Die Stadt der Zukunft – Bürger sollen mitentscheiden

von Robert Braumann




Braunschweig. Im Rahmen eines Pressetermins hat Oberbürgermeister Ulrich Markurth das Integrierte Stadtentwicklungskonzept vorgestellt. Dabei wurde klar: Die Beteiligung der Bevölkerung soll eine zentrale Rolle einnehmen.

Ob Demografischer Wandel, der Klimaschutz, die Vernetzung von Stadträumen oder die Einbindung von naturnahen Flächen – wer sich mit Stadtplanung auseinandersetzt, der muss für ein stimmiges Gesamtkonzept viele Dinge beachten. Deshalb soll alles auf eine neue Grundlage gestellt werden. Die strategischen Ziele und Leitlinien für Braunschweig sollen künftig im Integrierten Stadtentwicklungskonzept formuliert werden. Die Erarbeitung dieses Masterplans wird derzeit vorbereitet und soll im kommenden Jahr beginnen. Dabei sollen sich die Bürger und Bürgerinnen im Rahmen des breit angelegten Diskussionsprozesses an der Ausarbeitung des Konzepts beteiligen. Es ist geplant, dass sie ihre Ideen für die Zukunft der Stadt und ihre Ortsteile einbringen. Das Konzept soll soziale, ökologische, demografische, kulturelle und viele weitere Zielsetzungen bündeln. Was bereits vorliegt, wird im Blick auf das neue Konzept geprüft und eingebunden. Oberbürgermeister Markurth sagte: „Es gibt vieles, auf dem wir aufbauen können. Wir müssen das Rad nicht neu erfinden. Viele gute Pläne und Konzepte gibt es schon. Sie sollen, gerade unter dem integrativen Ansatz, in dieses einfließen und, wenn nötig, modifiziert und weiter verbessert werden.“

Die Bürger sollen mit ins Boot


"Welchen Weg soll unserer Stadt in den nächsten Jahren nehmen, wo soll Braunschweig 2030 stehen, was sind unsere Handlungsziele? Alle Bürgerinnen und Bürger, aber auch Vereine und Verbände, kurz: Die gesamte Stadtgesellschaft ist aufgerufen, an der Beantwortung dieser Fragen mitzuwirken und so die Leitlinien und Ziele Braunschweigs zu ihrer Sache zu machen. Wir wollen einen Masterplan, der von den Bürgern mitgestaltet und mitgetragen wird. Es ist ein Paradigmenwechsel im Miteinander", so Oberbürgermeister Ulrich Markurth. Das Konzept wird dazu die Grundlage für den Flächennutzungsplan für das Stadtgebiet sein. Dieser sei veraltet und müsse sowieso erneuert werden. „Die Inhalte des Konzepts gehen aber weit über die Darstellungen des Flächennutzungsplans hinaus“, erläutert Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer.



Er ergänzt: „Braunschweig wächst, aber der Stadtraum ist begrenzt.“ Wohnbau- und Gewerbeflächen müssten daher zielgerichtet und flächensparend entwickelt, Potenziale der Innenentwicklung genutzt werden. Ein gutes Beispiel sei das bereits auf den Weg gebrachte Wohnbauprojekt Nördliches Ringgebiet. Das Konzept soll dazu helfen, auf neue Herausforderungen Antworten zu finden. „Themenfelder werden die Bewältigung des demografischen Wandels und der sozialen Herausforderungen sein“, erläutert der amtierende Sozialdezernent Norbert Winkler.

Wer macht was


Der Fachbereich Stadtplanung und Umweltschutz übernimmt intern und im Verhältnis zu Politik, externen Entscheidungsträgern und Bürgerinnen und Bürgern die Steuerung des Projekts und bereitet konkrete Maßnahmen und Gremienbeschlüsse vor. In einer ersten Stufe entwickelt die Arbeitsgemeinschaft „Schulten Stadt- und Raumentwicklung“ (Dortmund) / „Ackers Partner Städtebau“ (Braunschweig) zurzeit ein Bearbeitungs- und Dialogkonzept für den eigentlichen Prozess, das den politischen Gremien zur Entscheidung vorgelegt wird. Stimmt der Rat zu, koordiniert und moderiert die Arbeitsgemeinschaft den Prozess im Auftrag der Stadt, bringt Menschen und Ideen zusammen, bündelt den fachlichen Dialog und bringt eigene Ideen zur Stadtentwicklung ein. Außerdem sichtet sie die vorhandenen und in Arbeit befindlichen Planwerke und Konzepte wie etwa das Stadtbahnausbaukonzept oder den Sportentwicklungsplan, das integrierte Klimaschutz-Projekt und vieles mehr.

Wie geht es jetzt weiter


Die Verwaltung erläutert den Bezirksbürgermeistern das Vorhaben und eröffnet damit den Dialog auf Stadtteilebene. Zu Beginn des neuen Jahres wird das Bearbeitungs- und Dialogkonzept für das Integrierte Stadtentwicklungsprozess den politischen Gremien zur Entscheidung vorgelegt. Für die vom Rat beschlossene Erarbeitung des Konzeptes sind zwei Jahre angesetzt. Am Ende steht die Beschlussfassung durch den Rat als verlässliche Leitlinie für die zukünftige Entwicklung der Stadt Braunschweig.


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