Braunschweig. Zum vierten und letzten Mal in diesem Jahr pilgerte Bischof Dr. Heiner Willmer SCJ mit Jugendlichen aus dem Bistum Hildesheim am Samstag, 30. September. Das Besondere: In Braunschweig wurde nicht gewandert, sondern gepaddelt. In Kanus ging es für die jungen Menschen zwischen 13 und 29 Jahren und ihrer Begleitung über die Oker. Unter den fast 40 Teilnehmenden war auch eine kleine Gruppe der ukrainischen Gemeinde Braunschweig. Dies teilte die Katholische Kirche Braunschweig mit.
Die Tour begann im Braunschweiger Bürgerpark mit einer Begrüßung, Einführung in die Kanutour und einer Andacht inklusive Segnung durch den Bischof. Nachdem alle 11 Paddelboote, genauer Kanadier, mit Besatzung im Wasser waren, startete die Gruppe in Richtung Norden die Oker entlang. Kurz vor dem Pausenstopp ein kleines Abenteuer - ein Fischkanupass am Petriwehr. In den Kanus rutschten die Teilnehmenden nacheinander den Pass hinunter.
Zeichen des Klimawandels
Ein gekentertes Boot, einige nasse Hosenbeine
Am Akki konnten sich alle Nassgewordenen wieder abtrocknen und umziehen. Dort trafen die Kanupilgerinnen und -pilger Jugendliche der kroatischen Mission Braunschweig und Göttingen, die den Tag über rund um den Wohldenberg bei Holle pilgerten. Die Ukrainische Gemeinde verabschiedete sich kurz nach der Ankunft, weil sie in ihrer Gemeinde St. Joseph noch ein muttersprachlicher Gottesdienst mit Live-Übertragung zu den Soldaten in der Ukraine erwartete.
Gottesdienst am Ende
Großer Dank richtete sich an den BDKJ (Bund der Deutschen katholischen Jugend) Braunschweig, der den Tag organisiert und möglich gemacht hatte. Mit einem gemeinsamen Gottesdienst und anschließendem Essen endete der Tag für die mittlerweile erschöpften Kanupilgerinnen und -pilger. Lavinia, Linda und Romina aus Bad Salzdetfurth erhalten bald ihre Firmung und würden wieder mit dem Bischofhof pilgern, „aber eher nicht wandern!“.
Bischof Heiner nimmt eine wichtige Erkenntnis aus den Pilgertouren mit: „Was ich mitnehme, jetzt nach zweieinhalb Jahren Corona, ist: Es geht nichts über analoge Kontakte – direkte Begegnungen. Man kann noch so viel telefonieren, in Chatgruppen sein, digital unterwegs sein, aber jemanden direkt in die Augen schauen, Smalltalk halten, zusammen Tee trinken – das ist unschlagbar. Die persönliche Präsenz ist wahnsinnig wichtig.“