Nachholspiel: Basketball Löwen empfangen Oldenburg mit neuem Headcoach

EWE Baskets-Erfolgstrainer Drijencic wurde vergangene Woche entlassen. Die Gäste haben erst zwei Spiele gewonnen und sechsmal in Folge verloren.

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Symbolbild | Foto: pixabay

Braunschweig. Nur vier Tage nach der knappen 92:94-Niederlage bei medi bayreuth stehen die Basketball Löwen Braunschweig bereits am morgigen Dienstag wieder auf dem Parkett. Dann empfangen sie die EWE Baskets Oldenburg zum Nachholspiel des 13. Spieltages in der Volkswagen Halle. Die tiefbesetzen und erfahrenen Gäste rangieren überraschend mit nur zwei Siegen auf dem letzten Tabellenplatz. Das berichten die Basketball Löwen Braunschweig in einer Pressemitteilung.



Als Reaktion auf die bereits länger andauernde Krise haben die Oldenburger in der vergangenen Woche ihren langjährigen Erfolgstrainer Mladen Drijencic von seinen Aufgaben entbunden und den bisherigen Co-Trainer Alen Abaz zum neuen Headcoach ernannt. Tip-Off der ausverkauften Begegnung, die gemäß der aktuellen niedersächsischen Corona-Verordnung nur vor 500 Zuschauern ausgetragen werden kann, ist um 19 Uhr.

Fast einen Monat Pause


Für die Oldenburger, die seit Jahren ein BBL Top-Team sind und ein Dauer-Abo auf die Playoffs hatten, ist es bislang eine Seuchensaison. Nach einem Kaderumbruch im Sommer – unter anderem haben Rasid Mahalbasic, Karsten Tadda und Nathan Boothe den Club verlassen – sind sie einfach noch nicht in Tritt gekommen und mussten zum Ende des alten Jahres 2021 auch noch Corona-bedingt in Quarantäne. Sie hatten fast einen Monat kein Spiel bestritten und standen am 15. Januar erstmals wieder auf dem Parkett. Nachdem diese Partie gegen Ludwigsburg und auch das darauf folgende „Schlüsselspiel“ beim SYNTAINICS MBC verloren gingen, entschieden sich die Oldenburger Verantwortlichen schließlich zum Wechsel auf der Trainerposition. Am vergangenen Samstag stand Alen Abaz erstmals als Headcoach beim Auswärtsspiel in Crailsheim an der Seitenlinie. Allerdings gelang es ihm nicht, die Wende einzuleiten. Die Partie endete mit 97:86 für die Merlins, was gleichbedeutend mit der zwölften BBL-Niederlage war.

Löwen-Headcoach Jesús Ramírez mahnt aber davor, die Oldenburger an ihrem Tabellenstand zu messen: „Die EWE Baskets sind eine Top-BBL-Organisation, sie waren in den vergangenen Jahren immer weit oben unter den Top4 oder Top6 der Liga. So müssen wir auch an das Spiel herangehen. Wir dürfen nicht darüber nachdenken, dass sie Tabellenletzter sind. Denn sollten wir so denken, dann werden wir sehr wahrscheinlich große Probleme bekommen. Stattdessen müssen wir uns darüber im Klaren sein, dass ihr Kader sehr viel Qualität hat.“

Im "Eins-gegen-Eins“ den Gegner stoppen


Und tatsächlich liest der sich auch nach dem Umbau noch sehr vielsprechend, tiefbesetzt und talentiert. Neben Identifikationsfigur und Publikumsliebling Rickey Paulding (11,4 PpS), der seine letzte BBL-Saison bestreitet, punkten auch die im Sommer verpflichteten Akteure um den von Maccabi Tel-Aviv ausgeliehenen Max Heidegger (16,3 PpS), Forward Cameron Clarke (13,4 PpS), den letztjährigen BBL-Topscorer und polnischen Nationalspieler Michal Michalak (12,8 PpS) und Center Tai Odiase (10,7 PpS) zweistellig. „Sie sind alle sehr Scoring-orientierte Spieler, die wir stoppen müssen – vor allem auch im Eins-gegen-Eins“, sagt der Löwen-Headcoach. Die nötige Balance dazu bilden laut Ramírez die weiteren Spieler wie der NBA- und Euroleague-erfahrene Phil Pressey (4,9 ApS), Center Martin Breunig (8,5 PpS), aber auch Bennet Hundt (5,2 PpS).

Beim letzten Auftritt der Oldenburger in Crailsheim hatte Hundt erstmals in dieser Saison zweistellig gepunktet (15 Punkte), einen großen Unterschied in der Spielanlage hat der Löwen-Headcoach durch den Trainerwechsel bei den Gästen aber nicht ausgemacht: „Sie haben Kleinigkeiten anders gemacht, aber an ihrem Gesamtkonzept nichts Wesentliches verändert.“ So oder so liegt der Fokus für seine Mannschaft aber darauf, diszipliniert zu agieren, die EWE Baskets nicht einfach spielen zu lassen und die Dinge besser zu machen als zuletzt. „Sicherlich war es bitter, wie unsere letzten beiden Spiele ausgegangen sind. Aber ich glaube, die Mannschaft hat das gut verarbeitet und wir müssen ja auch konstruktiv damit umgehen und uns genau angucken, was wir gut und schlecht gemacht haben“, so Ramírez.

Keine Crunchtime-Spezialisten


Allerdings komme es den Löwen auch entgegen, dass sie nicht so viel Zeit hatten, um über das Spiel in Bayreuth nachzudenken. Es war nach der Niederlage nach Verlängerung gegen Heidelberg die zweite Partie binnen weniger Tage, welche die Löwen quasi in letzter Sekunde und damit auf eine schmerzhafte Art und Weise verloren haben. Insgesamt war das Ramírez-Team in dieser Saison in drei Overtime-Spielen und nun gegen Bayreuth mit einer Differenz von zwei Punkten unterlegen. Crunchtime-Spezialisten sind die Oldenburger aber auch nicht. Die haben fünf BBL-Partien mit maximal drei Punkten verloren, gegen den MBC waren es fünf Punkte. Da stellt sich mit Blick auf das morgige Spiel die Frage, wer dieses Mal die besseren Nerven hat, wenn es zu einer engen Schlussphase kommen sollte.


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