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Nach Brand in Wohnungslosenunterkunft: Polizei ermittelt Tatzusammenhang

Gegen 21 Uhr kam die Alarmierung. Polizei und Feuerwehr waren kurz darauf vor Ort.

von Kathrin Kühn


Das Wohnheim mit den leicht erkennbaren Brandspuren. Foto: aktuell24/KR

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03.07.2020

Braunschweig. Am gestrigen Donnerstagabend wurde die Feuerwehr um 21 Uhr zu einem Brand in der Straße "An der Horst" gerufen. Dort brannte ein Zimmer eines Männerwohnheims für Obdachlose (regionalHeute.de berichtete). Es seien mehrere Anrufe bei der Leitstelle eingegangen, dass Flammen aus dem Gebäude schlugen. Die Polizei war kurz nach der Feuerwehr vor Ort.


Wie die Feuerwehr mitteilt, war der Fluchtweg über den Flur durch das Feuer abgeschnitten. Deswegen musste die Feuerwehr mit einer Drehleiter die sieben Bewohner aus dem Wohnheim retten. Zusätzlich hatte die Feuerwehr einen "Sprungretter" aufgebaut, der aber nicht zum Einsatz kam. Bei dem Brand wurden sieben Bewohner und zwei Feuerwehrmänner leicht verletzt. Fünf der Bewohner konnten ihre Nacht in anderen Wohneinheiten fortsetzen, mussten nicht ins Krankenhaus und die anderen zwei Obdachlosen mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Die Feuerwehrmänner wurden kurz im Krankenhaus behandelt, seien aber bereits wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden.

Das Feuer konnte schnell unter Kontrolle gebracht werden. Die Polizei berichtet, dass sie vor Ort einen Tatverdächtigen stellen konnte, sie prüfe derzeit einen Tatzusammenhang.

Aktualisiert:



Die Feuerwehr Braunschweig berichtet über den Brand im Wohnheim in einer neuen Pressemitteilung.

Der Löschzug der Hauptfeuerwache erreichte zuerst die Einsatzstelle. „Wir fuhren förmlich durch eine graue Wand aus Rauch“, so der erste Zugführer Tobias Franke. Das Brandhaus erstreckte sich über vier bewohnte Etagen. Gebrannt hatte es vorrangig im ersten Obergeschoss. Durch die Rauchausbreitung war allen Bewohnern ab dieser Etage bis zum Dach der Rettungsweg über die Treppe abgeschnitten. Zudem zeugen Verformungen von Kunststoffbauteilen auf den Etagen von hohen Temperaturen.

An vielen Fenstern standen Menschen, die von dem abziehenden Rauch umhüllt waren. Die erste Einsatzmaßnahme war Menschenrettung. Zeitgleich wurde vom Gesamteinsatzleiter Großalarm für den Rettungsdienst ausgerufen. Wir gingen in der ersten Einsatzphase von bis zu 15 betroffenen Personen aus, so Brandrat Mathias John. Insgesamt wurden an dem Objekt zwei Löschzüge zur Brandbekämpfung und Menschenrettung eingesetzt. Sieben Personen wurden unmittelbar aus der lebensgefährlichen Lage gerettet, fünf davon über Drehleitern. Das vorsichtshalber positionierte Sprungpolster wurde glücklicherweise nicht benötigt.

Im Einsatzabschnitt Rettungsdienst wurden neun Patienten gesichtet. Fünf Personen konnten nach einer ärztlichen Untersuchung vor Ort verbleiben und in anderen Wohneinheiten untergebracht werden. Zwei mittelschwer verletzte Personen wurden in Krankenhäuser transportiert. Ebenso zwei Feuerwehrbeamte, die sich im Rahmen der aktiven Menschenrettung im Einsatz verletzt haben. „Es geht den Kollegen gut. Beide durften nach einer ambulanten Behandlung das Krankenhaus wieder verlassen“, so der Einsatzleiter. Maßgeblich hierfür ist unter anderem die sehr hochwertige und teure Schutzbekleidung der Feuerwehr Braunschweig. Ein Feuerwehrmann wurde durch flüssig abtropfenden Kunststoff verletzt.

Während der Einsatzmaßnahmen war der Madamenweg durch eine Vielzahl von Einsatzfahrzeugen blockiert. Für die ungehinderte Abfahrt von Rettungsfahrzeugen wurde ein Einbahnstraßensystem eingerichtet. Der eingesetzte Rettungshubschrauber Christoph 30 fand auf dem benachbarten Sportplatz ausreichend Platz.


Der Einsatzort. Foto: aktuell24/KR


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