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Mehr Schutz für weibliche Flüchtlinge

von Robert Braumann


In der Landesaufnahmebehörde soll ein
In der Landesaufnahmebehörde soll ein Foto: Sina Rühland

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03.02.2016




Braunschweig. Hunderte oder gar tausende Menschen aus unterschiedlichen Kulturen leben zusammen auf engstem Raum. Oft ist die Stimmung in Flüchtlingsheimen angespannt und entlädt sich auch in Gewalt. Um besonders Frauen und Kinder zu schützen, hat das Land Niedersachsen ein Schutzkonzept erarbeitet. Dieses wird auch in Braunschweig in der Landesaufnahmebehörde angewendet.

Michael Lewin, der neue Standortleiter in Braunschweig, bestätigte im Interview mit regionalHeute.de die Anwendung des Konzepts. "Auch in Braunschweig wenden wir die Vorgaben an". Besondere Probleme gäbe es momentan am Standort aber nicht. Ihm sei aktuell kein Fall bekannt, wo es vor Ort Gewalt gegen Frauen gegeben hätte. In Braunschweig seien momentan 500 Frauen und rund 400 Kinder untergebracht. Was genau sieht das Schutzkonzept vor?

Separate Unterbringung von Familien, insbesondere von Müttern mit Kindern und alleinstehenden Frauen, gut beleuchtete Zugänge zu Sanitäranlagen und abschließbare geschlechtergetrennte Bereiche. Dies sind nur einige Maßgaben, die von Einrichtungen zu beachten sind.
- Rückzugsmöglichkeiten für Frauen und Spielangebote für Kinder
- Ausreichende personelle Ausstattung der Aufnahmeeinrichtung des Landes zur Betreuung
- Haupt-und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen über Formen und Auswirkungen von Misshandlungen und sexueller Gewalt informiert und sensibilisiert werden
- Die regional vorhandenen Hilfs- und Unterstützungsangebote sind bekannt zu machen

- Für Flüchtlingsfrauen sollte es zu jeder Zeit eine weibliche Ansprechperson geben
- Sollten sich Fällen von Misshandlung , sexueller Gewalt oder Kindeswohlgefährdung ereignen, ist es wichtig den Betroffenen entsprechende Hilfe und Unterstützung zu geben
- Die Beschäftigten der Aufnahmeeinrichtungen des Landes haben die Aufgabe , den Gewaltbetroffenen Zugang zu den Beratungseinrichtungen gegen Gewalt zu öffnen.
- Das Netzwerk für traumatisiert Flüchtlinge in Niedersachsen bietet Beratungen und auch therapeutische Einzel- und Gruppenangebote

Die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) im SPD Bezirk Braunschweig begrüßt das neue Konzept für den Kinderschutz und Gewaltschutz für Frauen in Aufnahmeeinrichtungen. Die ASF stellt fest, dass einige Maßnahmen bereits im Rahmen der Möglichkeiten umgesetzt werden. Sie bedauert, dass das Konzept in wesentlichen Teilen Kann- und Sollbestimmungen enthält. „Dieses Konzept sehen wir als einen ersten Schritt zur Prävention vor Misshandlung und Gewalt mit Hilfs- und Unterstützungsangeboten für Betroffene. Ebenso geht es um die Sensibilisierung für dieses Thema in der Gesellschaft. Es ist nach einiger Zeit kritisch zu bewerten, inwieweit, das Konzept ergänzt werden muss“, stellt Annegret Ihbe fest. „Prävention von Misshandlung und Gewalt hat höchste Priorität. Wir begrüßen das auch von uns als ASF geforderte Konzept . Es soll all denen, die ehrenamtlich oder professionell mit Flüchtlingskindern oder Flüchtlingsfrauen arbeiten, Informationen und Empfehlungen an die Hand geben. Es ist wichtig eine Sensibilisierung zu erreichen, zur Prävention von Misshandlung und Gewalt“, betont der ASF-Bezirksvorstand in seiner letzten Sitzung. „ Es ist Ziel, die Situation vor Ort zu gestalten, dass Kinder und Frauen, die zu uns geflüchtet sind, Schutz und Hilfe erhalten , die notwendig ist “, ergänzt Annegret Ihbe, ASF-Bezirksvorsitzende.


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