Straßenbahn in der City: Hier müssen die Gleise komplett erneuert werden

Da in einigen wenigen Bereichen auch planerische Verbesserungen vorgesehen sind, beschäftigt sich die Politik mit dem Thema.

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Archivbild | Foto: Matthias Kettling

Braunschweig. Mitten in der Braunschweiger Innenstadt bahnt sich die nächste Großbaustelle an. Die Braunschweiger Verkehrs GmbH (BSVG) muss die Gleisanlagen im Stadtbahnstreckenabschnitt Friedrich Wilhelmstraße / Bohlweg vollständig erneuern, weil die Gleisanlagen verschlissen sind. Die Arbeiten sollen im Jahr 2027 durchgeführt werden. Am Montag beschäftigte sich der Stadtbezirksrat Mitte mit dem Thema.



Weitgehend soll der vorhandene Bestand erneuert werden, jedoch sind in wenigen Bereichen planerische Verbesserungen vorgesehen. Daher ist ein Beschluss der Politik erforderlich. Dieser soll im Ausschuss für Mobilität, Tiefbau und Auftragsvergaben am 27. Januar erfolgen. Über die Gleisoberbauform - die BSVG schlägt hellen Stahlfaserbeton vor - entscheidet der Rat gesondert.

Haltestelle wird modernisiert


Vom Friedrich-Wilhelm-Platz kommend bis zur Haltestelle Hauptpost soll die Gleistrasse zwischen den farbigen Pflasterstreifen des Bestandes mit geringfügig anderen Querschnittsabmessungen (für 2,65 Meter breite Fahrzeuge) sehr bestandsnah saniert werden. Die Haltestelle vor dem Hauptpostgebäude, die sehr gut angenommen werde und einer Vielzahl an Besuchern einen direkten Zugang zur Innenstadt mit dem schienengebundenen ÖPNV biete, soll modernisiert werden.

Geplant ist eine neue Möblierung sowie ein zeitgemäßer, denkmalgerechter Wetterschutz und moderne Beleuchtung. Die Barrierefreiheit soll durch Anhebung der Wartefläche auf ein Maß von 24 Zentimetern über Schienenoberkante verbessert werden. Eine grundlegende Änderung der Flächenaufteilung oder Führung des Radverkehrs sei aufgrund der räumlichen Gegebenheiten ausgeschlossen.

Zufahrt für Busse zur Münzstraße


Die Situation für Linienbusse im Zuge der Friedrich-Wilhelm-Straße in der Zufahrt zur Münzstraße soll verbessert werden. Die Sichtbeziehungen zu dem aus der Münzstraße herausfahrenden Radverkehr seien vergleichsweise schlecht, was regelmäßig zu Konflikten führe, so die Stadtverwaltung. Daher sei geplant, die Situation durch eine angepasste Verkehrsführung für die Busse zu verbessern. Details werden noch nicht genannt.

Weiterhin soll die Vorfahrtsregelung im Zuge des Waisenhausdammes zugunsten des Busses aus Richtung Friedrich-Wilhelm-Straße geändert werden. Dies werde zu einer Beschleunigung des ÖPNV und nur zu minimalen Einschränkungen für die übrigen Verkehrsteilnehmer führen, heißt es in der Beschlussvorlage.

Provisorische Haltestelle geplant


Eine weitere Neuerung soll es im Waisenhausdamm geben. Hier wird für eine Vielzahl von Umleitungsszenarien für den Stadtbahnverkehr eine provisorische Haltestelle geplant. Die gekennzeichnete Fahrbahn-Fläche soll auf ein barrierefreies Niveau von 24 Zentimetern über der Schienenoberkante angehoben und vom Autoverkehr über Rampen befahren werden. Bei Anfahrt einer Stadtbahn im Umleitungsbetrieb und Bedienung dieser provisorischen Haltestelle werde signaltechnisch sichergestellt, dass der Autoverkehr angehalten wird. So sollen die Fahrgäste die Fahrbahn gesichert queren und barrierefrei in die Stadtbahn einsteigen können. Außerhalb von Umleitungsverkehren sei diese Haltestelle nicht aktiv.

Die Finanzierung des Projektes erfolgt grundsätzlich durch die BSVG, die für das Projekt eine Förderung durch die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen mbH (LNVG) beantragen wird, heißt es in der Vorlage weiter. Lediglich die von der Verwaltung gewünschten Änderungen / Anpassungen einiger Teilflächen im Kreuzungsbereich Friedrich-Wilhelm-Straße / Münzstraße sollen aus dem städtischen Haushalt finanziert werden.