Region. "Wir haben eine Mission: Wir wollen Deutschlands unterhaltsamster McDonald's-Kanal werden." Das sagt ein Darsteller in einem Video auf dem Instagram-Kanal von "McDonalds_38", der zur Franchise-Nehmerin Barbara Rieke gehört, die 14 Restaurants der US-amerikanischen Burger-Kette in der gesamten Region zwischen Harz und Heide betreibt. Doch zuletzt wurden Beobachter stutzig und ein Leser hat uns jetzt darauf aufmerksam gemacht: Eben dieser unterhaltsame Kanal liked Beiträge des Gifhorner AfD-Kommunalpolitikers Robert Preuß oder kommentiert diese gar mit unterstützenden Emojis. Was ist da also los? Mischt sich der Fast-Food-Konzern etwa in die Kommunalpolitik in der Region ein?
Der Kanal bewirbt mit seinen kurzen Filmen die Produktpalette der Fast-Food-Restaurants und bedient dabei professionell die gängigen Social-Media-Trends. Doch plötzlich tauchen Likes dieses offiziellen McDonald's-Kanals auf dem des Gifhorner AfD-Politikers auf. Dessen Beiträge erhalten zudem Kommentare von McDonalds_38 – ausschließlich Emojis, etwa den "Daumen hoch" oder den als Unterstützung geltenden muskulösen Oberarm.
McDonald's sieht sich als politisch neutral
Ob Unterstützung für die AfD oder für jede andere Partei: Eigentlich müssten die Unternehmensrichtlinien von McDonald's doch vorgeben, dass die Franchisenehmer sich aus solchen Sachen komplett heraushalten – erst recht jetzt, wenige Wochen vor den Kommunalwahlen. Auf Nachfrage von regionalHeute.de in der deutschen Konzernzentrale in München teilt der Burger-Riese mit: "McDonald's Deutschland versteht sich als politisch und weltanschaulich neutrales Unternehmen."
Franchise-Nehmerin betreibt den Instagram-Account
Der besagte Instagram-Account werde allerdings eigenverantwortlich von der Unternehmerin Barbara Rieke betrieben. Die Franchise-Nehmerin hat erst kürzlich ihr Filialnetz auf 14 Restaurants erweitert. Ende Juni hatte sie ein neues Restaurant in Meinersen im Landkreis Gifhorn eröffnet. Die meisten anderen Standorte befinden sich in Braunschweig, Salzgitter und Goslar. Auch Rieke bestätigt auf Nachfrage unserer Redaktion: "Als Franchise-Nehmerin von McDonald's Deutschland bin ich politisch neutral." Das plötzliche politische Engagement des Instagram-Accounts "lässt sich deshalb nicht mit diesem Selbstverständnis in Einklang bringen", betont Rieke.
Die in den eigenen Beiträgen erkennbare Professionalität des Instagram-Accounts deutet es an. Und Barbara Rieke bestätigt auf Nachfrage von regionalHeute.de: "Bei der Betreuung des betreffenden Social-Media-Kanals hatte ich Unterstützung von einer externen Agentur." Diese Agentur habe der Franchise-Nehmerin nun bestätigt, dass es "im Rahmen eines Automatisierungsprozesses zu einem Fehler kam, der zu den Interaktionen geführt hat." Diese Likes und Beiträge habe Rieke nun per Anweisung löschen lassen. "Als Konsequenz werde ich darüber hinaus die Zusammenarbeit mit der Agentur beenden", berichtet die Franchise-Nehmerin außerdem.
Auch der Konzern bestätigt, dass Rieke ihre Social-Media-Agentur "umgehend nach Bekanntwerden des Vorgangs um eine Stellungnahme gebeten hat. Laut dieser kam es hier im Zusammenhang von Automatisierungsprozessen zu einem Fehler, der zu den Interaktionen geführt hat. Diese wurden zwischenzeitlich gelöscht und unsere Franchise-Nehmerin wird in der Folge die Zusammenarbeit mit der Agentur beenden."

