Rathaus-Betrüger: Mitarbeiter der Stadt stopfte sich die Taschen voll

Es soll ein sechsstelliger Schaden entstanden sein - nun geht es vors Gericht.

von Alexander Panknin


Symbolfoto.
Symbolfoto. Foto: Pixabay; regionalHeute.de

Braunschweig. Ein unerhörter Betrugsfall ereignete sich bei der Stadt Braunschweig. Ein Mitarbeiter der Verwaltung soll über Jahre erhebliche Gelder veruntreut haben. Insgesamt sei so ein sechsstelliger Schaden entstanden. Dies teilte das Amtsgericht Braunschweig in einer Prozessvorschau mit. Der Fall soll dort am 14. Dezember verhandelt werden.



Dem Angeklagten wird zur Last gelegt, zwischen 2011 und 2017 Gelder in 64 Fällen veruntreut und sich selbst auf Kosten der Stadt bereichert zu haben. So habe er beispielsweise elektronische Geräte für den privaten Gebrauch gekauft und die Kosten über fingierte Rechnungen auf die Stadt abgewälzt. So entstanden hier bereits 2011 wohl knapp 13.000 Euro Schaden.

Damit nicht genug: Durch den Erfolg seiner üblen Machenschaften offensichtlich bestärkt, soll das betrügerische Spiel dann erst richtig begonnen haben. So soll er selbst eine Scheinfirma gegründet haben, über die er dann in 30 weiteren Fällen Fake-Rechnungen an die Stadt ausgestellt hätte, welche dann auch beglichen worden sein sollen, so der Vorwurf. Hier soll ein weiterer Schaden von über 237.000 Euro entstanden sein.

Das sagt die Stadt


Wie konnte es passieren, dass sein Vorgehen so lange nicht bemerkt wurde und was unternimmt die Verwaltung? regionalHeute.de hat bei der Stadt nachgehakt.

Auf unsere Anfrage hin teilte die Stadt zunächst mit, dass man natürlich keine Detailauskünfte zum laufenden Verfahren geben könne. Dennoch hieß es, dass es sich bei den Gütern im Wesentlichen um IT-Komponenten und -Bauteile gehandelt habe. Der besagte Mitarbeiter war in der IT-Abteilung der Stadtverwaltung beschäftigt. Als die falschen Rechnungen aufgeflogen sind, habe die Stadt allerdings gehandelt: Der Mann ist mittlerweile vom Dienst suspendiert. Weitere Konsequenzen hat er abhängig vom Ausgang des Strafverfahrens zu erwarten.

Wie ein Sprecher der Stadt mitteilte, sei hier mit erheblich krimineller Energie vorgegangen worden. Nur so hätten die "bestehenden und sonst bewährten Kontrollmechanismen" bei solchen Beschaffungsvorgängen innerhalb der Stadtverwaltung ausgehebelt werden können. Dennoch habe man daraus gelernt, so sei dieser Prozess im Nachgang überprüft und im Detail noch einmal nachgeschärft worden.


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