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Björn Försteling: Urlaubsreise durch den Nahen Osten



Wolfenbüttel

Björn Försteling: Urlaubsreise durch den Nahen Osten


Die Stimmung sei teilweise beklemmend gewesen. Foto: Björn Försterling
Die Stimmung sei teilweise beklemmend gewesen. Foto: Björn Försterling

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Wolfenbüttel. Andere Länder, andere Sitten - beim Reisen erwartet einen oft die eine oder andere lokale Besonderheit. Und nun, wo die Hauptreisezeit zu Ende ist, kehrten auch viele Politiker wie der Landtagsabgeordnete Björn Försterling aus dem Urlaub zurück. regionalHeute.de fragte nach, ob er auch Ideen im Gepäck hat, die er hier gern umsetzen würde.



Der Politiker verbrachte seine Urlaubszeit in Israel. Dort wurde ihm auch der Konflikt im Nahen Ostern deutlich vor Augen geführt. Nebenden Wirren des Krieges konnte eraber auch den Einfallsreichtum der Menschen dort bestaunen:
"Unsere diesjährige Urlaubsreise führte meinen Mann und mich durch Israel. Eine beeindruckende Reise, die uns zu den heiligsten Stätten des Christentums, des Judentums und des Islams führte. An keiner anderen Ecke der Welt kann man so gut das Aufeinandertreffen der Religionen in positiven und auch negativen Dingen spüren wie in Jerusalem. Es ist befremdlich zu sehen, wie Jerusalem und Bethlehem durch eine Mauer getrennt sind und scharfe Sicherheitsvorkehrungen für Ruhe sorgen müssen.


Die Konflikte im Nahen Osten sind nur dreieinhalb Stunden Flugzeit von uns entfernt - und das zu sehen, relativiert viele politische Konflikte, die wir hier in Deutschland führen. In vielen Regionen der Erde werden Konflikte viel erbitterter und gewaltsam geführt. Da kann man durchaus für sich mitnehmen, dass man nicht alle politischen Meinungsverschiedenheiten mit aller Wucht ausfechten muss. So führte uns unsere Reise auch in die Golanhöhen an die Grenze zwischen Israel und Syrien bis zur von der UN kontrollierten waffenfreien Zone. Rund 40 Kilometer südwestlich von Damaskus sah die Welt ganz friedlich aus, aber nur einige Kilometer weiter auf der syrischen Seite wütete zu dieser Zeit der IS und schlachtete ein ganzes Dorf ab. Und zwei Tage vor unserem Besuch in den Golanhöhen hatte die israelische Flugabwehr ein syrisches Kampfflugzeug abgeschossen. Um diese Umstände wissend war der Besuch sehr beklemmend.

Angesichts der Sicherheitslage gibt es in Israel eine zweijährige Wehrpflicht für junge Frauen und Männer. Wer die jungen Frauen und Männer voll bewaffnet durch die Städte gehen sieht, der ist sehr irritiert. Viel irritierender war jedoch das Sommerlochtheater um die Wiedereinführung der Wehrpflicht in Deutschland, wo die Sicherheitslage mit der israelischen nicht zu vergleichen ist.

Im Rahmen unserer Rundreise wurde aber auch deutlich, dass es im Nahen Osten mittelfristig nicht mehr um religiöse Konflikte gehen wird, sondern um einen Kampf ums Wasser. Spannend für die Arbeit zuhause war aber zu sehen, wie mit intelligenten Bewässerungssystemen Landwirtschaft betrieben werden kann. Angesichts unseres diesjährigen Sommers wird diese Frage in den nächsten Jahren auch bei uns relevant sein."


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