Wolfenbüttel. Kulturfreunde haben in der Lessingstadt gute Karten: Neben der Herzog August Bibliothek gibt es unter anderem auch die Stadtbücherei und das Bildungszentrum des Landkreises in der Harzstraße. Die CDU-Fraktion im Stadtrat hatte kürzlich in einem Antrag gefordert, die Buchbestände der letzteren beiden zusammenzulegen. Hintergrund waren mögliche dadurch entstehende Einsparungen. Nun hat der Rat der Stadt eine Entscheidung getroffen.
Wie in dem Antrag der CDU/FDP-Ratsgruppe gefordert worden war, sollten die Verwaltungen des Landkreises Wolfenbüttel und der Stadt Wolfenbüttel die von ihnen angebotenen Dienstleistungen in der Stadtbücherei und der Kreisbücherei ermitteln und über etwaige Doppelstrukturen berichten. Außerdem sollten sie ein Konzept für die Zusammenlegung beider Bücherbestände am Bahnhof abstimmen. Der betriebene Aufwand für den derzeitigen Transport der angebotenen Bücher zum Bücherbus aus dem zweiten Obergeschoss des Bildungszentrums sollte damit erheblich reduziert werden.
Die Gruppe war der Ansicht, dass die kulturellen Angebote in der Harzstraße konzentriert werden könnten, wenn das Bücherangebot künftig an den Bahnhof verlegt werde. Zudem sollten die beiden Verwaltungen ein Konzept zur Optimierung der Nutzung der bestehenden Flächen im Bahnhof und im Bildungszentrum in der Harzstraße vorschlagen und die sich aus den Angeboten ergebenden Synergie-Effekte bei einer interkommunalen Zusammenarbeit erarbeiten.
So begründete die Gruppe ihren Antrag
Hauptbegründung für den Antrag der Ratsgruppe war die finanzielle Situation von Stadt und Landkreis. Beide Kommunen stünden massiv unter Druck und im Hinblick auf den Erhalt freiwilliger Leistungen sei eine strikte Haushaltsdisziplin und die Umsetzung von Synergie-Effekten erforderlich. Nach Ansicht der Antragsteller lasse sich durch die Zusammenarbeit zwischen dem Landkreis Wolfenbüttel und der Stadt Wolfenbüttel unter Umständen das Defizit des Bildungszentrums in Höhe von rund 6,2 Millionen Euro minimieren beziehungsweise eine Erhöhung des Defizits verhindern.
Entscheidung im Rat gefallen
Am vergangenen Mittwoch stand der Antrag nun im Rat der Stadt Wolfenbüttel auf der Tagesordnung. Zuvor war er bereits in den relevanten Ausschüssen und Gremien beraten worden. Nach einer kurzen Aussprache im Rat wurde der Antrag nun mehrheitlich abgelehnt. Dies war nach den vorhergegangenen Beratungen auch von den Antragstellern selbst so erwartet worden.

