Braunschweig. Rund 41 Millionen Frequenzen verzeichnet die Braunschweig Stadtmarketing GmbH für die Braunschweiger Innenstadt innerhalb eines Jahres. Damit bleiben die Werte mit einem leichten Rückgang um 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr insgesamt stabil. So heißt es in einer Pressemitteilung der Braunschweig Stadtmarketing GmbH.
Hierbei sei die Innenstadt jedoch insbesondere während der handelsrelevanten Zeiten im Frühjahr und im Advent sowie zu Veranstaltungen stärker besucht gewesen als im Vorjahreszeitraum. Ein vielfältiger Mix aus Handel, Gastronomie, Veranstaltungen, Dienstleistungen und Kultur schaffe attraktive Besuchsanlässe für die Innenstadt, meint das Stadtmarketing.
Nur wenn was los ist
Im Auswertungszeitraum vom 1. September 2025 bis zum 31. August 2026 erfassten die Lasermessgeräte des Stadtmarketings an acht Standorten in der Braunschweiger Innenstadt etwa 41,1 Millionen Passantenbewegungen. Im Mai und im Advent sowie an Veranstaltungstagen war die Innenstadt deutlich stärker besucht als im letzten Auswertungsjahr. In Zeiträumen ohne Veranstaltungen liegen die Frequenzen im Durchschnitt unter den Vorjahreswerten. Insgesamt bedeutet das für die diesjährige Gesamtauswertung eine stabile Entwicklung mit leichtem Rückgang um knapp 2 Prozent.

Monatsfrequenzen im Jahresvergleich für die Braunschweiger Innenstadt. Auswertungszeitraum jeweils vom 1. September bis zum 31. August. Foto: Grafik: Braunschweig Stadtmarketing GmbH
Die Frequenzentwicklung liegt damit in der Innenstadt auf einem konstanten Niveau, nachdem die Vorjahresauswertung eine Steigerung um 0,5 Prozent ergeben hatte. „Insgesamt handelt es sich um übliche Schwankungen innerhalb von Jahresvergleichen. Das liegt also im Rahmen einer insgesamt stabilen Entwicklung“, sagt Nina Fritzler, Geschäftsführerin des Stadtmarketings. „Die diesjährige Auswertung zeigt sehr deutlich, wie wichtig konkrete Besuchsanlässe für die Innenstadt sind. Veranstaltungen, verkaufsoffene Sonntage und die Adventszeit sorgen für besonders hohe Frequenzen. Gleichzeitig bleibt unsere Aufgabe, auch an den anderen Tagen gute Gründe für einen Innenstadtbesuch zu schaffen. Dafür braucht es weiter das Zusammenspiel von Handel, Gastronomie, Veranstaltungen, Kultur und Aufenthaltsqualität.“
Die Highlights des Jahres
Besonders gut besucht war die Braunschweiger Innenstadt während des Tags der Niedersachsen. Das große mehrtägige Landesfest fand zum ersten Mal in Braunschweig statt und lockte vom 12. bis zum 14. Juni mehrere hunderttausende Besucherinnen und Besucher in die Stadt. Der Samstag markiert hierbei mit etwa 308.000 Passantenbewegungen den frequenzstärksten Tag des Auswertungszeitraums 2025/2026. Die zweitmeisten Frequenzen entfielen auf den Samstag, an dem sowohl das Magnifest das Burgplatz Open Air und auch das stadtsommervergnügen parallel stattfanden. An den Veranstaltungstagen des Buskers im Mai, dem Stadtfrühling mit verkaufsoffenem Sonntag im April sowie der Veranstaltung Braunschweig International wurden ebenfalls hohe Passantenströme verzeichnet.
Extreme Wetterlagen mit viel Schnee zum Jahresbeginn und mit Hitzeperioden im Juni und Juli sorgten für entsprechende Frequenzeinbrüche in den jeweiligen Monaten. Insgesamt bleibt die Adventszeit 2025 der wichtigste Frequenztreiber des Jahres.
Allein der Dezember 2025 erzielt als stärkster Monat der Auswertungszeit etwa 4,5 Millionen Frequenzen und übertrifft hierbei die Werte von Dezember 2024 um 7,5 Prozent. Das Weihnachtsgeschäft sowie der beliebte Braunschweiger Weihnachtsmarkt heben sich somit deutlich als Frequenzbringer ab.
Wiedereröffnung der Tiefgarage Packhof
Die Wiedereröffnung der Tiefgarage Packhof im August 2025 sowie die Eröffnung eines Supermarktes in der Packhofpassage Mitte 2026 sorgen für die Kompensation der baustellenbedingten Frequenzverluste in diesem Innenstadtbereich. Wie sich bereits zum Ende der letzten Auswertung andeutete, erzielte der Standort Sack damit eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr mit einer Erhöhung um etwa 6,8 Prozent. „Seit der Wiedereröffnung der Tiefgarage stehen in der Nähe des Messpunktes am Sack 1.000 weitere innenstadtnahe Parkplätze zur Verfügung und der Supermarkt erweitert das Handelsangebot an diesem Standort. Das Plus in den Frequenzen ist ein gutes Beispiel dafür, wie Veränderungen in der Stadt sich auf Laufwege und das Verhalten der Innenstadtgäste auswirken“, so Fritzler.
Ansprechende Gastronomieangebote können die Dauer eines Innenstadtaufenthalts verlängern, zusätzliche Besuchsanlässe schaffen und so das Besucheraufkommen nachhaltig stützen. „Während des letzten Auswertungszeitraums haben in der Innenstadt mehrere Cafés und Restaurants an Standorten eröffnet, die zuvor von Geschäften oder Leerständen geprägt waren. Auch hieran wird erkennbar, dass Gastronomie eine wichtige Ergänzung im vielfältigen Angebotsmix der Braunschweiger Innenstadt ist“, sagt Fritzler.
Stiftshöfe und Haus der Musik
Zukunftsfähige Innenstädte lebten von einem Zusammenspiel unterschiedlicher Funktionen und Besuchsgründe. „Ein starkes Handelsangebot bleibt zentral, gleichzeitig gewinnen Gastronomie, Kulturangebote, Veranstaltungen und eine gute Erreichbarkeit an Bedeutung“, sagt Stadtbaurat und Wirtschaftsdezernent Gerold Leppa. „Die Braunschweiger Innenstadt verfügt in diesen Bereichen über eine starke Basis und zeichnet sich durch ihre hohe Anziehungskraft weiterhin als Oberzentrum der Region aus. Mit unseren Projekten Stiftshöfe und dem Haus der Musik wollen wir hier weitere Akzente setzen.“

