Bettler am Hauptbahnhof: Reisende fühlen sich bedrängt

Am Braunschweiger Hauptbahnhof soll seit Monaten eine Gruppe von Bettlern aktiv sein und bei Reisenden für Unbehagen sorgen.

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Symbolbild.
Symbolbild. | Foto: Anke Donner

Braunschweig. In den vergangenen Monaten häufen sich Berichte über eine Gruppe Bettler, die am Hauptbahnhof durch ihr Auftreten bei manch einem Reisenden Unbehagen auslösen. Die Rede ist von teils aggressivem Verhalten. regionalHeute.de hat bei der Bundespolizei und der Deutschen Bahn nachgefragt, was es damit auf sich hat.



Bei der Gruppe soll es sich um etwa fünf mutmaßlich osteuropäische Männer und Frauen handeln, die Passanten bereits seit mehreren Monaten mit der immer gleichen Masche ansprechen: Man sei aus Magdeburg und brauche dringend Geld für die Rückfahrt. In einigen Fällen seien die Bettler erfolgreich, doch wenn nicht, sollen sie Reisenden gegenüber auch aggressiver auftreten. Einige Fahrgäste berichten, dass sie sich durch die Bettler stark unter Druck gesetzt und bedrängt fühlten und ihnen nur Geld gaben, um der unangenehmen Situation zu entkommen.

Das sagt die Bundespolizei


Wie die Bundespolizei auf Anfrage von regionalHeute.de schildert, habe eine interne Prüfung ergeben, dass ihr derartige Bettlergruppen im Hauptbahnhof Braunschweig bislang nicht bekannt seien. Grundsätzlich obliege das Verbot des Bettelns in hausrechtlicher Zuständigkeit bei der Deutschen Bahn, die Ordnungsstörer des Hauptbahnhofs verweisen oder gegen sie Hausverbote ausstellen könne. Erst in zweiter Instanz werde die Bundespolizei tätig, um Platzverweise durchzusetzen oder eine strafrechtliche Verfolgung einzuleiten.

Man wolle aber die in dem Bereich eingesetzten Beamten noch einmal für die Thematik sensibilisieren und sich mit dem Bahnhofsmanagement Braunschweig zu diesem Thema austauschen.

So äußert sich die Bahn


Die Deutsche Bahn (DB) geht auf unsere Anfrage hin nicht näher auf die betreffende Bettlergruppe ein, weist jedoch darauf hin, dass Betteln und Hausieren aufgrund der Hausordnung in den Bahnhöfen verboten seien. Aggressiv Bettelnde verweise man aus den Stationen. Im Wiederholungsfall drohe Hausverbot oder sogar eine Anzeige. Hierbei sei man auf Hinweise der Fahrgäste angewiesen: Wer sich gestört fühle, könne das DB Sicherheits- oder Servicepersonal ansprechen.

Auch die 3-S-Zentrale (Zentrale für Service, Sicherheit und Sauberkeit) stehe in Braunschweig telefonisch unter der Nummer 0511/286 1055 zur Verfügung. Trotz aller Anstrengungen könne die DB nur den Symptomen entgegenwirken. Eine nachhaltige Arbeit an den Ursachen bleibe gesamtgesellschaftliche Herausforderung und sei nicht allein innerhalb der Bahnhöfe zu realisieren.

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