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Braunschweigs "Trash Tracker" sagen Müll den Kampf an



Braunschweigs "Trash Tracker" sagen Müll den Kampf an

Zwei junge Männer aus Braunschweig haben genug vom Müll. Wenn es nach ihnen geht, könnte beim Müllsammeln sogar etwas rausspringen.

von Till Siebert


Symbolbild
Symbolbild Foto: Pixabay

Braunschweig. Im vergangenen Jahr starteten zwei junge Männer aus Braunschweig ein Projekt, um dem Müll in den Straßen und Parks in der Stadt den Kampf anzusagen. Der 25-jährige Shahryar Tavana und der 27-jährige Christopher Kloska wurden die "Trash-Tracker". Sie gehen wöchentlich durch das Braunschweiger Stadtgebiet, sammeln Müll und kommen mit Mitbürgern zu aktuellen Umweltthemen ins Gespräch. Ihr Ziel ist es jedoch, in Zukunft auch zu erfassen, wie viel Müll eigentlich über die Stadt verteilt liegt.



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Die gegenwärtigen Umweltverschmutzungen nähmen überhand und könnten ressourcenbedingt nicht alleine durch die Braunschweiger Abfallwirtschaft beseitigt werden, so Kloska. Zuschauen komme für die beiden nicht infrage, es sei ihre Stadt. Mit ihren Aktionen wollen sie das Braunschweiger Stadtbild verschönern und die Bürger zum Umdenken in ihrem Abfallmanagement zu bewegen. Der Müll sehe nicht nur unschön aus, sondern sei auch gefährlich für Mensch und Tier. "Darüber sprachen wir auch oft bei Spaziergängen. Schlussendlich haben wir uns zwei Greifer besorgt und sind losgegangen", erläutert der CO-Gründer die Entstehung.



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Müll soll digital erfasst werden


Dabei gehe es nicht nur um das Müllsammeln, vor allem beschäftige sie die Suche nach Lösungen von Ursachen sowie die Müllvermeidung. Dazu arbeiten sie unter anderem bereits mit der ALBA Braunschweig zusammen und werden von der Fakultät Recht der Ostfalia-Universität unterstützt. In Zukunft planen sie, die Ergebnisse eines jeden "Clean-Up's" digital zu erfassen und zu verarbeiten. Daraufhin soll eine Datenbank generiert werden, die einen guten Überblick geben soll, wie gravierend Braunschweigs Abfallproblem ist. Je mehr Daten man generieren kann, desto bessere Lösungen könne man dabei entwickeln, erklärt Kroska.



Sammeln um einzukaufen


Doch da sei die Tracking-Idee noch nicht zu Ende. Alle Bürger sollen, über zur Verfügung gestellte Müllgreifer und Beutel, auf Sammeltour gehen können. Später soll man Mülleimer über einen QR-Code freischalten können. Der eingeworfene Abfall mithilfe eines verbauten Sensors gescannt werden und der Nutzer Coins, basierend auf die Menge des Abfalls, bekommen. Diese soll er dann wiederum in lokalen Märkten zum Kauf benutzen oder Rabatte erhalten können. Zwar seien Händler ja theoretisch nicht dafür verantwortlich, was Käufer mit ihren Verpackungen anstellen, nachdem das Produkt und der daraus entstandene Abfall gekauft wurde und das Gelände verlässt, doch sehe man das Konzept durchaus im Interesse der Händler, da Nutzer dadurch wieder ins Geschäft gelockt werden. In Bezug auf diese Weiterführung der Idee sei man noch auf der Suche nach Partnern. Die Türen für eine Kooperation mit der Stadt Braunschweig in naher Zukunft stünden jedoch offen. Ebenfalls offen seien die Gründer für eine Expansion im lokalen Umfeld. Alle weiteren Informationen, auch dazu, wie man sich beteiligen kann, finden Sie auf der Webseite des Projektes https://trash-tracker.com/


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