeln der dortigen Linden die Pflastersteine derart nach oben gedrückt haben, dass der Radweg zum Großteil nicht mehr befahrbar ist. Gerade wegen der Wurzeln kann der Radweg nicht einfach erneuert werden, also sollten die Bäume gefällt werden. Auf Proteste von Parteien (Linke, Grüne) und von Bürgern wurde am heutigen Dienstagabend eine Infoveranstaltung mit Diskussionsmöglichkeiten anberaumt, sodass alle über die Handlungsvarianten informiert werden konnten.

Der Ratssaal war gut besucht, Thomas Ohlendorf vom BUND überreichte der Stadtverwaltung eine Unterschriftenliste. Nach einer Einführung durch den Baudezernenten Michael Tacke, stellte Torsten Fleige-Lütgering vom Fachdienst Tiefbau und Verkehr das Bauprojekt und die möglichen Varianten der Umsetzung vor. Da die Bäume vital seien, sollten sie im Geltungsbereich auch so weit wie möglich erhalten werden.Es gibt drei Varianten, die erste sieht einen Verzicht auf die vorhandenen Bäume vor, die zweite einen Verzicht auf offene Stellplätze und die dritte einen Verzicht auf einen Fahrbahnstreifen. Wobei es noch eine Variante 3b gibt, bei derdie Bäume erhalten bleiben sollen und der Fahrradweg erneuert wird. Nur die Linksabbiegerspur zur Marienbruchstraßesoll verkürzt werden. Bei einer Simulation wurde die jetzige Situation und eine Variante mit nur einer Fahrbahn veranschaulicht.


Linden in der Berliner Straße. Foto: Alexander Panknin



In der anschließenden Diskussion zeigte sich, dass zwei Seiten den Dialog dominierten: die eine wollte auf gar keinen Fall den Verkehrsfluss einschränken, die andere wollte um jeden Preis die Bäume erhalten. Mehrere Personen mit umliegenden Geschäften oder Anwohner meldeten sich zu Wort. Der vorgelesene Brief von Gewerbetreibenden wies auf die Notwendigkeit von vorhandenen Parkplätzen hin. Die Variante 3b wurde von vielen favorisiert, es kamen aber auch Nachfragen zu der tatsächlichen Nutzung des Radwegs und zu den neuen, jungen Bäumen, die stattdessen gepflanzt werden sollen.

Am Ende fasste Michael Tacke zusammen, dass es nach wie vor einen bestehenden Ratsbeschluss gebe, dass aber die Unterschriftenliste und die Ergebnisse des heutigen Abends in weitere Gespräche mit der Politik einfließen würden. In diesem Jahr zumindest werde in der Berliner Straße keine Linde gefällt, erst 2018 sollen nach einer Entscheidung Maßnahmen ergriffen werden.

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