Produktion eingestellt: Der Braunschweiger Mumme droht das Aus

Die Mumme-Brauerei H. Nettelbeck KG stellt den Betrieb ein. regionalHeute.de fragte auch beim Stadtmarketing nach, wie es weitergehen soll.

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Die Mummemeile im November ist fester Bestandteil im Veranstaltungskalender der Löwenstadt. Archivbild
Die Mummemeile im November ist fester Bestandteil im Veranstaltungskalender der Löwenstadt. Archivbild | Foto: Alexander Dontscheff

Braunschweig. Einem Alleinstellungsmerkmal mit jahrhundertelanger Tradition droht in Braunschweig das Aus: der Mumme. Auf mindestens 600 Jahre wird die wechselvolle Geschichte des Malzextraktes geschätzt. Doch jetzt kündigt die Mumme-Brauerei H. Nettelbeck KG an, den Betrieb einzustellen. regionalHeute.de sprach nicht nur mit dem Unternehmen, sondern fragte auch beim Stadtmarketing nach, was die Entscheidung für Braunschweig bedeutet.



"Die Produktion wurde bereits eingestellt. Derzeit werden noch die Reste verkauft", berichtet Geschäftsführer Christian Basilius im Gespräch mit regionalHeute.de. Das Geschäft habe sich nicht rentiert - eigentlich habe es das noch nie, erklärt Basilius weiter. Zumindest in jüngeren Zeiten. Die Familie habe ihr Geld eigentlich immer mit anderen Unternehmungen verdient, die Produktion der Mumme sei in erster Linie Traditionspflege gewesen.

Produkt trägt sich nicht


Die Mumme habe es eigentlich immer gegeben, betont der Geschäftsführer. Mehr ins Bewusstsein der Menschen sei sie gedrungen, als das Braunschweiger Stadtmarketing sie Anfang des Jahrtausends entdeckt und zu einem Aushängeschild der Stadt aufgebaut habe. Inzwischen gebe es von Mumme-Bier über Mumme-Bonbons bis zum Mumme-Senf alle erdenklichen Spezialitäten zu kaufen. Dass sich das Produkt trägt, habe man aber leider nicht erreichen können, bedauert Christian Basilius.

Doch was bedeutet es für das Braunschweiger Stadtmarketing, wenn dieses Traditionselement wegbricht? "Dass die Mumme-Brauerei ihren Betrieb einstellen wird, bedauern wir sehr. Die Braunschweiger Mumme ist ein traditionsreiches Produkt, dessen Entwicklung wir in den vergangenen 20 Jahren aktiv begleitet und vorangetrieben haben", erklärt Pressereferentin Stephanie Horn.

Gespräche mit weiteren Partnern


"Wir haben bereits seit Anfang des Jahres Gespräche mit Herrn Basilius geführt, weil wir verhindern wollten, dass das Ende des Betriebes und damit das Ende der Doppelten Segelschiff-Mumme auch das Ende für die Braunschweiger Mumme generell bedeutet", so Horn weiter. Diese Gespräche seien inzwischen abgeschlossen, ohne dass eine gemeinsame Lösung erreicht habe werden können. "Trotzdem ist es unser Bestreben, das Traditionsprodukt zu erhalten und die Produktion der Braunschweiger Mumme auch weiterhin langfristig zu sichern. Hierzu führen wir aktuell Gespräche mit weiteren Partnern", versichert die Pressereferentin.

Kurzfristig habe die Entscheidung jedenfalls keine Folgen. Aktuell seien die Mumme-Produkte in der Touristinfo erst einmal weiterhin erhältlich. Gleiches gelte für die Planungen zur Veranstaltung mummegenussmeile im November. Diese findet statt, betont Stephanie Horn.

Neues Mumme-Bier


Auch beim Stadtfrühling dieses Wochenende werde es Mumme-Bier im Ausschank geben. Dafür sorgten Mumme-Wirt Andreas Beinhorn und die National Jürgens Brauerei, die sich vor Kurzem entschieden hätten, wieder ein Mumme-Bier in Braunschweig zu brauen, und dieses auch in Braunschweiger Restaurants in den Ausschank zu bringen.