Braunschweig. Plötzliche Schmerzen in der Brust sind ein Warnzeichen, stellen aber auch die Notaufnahme vor eine schwierige Frage: Herzinfarkt, Lungenembolie oder etwas Harmloses? Am Städtischen Klinikum Braunschweig (skbs) übernimmt diese Klärung die sogenannte Chest Pain Unit. Jetzt wurde sie von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e. V. (DGK) zertifiziert, berichtet das Klinikum in einer Presseinformation.
Ab sofort trägt sie damit den Titel „Chest Pain Unit – DGK zertifiziert". Die Gutachterinnen und Gutachter hätten dem Team dabei einen „sehr positiven" Eindruck attestiert, heißt es weiter. „Brustschmerz ist eines der häufigsten Symptome in der Notaufnahme – und eines der tückischsten, weil sich dahinter ganz unterschiedliche Ursachen verbergen können: ein Herzinfarkt, eine Lungenembolie oder auch etwas völlig Harmloses", erklärt Oberarzt und Kardiologe Dr. Martin Faber. „Die Chest Pain Unit gibt es, damit genau das schnell, sicher und nach einheitlichen Kriterien geklärt wird."
Eng abgestimmte Diagnostik – bereits aus dem Rettungswagen heraus
Möglich wird das durch eine enge Verzahnung von Kardiologie und Notfallmedizin, die von der ersten Minute an gemeinsam am selben Patienten arbeiten – durchgängig digital abgebildet, sodass jeder Patient dieselben Schritte durchläuft. „Die Chest Pain Unit ist direkt angegliedert an die Notaufnahme. Sie stellt somit für die Bevölkerung eine schnelle zielgerichtete Diagnostik und Behandlung von akuten Herznotfällen sicher“, erklärt Dr. Ulrike Cretan, kommissarische Leiterin der Notfallmedizin am skbs. Dabei beginnt die Versorgung nicht unbedingt erst in der Notaufnahme, wie Dr. Stephan Höft, Stellvertretender Leiter der Notfallmedizin, ergänzt. „Das erste EKG wird im Zweifel direkt durch den Rettungsdienst an das Krankenhaus übermittelt, sodass wir wichtige diagnostische und organisatorische Schritte frühzeitig einleiten können.“
Mehr Sicherheit
Für die Patientinnen und Patienten heißt das vor allem: Sicherheit. Wer tatsächlich einen Herzinfarkt oder eine andere schwere Erkrankung hat, wird schnell erkannt und behandelt. Besteht kein Notfall, aber dennoch der Verdacht auf eine zugrundeliegende Durchblutungsstörung, wird direkt aus der Notaufnahme heraus ein Termin zur weiteren kardiologischen Abklärung vereinbart. „Die kardiologisch geführte Chest Pain Unit integriert in unser interdisziplinäres Notfallzentrum verbessert die Versorgung von Patienten mit koronarer Herzkrankheit und akutem Herzinfarkt: schnellere Diagnostik, klare Abläufe und eine Behandlung ohne Zeitverlust", sagt Prof. Dr. Tibor Kempf, Chefarzt der Kardiologie am skbs.
„Wir versorgen Patientinnen und Patienten mit Brustschmerz nicht erst seit der Zertifizierung so sorgfältig“, sagt Dr. Martin Faber abschließend. „Neu ist, dass das jetzt auch nach aktuellen, strengen Maßstäben von außen bestätigt wird. Darüber freuen wir uns sehr.“

