Musik auf dem Weihnachtsmarkt trotz GEMA: Das könnte die Lösung sein

Die Stadt sagt wegen der GEMA musikalische Auftritte ab. Die Direkten Demokraten haben allerdings einen Lösungsvorschlag.

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Symbolfoto. | Foto: Pixabay

Braunschweig. Wie die Stadt Braunschweig verkündete, werde man in diesem Jahr wohl auf musikalische Auftritte auf dem Weihnachtsmarkt verzichten müssen. Als Grund gab die Verwaltung geänderte Gebührenregelungen der GEMA an - es wäre schlichtweg zu teuer. Doch statt die Musik ganz zu unterbinden, liefern die Direkten Demokraten nun einen anderen Vorschlag. Dies geht aus einer Pressemitteilung hervor.



Ihren Vorschlag wollen die Direkten Demokraten in den nächsten Wirtschaftsausschuss in Form einer offiziellen Anfrage einbringen. Das Problem mit der GEMA sei überdies nicht neu und eine passende Lösung sei theoretisch schon gefunden worden. So habe sich aufgrund hoher Gebühren der GEMA der Verein für Eigenkompositionen „EIKO“ gegründet, der jeden letzten Freitag im Monat bei den Musikschöpfungen im Schimmelhof ausschließlich GEMA-freie Komponisten und Bands präsentiere, heißt es in der Anfrage.

Gemeint ist eine Darbietung von Musik, die nicht dem "Schutz" der GEMA unterliegt. Dies wäre auch für den Weihnachtsmarkt möglich, so die Direkten Demokraten: "Viele der bekannten Weihnachtslieder sind zum Glück GEMA-frei, da die Komponisten der Werke schon seit mehr als 70 Jahren verstorben sind."

Solche Weihnachtslieder könnten auch ohne eine Anmeldung bei der GEMA und die Zahlung von Gebühren öffentlich aufgeführt werden. Eine Liste mit gemeinfreien Weihnachtsliedern findet sich beispielsweise hier: www.urheberrecht.de/gemafreie-weihnachtsmusik/

Es solle demnach erörtert werden, ob die Möglichkeit besteht, Musikveranstaltungen auf dem Weihnachtsmarkt ausschließlich mit gemeinfreien Werken zu gestalten. Ein passendes Motto hätten die Direkten Demokraten dafür bereits parat: "Braunschweig singt gemeinsam GEMA-frei."

Weitere Anfragen


Überdies beschäftigt sich die Anfrage der Direkten Demokraten noch mit zwei weiteren Ideen. So würde es auch geräuschsensible Menschen geben, die am liebsten überhaupt keine Musik auf dem Weihnachtsmarkt hören wollen. Hier fragen die Direkten Demokraten, ob nicht auch ein Tag für einen "Stillen Weihnachtsmarkt" genutzt werden könne, der besonders diesen Wunsch berücksichtig.

Eine weitere Idee betrifft die Einsparungen, durch die ausgesetzten Auftritte in diesem Jahr. So schlagen die Direkten Demokraten vor, das eingesparte Geld an Musikschaffende auszuschütten, welche GEMA-freie Musik auf dem Weihnachtsmarkt spielen.

Über diese Anfrage wird in kommenden Wirtschaftsausschuss-Sitzungen zu reden sein.

GEMA: Ursprünge in Braunschweig


In ihrer Anfrage liefern die Direkten Demokraten überdies ein interessantes Detail. Dort steht: "Alles Gute stammt aus Braunschweig", laute ein Braunschweiger Sprichwort, und ältere Braunschweiger fügten gerne hinzu: "Und das Schlimme leider auch!"

So sei es auch mit der GEMA, erklären die Direkten Demokraten: "Der Braunschweiger Komponist und Mathematiker Hans Sommer gilt als der Begründer des musikalischen Urheberrechts, und noch heute werden die Kosten für die Pflege seiner Grabstelle auf dem Hauptfriedhof von der GEMA-Stiftung getragen."


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