"Eiserner Heinrich" aus Vieweghaus ausgezogen

Die Überlebensgroße Holzfigur verlässt als eines der letzten Objekte das Vieweghaus am Burgplatz.

Der Eiserne Heinrich musste sein Domizil verlassen.
Der Eiserne Heinrich musste sein Domizil verlassen. | Foto: 3Landesmuseen

Braunschweig. Mit der Holzfigur „Heinrich der Löwe in Eisen“ hat in Vorbereitung für die Sanierung des Gebäudes in dieser Woche eines der letzten Objekte das Braunschweigische Landesmuseum am Burgplatz verlassen. Der „Eiserne Heinrich“ stellte das Team noch einmal vor eine besondere Herausforderung. Die überlebensgroße Holzfigur entstand im Rahmen der sogenannten Kriegsnagelungen des 1. Weltkrieges. Die 3,90 Meter hohe und 1340 Kilo schwere Figur begrüßte die Besucher seit den 1980er Jahren im Eingangsbereich des Museums am Burgplatz. Der sichere Abtransport dieses Objektes erforderte aufgrund der Maße und des Gewichts eine aufwändige, maßgeschneiderte Lösung. Dies teilen die 3Landesmuseen in einer Pressemitteilung mit.


Heinrich sei zunächst mit einem Gerüst eingehaust, dann vorsichtig mit Hilfe von mehreren Seilzügen angehoben, in die Horizontale gebracht und schließlich auf einen extra für ihn konzipierten rollbaren Unterbau gelegt worden. Museumsdirektorin Dr. Heike Pöppelmann: „Trotz der durch die Corona-Pandemie erschwerten Bedingungen konnte dank der akribischen Vorbereitungen des engagierten Teams die Räumung des Vieweghauses wie geplant bis Dezember 2020 durchgeführt werden. Bei aller Anstrengung, die ein Museumsumzug mit sich bringt, haben wir die Sammlungen für die Zukunft gesichert.“ Rund 300.000 Objekte hätten inzwischen im neuen Zentraldepot des Museums Platz gefunden.

Ab dem 5. Dezember 1915 habe die Figur in einem Pavillon vor dem Braunschweiger Schloss gestanden, um die Bevölkerung zur Unterstützung von Kriegshinterbliebenen und –verwundeten zu animieren, da die staatliche Sozialfürsorge nicht über ausreichende Mittel verfügte. Gegen eine Geldspende hätten die Bürger Nägel in die Holzfigur geschlagen und damit Herzog Heinrich nach und nach eine Rüstung angelegt: mit Nägeln aus Eisen und Messing, aber auch aus Silber und Gold, zum Teil mit gravierten Plaketten, zu Preisen zwischen 50 Pfennig und 300 Mark.


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